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Literatur

Christoph Stoll – Waldesdunkel

Christoph Stoll – Waldesdunkel

Justus Hauer ist Kunstlehrer in Frankfurt. Gestern noch hat er im Lehrerkollegium seinen fünfzigsten Geburtstag gefeiert, aber nun ist auch das vorbei. Es sind endlich Sommerferien.

Justus fährt in seinem Mini Clubman Richtung Limburg und biegt, die Stadt hinter sich lassend, in Richtung Lahntal ab. Er hat seinen Labrador George II. im Auto dabei, als er die ersten Eichen des heimischen Waldstückes sieht, das früher sein Kinderspielplatz war und später sein Rückzugsort wurde.

Er kann in diesem Augenblick nicht sehen, dass in dem Waldstück das Fadenkreuz eines Zielfernrohrs mehrere Buchen- und Eichenstämme abschwenkt, um dann einen grün gestrichenen Hochstand präzise ins Visier zu nehmen. Danach bewegt sich das erbarmungslose Fadenkreuz noch einmal zum Boden, um dann auf der Höhe der Kanzel zur Ruhe zu kommen.

Justus sieht von der Kreisstraße aus das Protz-SUV seines Jagdpächters Michael von Flachau in der Einfahrt des Waldwegs zur sogenannten Mondwiese parken. Schließlich biegt er kurz vor dem Ort Lahnberg von der Landstraße ab, um zum alten Forsthaus Weiterlesen →

Die wunderbare und merkwürdige Geschichte vom Zauberer Virgilius … Teil 7

Oskar Ludwig Bernhard Wolff
Die wunderbare und merkwürdige Geschichte vom Zauberer Virgilius,
seinem Leben, seinen Taten und seinem Ende
Volksbücher Nr.46, Verlag Otto Wigand, Leipzig

Wie Virgilius Salvatio Romae machte

Der Kaiser fragte Virgilius, wie er Rom glücklich machen könne und wie er es einrichten könne, dass ihm viele Länder untertan seien und er es augenblicklich wisse, wenn eines dieser Länder sich dagegen aufzulehnen gedenke. Virgilius aber antwortete dem Kaiser: »In kurzer Zeit will ich solches ins Werk setzen.«

Und er baute einen Tempel auf dem Kapitol, wo das Rathaus von Rom war, und schmückte ihn mit Bildsäulen und steinernen Bildnissen und stellte alle Götzen, die in Rom angebetet wurden, hinein. Jedes Götzenbild aber hatte eine Schelle in der Hand, und in die Mitte aller setzte er das höchste Götzenbild, das in Rom angebetet wurde. Diese aber nannte er Salvatio Romae, was so viel heißt wie Weiterlesen →

Secret Service Band 3 – Kapitel 1

Francis Worcester Doughty
Secret Service No. 3
Old and Young King Brady Detectives
The Bradys after a million
Oder: Ihre Verfolgungsjagd zur Rettung einer Erbin
Eine interessante Detektivgeschichte aus dem Jahr 1899, niedergeschrieben von einem New Yorker Detective

Wer kennt ihn nicht, den berühmten Detektiv Old King Brady, der mehr Rätsel gelöst hat als jeder andere Detektiv, von dem man je gehört hat.

In der Reihe der Geschichten, die in SECRET SERVICE veröffentlicht werden, wird ihm ein junger Mann zur Seite stehen, der als Young King Brady bekannt ist und dessen einziges Lebensziel darin besteht, Old King Brady darin zu übertreffen, gefährliche Fälle aufzuklären und die Verbrecher zur Strecke zu bringen. Wie gut ihm dies gelingt, wird in den folgenden, im SECRET SERVICE veröffentlichten Geschichten ausführlich geschildert.

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Das schwarze Schiff – Kapitel 5

Beadle’s Half Dim Library
John S. Warner
Das schwarze Schiff
Kapitel 5

Das Ergebnis der Täuschung

Die BLACK SHIP blieb im Kielwasser der REVENGE, wartend auf den Anbruch des Tages. Sobald der erste Streifen Morgenlicht mühsam durch den Nebel drang, wurde das Schiff lebendig und für den Kampf vorbereitet. Schotten, Essenströge usw. wurden abgeräumt; Stückpforten wurden hochgezogen, und die Kanonen sorgfältig inspiziert und für kurze Distanzen geladen. Bottiche wurden mit Wasser gefüllt und an Stellen verteilt, wo die Männer sie leicht erreichen konnten; Kettenpumpen wurden geräuschlos betätigt, um sicherzustellen, dass alles frei war; das Ersatzruder wurde bereitgestellt, die Ruderpendel gekappt und nach innen geführt, und Entlastungstaljen angebracht. Die unteren und die Rahen der Marssegel und der Gaffel waren mit Ketten verzurrt; Marssegelblöcke festgemacht; Toggies an den Brassen, und Stagen und Takelagen niedergeholt; Krankenstationen und Lagerräume gut beleuchtet. Das Weiterlesen →

Der Detektiv – Band 29 – Die Menam-Brüder – Kapitel 4

Walter Kabel
Der Detektiv
Band 29
Kriminalerzählungen, Verlag moderner Lektüre GmbH, Berlin, 1920
Die Menam-Brüder

Der Detektiv Kong-Penj

Ich schlief sehr bald ein. Dann merkte mich ein leises Geräusch, über dessen Ursprung ich nicht sofort klar werden konnte. Ich war sehr schnell völlig munter geworden. Die beiden kleinen Fenster gegenüber meinem Bett zeichneten sich mit ihren gelben Vorhängen als verschwommene Vierecke undeutlich in der mich umgebenden Finsternis ab. Ich sah, dass die Vorhänge sich bewegten, obwohl die Nacht völlig windstill war. Ich hatte das Empfinden, dass ein Fremder in unserer Kabine gewesen sein müsse. Es war das bei mir jenes unerklärliche Ahnungsvermögen, das sich mit der Zeit bei Leuten einstellt, deren Beruf stete Nervenanspannung, stete Wachsamkeit und stetes Auf dem Sprung sein verlangt.

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