Schmuck und Rache – Eine Ashilfas-Geschichte
Schmuck und Rache
Eine Ashilfas-Geschichte
Gelangweilt schaute Rish durch das schmierige Glas des Fensters nach draußen. Das Warten zwischen einem vergangenen und dem neuen Auftrag zog sich jedes Mal mehr in die Länge. Aber was wunderte sie sich. Die wirtschaftliche Lage in der kleinen Stadt Reikward hatte sich in den letzten Jahren immer mehr verschlechtert und bei niemandem saß das Gold noch locker in der Tasche.
Die Diebin nahm einen tiefen Schluck aus ihrem Humpen. Seit mehreren Wochen lungerte sie im Rostigen Ochsen herum, der schmuddeligsten Schenke im ganzen Hafen, und wartete auf Kundschaft. Gewöhnlich schaffte es nicht einmal die verrufene Gegend, in der das Gasthaus lag, zahlungswillige Interessenten von einem Besuch ab zu schrecken. Auch nicht die in der Hafengegend üblichen Überfälle und Morde.
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Nächtlicher Besuch
Mit einem Ruck fuhr Claudia aus dem Schlaf hoch. Sie lauschte in die Stille, und obwohl sie nicht hätte sagen können, was sie geweckt hatte, brach ihr plötzlich der Schweiß aus.
»Claudia?« Die Stimme ließ sie herumfahren. Im Dämmerlicht, das durch die halb heruntergelassenen Jalousien fiel, erkannte Claudia einen Mann in der Ecke ihres Schlafzimmers.
»Klaus!«, entfuhr es ihr. »Was machst du hier?«
»Claudia. Ich wollte dich endlich einmal wieder sehen.« Klaus’ Stimme klang rauer als sie sie in Erinnerung hatte.
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Der letzte Auftrag
Schmerzerfüllt verzog ich mein Gesicht. Das Stechen in meiner Brust war wieder da. Zwar nur kurz, aber dafür nachdrücklich. Immer wieder überkam mich die Angst vor einer Herzattacke, wenn ich solche Momente durchlitt. Im nächsten Augenblick jedoch war es vorbei. Tatjana, meine Gefährtin und Geliebte, deutete nach draußen.
»Sieh nur, Boris! Es hat zu regnen aufgehört, aber nun scheint es Nebel zu geben.«
Ich blickte ebenfalls aus dem Fenster unseres Zimmers.
»Ja, der Nebel kommt vom Fluss her. Was für eine dicke Brühe«, antwortete ich.
Als wir gestern Nachmittag hier in Ruppenstieg angekommen waren, hatte es wie aus Eimern Weiterlesen
Anglerpech
Achtunddreißig stand da auf dem Schild. Rote Farbe auf weißem Holz. Der Auslöser oder auch einer der Widerhaken einer Touristenfalle.
Thom war sicher, dass es eben das war; eine Falle. Dem Zustand der Straßen und Häuser nach zu urteilen eine, die nicht funktionierte. Der verzweifelte und erfolglose Versuch eines gottverlassenen Küstenkaffs, ein paar Euro in die Dorfkasse zu spülen. Ins Kässchen.
»Keine Ahnung, wovon du redest, Jung«, sagte der greise Mann und pfiff dabei schwindsüchtig durch seine braunen Zähne, als er Thom die Messer und die gewaltigen Haken über die Ladentheke reichte, die aussah, als habe Klaus Störtebeker schon seinen Weiterlesen
Lina Maria Charlotte Rapunzel Justus
Lina Maria Charlotte Rapunzel Justus
»Geh Rapunzeln holen!«, wiederholte Lina wütend den Befehl ihrer Mutter und stapfte in den Garten.
Nur weil sie das verflixte Märchen nicht hatte vorlesen wollen. – Ihr Bruder kannte es doch sowieso auswendig!
Genau genommen kannte er jedes Märchen auswendig. Er war eine wandelnde Märchenmaschine, die noch nicht stubenrein war.
Linas schlechte Laune schaffte es, noch schlechter zu werden, als ihr einfiel, dass sie nicht die geringste Ahnung hatte, was Rapunzeln überhaupt waren.
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