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Martin Conrath: Kohle, Stahl und Mord – Das Totenhaus

Martin Conrath: Kohle, Stahl und Mord – Das Totenhaus

Das Buch beginnt damit, dass jemand anfängt, Tagebuch zu schreiben. Er ist im Erwachsenenalter, will aber seine vergangenen Jahre aufbereiten und schreibt auf, was er seit seinem ersten Schultag erlebt hat.

Der Ich-Erzähler des Tagebuchs bleibt dabei in allen Passagen seiner Aufzeichnungen, die sich durch den ganzen Roman hinziehen, unbekannt und kommt am Ende in der Gegenwart an. Mit der Zeit wird klar, dass hier der Haupttäter der Verbrechen, die nach und nach geschildert werden, sein Leben aufschreibt.

Es beginnt damit, dass er zusammen mit seinem Vater, der sich extra frei genommen hat, und seiner Mutter zu Fuß zur Einschulung geht. Dabei treffen sie auf einen betrunkenen Mann, der sie anpöbelt und anrempelt. Der Vater des Jungen aber will Streit vermeiden und schlägt deshalb nicht zu, obwohl er Bergmann und stark wie ein Bär ist.

Während der Vater seine Lieben zum Gehen animieren will, packt ihn der Fremde am Kragen. Der Vater wehrt sich noch immer nicht. Da stößt ihn der Fremde weg und sagt: »An dir mache ich mir die Hände nicht schmutzig, du Feigling.«

Mit diesen Worten verschwindet der Fremde, und der Sohn kann nicht verstehen, warum der Vater den Fremden nicht in die Schranken gewiesen hat. Der Vater sagt, dies hätte nur noch mehr Ärger gegeben, und so etwas lohne nicht.

Der Junge schämt sich, weil sein Vater ein Feigling ist, und auch die Mutter schaut weg, als der Vater sie ansieht. So folgt der Vater Sohn und Ehefrau wie ein geprügelter Hund bis zur Schule, die dem Sohn jetzt als furchtbarer Ort erscheint, weil er der Sohn eines Feiglings ist und die anderen Schüler dies merken und ihn verspotten und verprügeln werden.

Der Junge wünscht sich in diesem Moment nichts sehnlicher, als dass sein Vater tot ist.

Im weiteren Verlauf der Geschichte wird eine junge, sehr hübsche Frau in die psychiatrische Notfallambulanz Essen eingeliefert, deren Kleidung blutig ist. Sie lässt sich von der forensischen Psychiaterin Jana Fäller, die sich ihres Falles annimmt, Eva nennen, ein Name, den sie sich ausgedacht hat, weil sie sich an ihren richtigen Namen wie auch an ihr gesamtes vergangenes Leben nicht erinnern kann.

Jana Fäller zieht ihre Freundin, Kriminalhauptkommissarin Elin Akay, hinzu und befragt die Patientin zunächst in Hypnose, um ihrem Gedächtnis auf die Sprünge zu helfen.

Die Erinnerung der jungen Frau führt die Ermittelnden zur verlassenden Stinnes-Villa, wo ein Mann in seinem Blut liegt, der mit einem einzigen harten Schlag mit einem Schlaginstrument getötet wurde. Das Blut, das Eva auf ihrer Kleidung trug, ist seins.

Der Mann heißt Ali Surat, war noch recht jung und ist der Sohn des bekannten Friedensrichters und Clan-Oberhaupts Rabih Surat. Die Ermittelnden stellen sich nun die Frage, ob es sich hier um Clan-Kriminalität, beziehungsweise um Streitigkeiten zweier rivalisierender Clans handelt oder um ein ganz anderes Verbrechen.

Spielt hierbei etwa die Stinnes-Villa eine Rolle, die bereits zuvor Schauplatz zweier Morde war und deshalb Das Totenhaus genannt wird?

Martin Conrath erweist sich in seinem Krimi als guter Kenner der Gegebenheiten des Bergbaus, der Kumpel und der unter Tage eingesetzten Technik. Er ist aber auch mit der Abwicklung des vor einigen Jahren eingeläuteten Endes des Bergbaus vertraut und kann sehr gut beschreiben, wie mit den Geldern umgegangen wurde, die der Staat in dieses Ende investiert hat.

Außerdem kennt sich der Autor bezüglich der Clans und ihrer Tätigkeiten aus und kann diesen Bereich seines Romans sehr authentisch schildern.

Zu guter Letzt beweist er noch, dass er psychiatrische Kenntnisse hat und dem Leser zum Beispiel das Für und Wider der Hypnose nahebringen kann.

Es sei dahingestellt, welches Wissen von Martin Conrath auf Recherche basiert und welches auf Kenntnissen, die er seit der Kindheit selbst erfuhr. Sein Roman ist bis ins Detail stimmig und lässt den Leser an einem großen Wissensschatz teilhaben.

Außerdem schafft der Erzähler mit seinen Figuren sehr differenziert dargestellte und oft auch empathische Charaktere, die so oder ähnlich sicher sehr häufig in unserer Lebenswirklichkeit zu finden sind.

Zu guter Letzt bleibt noch zu erwähnen, dass der Autor einen von der ersten bis zur letzten Seite spannenden Roman geschaffen hat, der den Leser zu fesseln vermag.

Fazit:
Martin Conrath schreibt mit Kohle Stahl und Mord/ Das Totenhaus einen spannenden Krimi, dessen Inhalte ausgesprochen kompetent erzählt sind, und der unter anderem einen interessanten Bereich der deutschen Geschichte beleuchtet. Ich kann diesen Roman dem geschichtlich interessierten Leser empfehlen, der zudem gerne einen spannenden Krimistoff konsumiert.

Der Autor:

Martin Conrath wurde im Dezember 1959 in Neunkirchen an der Saar geboren. Nach der Schule, genauer gesagt, 1973 bis 79, ließ er sich zunächst zum Schlagzeuger ausbilden und fuhr bis 1996 mit Bands und Ensembles durch Deutschland.

Außerdem war er als Personalentwickler und Schriftsteller beschäftigt und arbeitete als Dozent für Stilistik und Kommunikation.

Zusammen mit Sabine Klewe schrieb er mehrere historische Kriminalromane. Beide veröffentlichten zusammen unter dem Pseudonym Sabine Martin.

Seit 2008 ist Conrath freier Schriftsteller.

Quellen:

• Martin Conrath, Kohle, Stahl und Mord/ Das Totenhaus, Rowohlt Taschenbuch Verlag, Hamburg, 1. Auflage, Dezember 2025.

de.wikipedia.org

martinconrathkrimis.de

www.rowohlt.de

Bilder:

• Cover des Romans. Mit freundlicher Genehmigung des Rowohlt Taschenbuch Verlags.

• Foto des Autors. © privat. Ebenfalls mit freundlicher Genehmigung des Rowohlt Taschenbuch Verlags.

(ww)

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