Detektiv Nobodys Erlebnisse und Reiseabenteuer Band 1 – Teil 22
Detektiv Nobodys Erlebnisse und Reiseabenteuer
Nach seinen Tagebüchern bearbeitet von Robert Kraft
Band 1
Kapitel 3, Teil 7
Er schritt der Mühle zu und betrat den Eingang. Der andere war ihm gefolgt.
In der Flur, gleich neben dem Treppenaufgang, lag seltsamerweise direkt am Boden ein großer Haufen Mehl. Daneben stand ein Mühlknappe, welcher an einer Holzschaufel einen Stiel befestigte.
»Was liegt denn das Mehl hier?«, meinte Flederwisch im Vorbeigehen, leckte am Finger, tauchte diesen in die weiße Masse und kostete.
»Pfui Deiwel!!«, rief er sofort, heftig ausspuckend. »Wie schmeckt denn das Mehl?«
»Nee, Gabidän, nee«, sang grinsend der Mühlknappe im schönsten Sächsisch, »das is geen Mahl, das is Sie mehrstendeels Gibs, mir dun heite Gibs mahln.«
»Pfui Deiwel!«, wiederholte der Kapitän mit aller Energie, und dann wandte er sich an seinen Begleiter: »Verzeihe, Freund Mephisto, mit diesem Deiwel habe ich nicht dich gemeint.«
Er ging die Treppe hinauf, und da er hier ganz zu Hause war, betrat er eine Stube, in welcher es eigenartig würzig roch. Das Zimmer war keine eigentliche Backstube, es enthielt auch einige Möbel; aber in ihm stand auf zwei Holzböcken ein riesiger Backtrog, über zwei Meter lang und dementsprechend breit, angefüllt mit einem blasentreibenden Teig, dem der würzige Duft entströmte.
»Ich liebe diesen Geruch«, erklärte Flederwisch, »er erinnert mich immer an … lassen wir das! Ich bin ein Mann der Arbeit, und schänden tut die Gegenwart eines Backtrogs mit Brotteig wohl auch keinen anderen Menschen. Die Hauptsache ist für mich, dass ich hier das Bier in meiner nächsten Nähe habe. Bitte, setzen Sie sich.«
Er entnahm einem Wandschrank zwei Flaschen und Gläser und setzte sich dem Fremden gegenüber.
»Sie kennen mich. Ich kenne Sie nicht«, begann Flederwisch dann in einem anderen Ton.
»Dorington.«
»Sehr angenehm. Was wünschen Sie, Mr. Dorington?«
»Ist Ihnen ein Mann namens Jeremias oder Jimmy King bekannt?«
»Jimmy King?«, wiederholte Flederwisch nachdenklich. »Nein.«
»Doch. Gestern Abend in Tinkys Tanzhaus haben Sie mit ihm gesprochen.«
Sofort stutzte der Kapitän, der schon einmal sein ausgezeichnetes Gedächtnis erwähnt hatte.
»Der alte, verlumpte Kerl mit der roten Nase?«
»Derselbe.«
Kapitän Flederwisch bekam gleich ganz große Augen.
»Er schwatzte mir etwas von einem Geheimnis vor, von einem … einem … never mind. Was ist mit diesem Mann?«
»Er sucht Sie schon seit langer Zeit.«
»Mich? Weshalb?«
»Um Ihnen das Geheimnis mitzuteilen, von dem ich annehme, dass er es Ihnen gestern Abend anvertraut hat.«
Immer mehr stutzte der junge Kapitän. Wie, so sollte wirklich etwas daran gewesen sein? Er wusste sich jedoch zu beherrschen.
»Was wissen Sie von diesem Geheimnis oder von unserer gestrigen Unterhaltung?«, fragte er kaltblütig.
»Wir können ja ganz offen sprechen. Was Ihnen der Alte da gesagt hat, das ist kein leerer Wahn. Der ist durch einen Zufall in den Besitz der geografischen Ortsbestimmung gekommen, an welcher Stelle der Westküste von Yukatan der bekannte Piratenkapitän Pueblo Morgana mit Schiff und ganzer Beute untergegangen ist. Dieser alte Jimmy King ist ein Sonderling. Er hat von Ihnen gehört und hat sich partout in den Kopf gesetzt, dass gerade Sie es sein müssen, mit dem zusammen er den unermesslichen Schatz vom Meeresgrund heben will. Aber dazu ist erst viel Geld nötig, vor allen Dingen müssen kostspielige Taucherapparate gekauft werden …«
»Halt«, unterbrach Flederwisch den Sprechenden, »ich denke, wir können unsere Unterhaltung sehr abkürzen. Dieser alte Mann hat mir allerdings eine geografische Ortsbestimmung bis zu den Sekunden gemacht.«
»Also wirklich!«, flüsterte der Fremde erfreut. »Nun ja, ich habe es ja erwartet.«
»Aber ich habe dem Mann mein Ehrenwort gegeben, dieselbe keinem Menschen zu verraten.«
Der Fremde mit dem diabolischen Gesicht hob phlegmatisch die Schultern.
»Nonsens – Unsinn! Es handelt sich hier um ein Geschäft, wie ein solches Ihnen noch nie …«
»Halt«, unterbrach ihn Flederwisch abermals, »ich denke wirklich, wir können die Sache sehr abkürzen. Haben Sie verstanden, was ich Ihnen sagte? Ich habe diesem Jimmy King mein Ehrenwort gegeben, nichts von dem, was er mir mitteilte, zu verraten. Haben Sie das verstanden?«
»Allerdings, aber …«
»Und Sie wollen jetzt diese geografische Ortsbestimmung von mir erfahren?«
»Das ist es, wir wollen gemeinschaftliche Sache machen. Sie sind der Mann, den ich dazu brauche, und ich habe das dazu nötige Geld. Der alte, versoffene Kerl ist dabei überflüssig, den lassen wir ganz aus dem Spiel …«
»Herr!«, unterbrach ihn Flederwisch zum vierten und letzten Male. »Sie haben sich erst für den Teufel ausgegeben, und da waren Sie mir angenehm; ich habe gar nichts gegen den Teufel, der Teufel ist ein ganz ehrlicher Kerl – aber Sie, Mr. Dorington, Sie sind ein … Schuft!«
Klatsch! Der vornehme Mephistopheles hatte einen Schlag ins Gesicht bekommen, eine sogenannte Ohrfeige, auch Maulschelle genannt, und zwar eine derartige, dass er vom Stuhl geschleudert wurde.
Zu Boden stürzte er allerdings nicht, aber er flog gleich gegen die Wand, oder doch bis dicht an den Backtrog. Hier suchte er mit den Händen nach einem Punkt zum Abstützen … und tauchte mit beiden Armen gleich bis an die Schultern in den weichen Teig hinein.
Im nächsten Augenblick hatte er die Arme wieder herausgezogen und stand mit einem katzenähnlichen Satz vor dem Kapitän, den einen Arm, von dem der Teig in langen Nudeln herabtriefte, mit geballter Faust zum Schlag erhoben.
»Mensch, wenn du wüsstest, wer ich bin! Ich könnte dich mit einem Schlag …«
Flederwisch war aufgesprungen und stellte sich in Boxerpositur, um den Angriff abzuwehren.
Aber der Schlag fiel nicht, Mephisto vollendete den Satz nicht; es sollte alles anders kommen.
Blitzschnell hatte der fremde Herr seinen Gegner unterlaufen. War diese Gewandtheit der schlanken Gestalt wohl zuzutrauen, so doch nicht die gewaltige Kraft, mit welcher der riesenhafte Seemann ausgehoben wurde: Seine langen Beine quirlten in der Luft herum, und dann lag Kapitän Flederwisch plötzlich in dem Backtrog, mitten im Teig. Mephistopheles griff auch noch mit beiden Händen hinein, quatschte ihm das klebrige Zeug immer ins Gesicht und drückte ihn hinein, bis jener ganz verschwunden war.
»Hier fress, du Luder, fress den Teig, dann braucht er nicht erst gebacken zu werden …«
Da tauchten aus dem Teig zwei lange, dicke Nudeln auf; das waren Kapitän Flederwischs Arme. Sie griffen zu. Mephisto hatte zurückspringen wollen, allein es war zu spät gewesen: Er befand sich in der Gewalt der teigigen Finger. Flederwisch zog, Mephisto riss – und da stürzte der ganze Backtrog um, fiel auf den Boden, und auch Mephisto war gefallen. Nun wälzten sich am Boden zwei Menschen herum, die keine Menschenähnlichkeit mehr hatten.
Die Tür ging auf. Der Mühlknappe aus Sachsen war durch das Poltern heraufgelockt worden.
Mit starren Augen blickte er nach dem zappelnden Teighaufen. Denn die beiden ließen noch nicht voneinander ab, auch in der zähen Substanz katzbalgten sie sich immer weiter herum.
»Nee awwer … nee awwer … nee awwer …«
Mehr brachte der biedere Sachse in seinem Staunen nicht hervor.
Da plötzlich richtete sich der lebendig gewordene Brotteig auf; zwei in die Länge gezogene Hefeklöße tanzten eng umschlungen durch die Stube.
»Nee awwer … nee awwer … nee awwer, so was labt ja gar nich un wackelt doch mit’n Schwanz!«
Der brave Sachse sollte noch etwas ganz anderes erleben.
In der Stube stand ein kleiner Kanonenofen, zu dieser Zeit natürlich ungeheizt. Gegen diesen prallten die beiden ungebackenen Pfefferkuchenmänner mit voller Wucht an. Der ganze Ofen ging in Trümmer, das Rohr brach ab, und da das Rohr seit dem letzten Winter noch nicht gereinigt worden war, stob eine Wolke von Ruß auf die beiden weißen Gestalten herab. Aus den Mehlwürmern wurden im Nu kohlschwarze Raben. Doch die Rußdusche schien ihnen noch nicht zu genügen: Nun legten sie sich wieder hin und kollerten sich, immer eng umschlungen, noch im Ruß herum.
»Nee awwer … nee awwer … bin ich denn nur verrickt oder sind die’s?«
Da kamen die beiden schwarzen Gestalten wieder auf die Füße, und wieder tanzten sie eng umschlungen durch die Stube – jetzt wie zwei aus dem Leim gegangene Schornsteinfeger. Sie erreichten die Tür, diese stand noch offen, und polternd kugelten die beiden die Treppe hinab und … verschwanden in dem großen Gipshaufen!
Oben stand der Mühlknappe und stierte auf den lebendig gewordenen Haufen.
»Nee awwer … nee awwer … was machen die beeden denn eegentlich da in dem Gibse?!«
Er lief die Treppe hinab. Da aber richtete sich der Gipshaufen schon wieder auf, und jetzt waren aus den beiden Schornsteinfegern abermals zwei weiße Mehlwürmer geworden; immer dicker wurde die Schicht, welche auf dem Teig vortrefflich hielt.
Und noch immer wollten sie nicht voneinander lassen. Weiter ging die Katzbalgerei, weiter der tolle Tanz, zum offenen Mühlentor hinaus. Als der Arbeiter draußen stand, da lagen die beiden schon wieder am Boden, kollerten den Abhang hinab und verschwanden spurlos in der schwarzen Jauch eines Abzugsgrabens.
»Nee awwer … nee awwer … nu, was ham die beeden eegentlich da drin zu suchen?!«
Da aber gig dem hellen Sachsen doch ein Licht auf, um was es sich handelt: Hier muss schnell geholfen werden, oder die beiden, die gar nicht wieder zum Vorschein kommen, sind dem Tode geweiht.
»Färchtegott, he, Färchtegott, gomm mal fix her und bringe anne Ledder mit, hier sin zwee Gerle in de Sch … gefall’n!«
Färchtegott kam mit der Ledder – das heißt mit der Leiter. Sie wurde über den Graben gelegt, und als man die beiden schwarzen Sumpfhühner glücklich wieder heraus hatte, da endlich ließen sie voneinander ab. Ihr erster Griff war nach dem Mund; den mussten sie zunächst von der deliziösen Sauce aus Teig, Ruß, Gips und Schlamm befreien, da sie schon dem Erstickungstod nahe waren. Dann begannen die Mühlknappen mit Feuerspritze, Bürste und Teigkratzer zu arbeiten.
Das war eine Arbeit! Zuletzt mussten Hammer und Meißel zu Hilfe genommen werden. Denn es war gebrannter Gips gewesen, und wenn der schwarze, stinkende Schlamm auch wenig Anspruch auf den Namen Wasser machen konnte, war doch solches darin enthalten. Dieses tat seine Pflicht und verband sich mit dem Gips zur immer härter werdenden Kruste, bis diese eben losgepocht werden musste.
Zuerst wurden die Köpfe in Angriff genommen, und kaum konnte Kapitän Flederwisch wieder aus den Augen blicken, als er diese auch schon weit aufriss und nach Mephistopheles stierte, dessen Gesicht unter Bürste und Scheuertuch schon etwas menschenähnlicher geworden war.
»Kreuz Klüverbaum und Katzenschwänze, was ist denn das?!«
Ja, die verschiedenen Verwandlungsperioden mit der nachfolgenden Abwaschung hatten bei Mephistopheles einen ganz merkwürdigen Erfolg gehabt: Verschwunden war der schwarze Knebelbart, das schwarze Kopfhaar war plötzlich hellblond geworden – es war überhaupt ein ganz anderes Gesicht.
»Das ist ja … das ist ja … der … der … Nobody aus dem Atlantic-Garden!«
»St, still!«, warnte der Erkannte. »Ja, ich bin’s. Zwischen uns liegt ein Missverständnis vor. Ich bin ja gestern Abend auch der alte Jimmy mit der roten Nase selber gewesen. Ich erkläre mich dann.«
Flederwisch gab sich denn auch vorläufig zufrieden. Außerdem kam ihm erst jetzt zum Bewusstsein, was sie bei der Balgerei alles durchgemacht hatten: Er brach in ein unauslöschliches Gelächter aus, und Nobody stimmte mit ein.
Dann fanden es die Mühlknappen für das Beste, den beiden doch lieber gleich die Kleider vom Leibe zu schneiden; dann mussten sie ins Bad, und da nur eine Badewanne vorhanden war, wurden sie für einige Zeit getrennt.
In einem anderen Zimmer der Mühle trafen sie wieder zusammen, mit Müllerzeug bekleidet.
»Teufel, Mann, was fiel Euch ein, mich in den Brotteig zu stecken?«
»Der Teufel seid Ihr selbst. Was fiel Euch ein, mir eine runterzuhauen? Das hätte Euch schlecht bekommen können. Aber das Beste ist dabei, dass ich dieser Jimmy King von gestern Abend selber gewesen bin!!«
Wieder lachten sie beide aus vollem Hals. Das Wenigste war den beiden der verunglückte Brotteig und der andere Schaden, den sie angerichtet hatten. Das wurde eben alles bezahlt.
Dann saßen sich die beiden wieder gegenüber, um ernsthaft miteinander zu reden.
»Könnt Ihr Euch entsinnen, wie gestern bei Tiedemanns ein fremder Matrose war, der sich Ernst Mroch nannte?«
»Nein. Es waren mir sehr viele der Matrosen ganz fremd.«
»Dieser Ernst Mroch war ich ebenfalls. Ich war auf der Suche nach einem … doch davon später. Ein Matrose, der Euch genau kannte, erzählte mir von Euch, und was ich da zu hören bekam, das gefiel mir, imponierte mir. Ihr wart der Mann, den ich brauchte. Um Euch zu prüfen, verkleidete ich mich nochmals und näherte mich Euch als jener verlumpte alte Kerl …«
»Wieso prüfen?«
»Ob Ihr ein Geheimnis bewahren könnt, ob man Eurem Wort trauen darf. Das braucht Ihr nicht übelzunehmen, Ihr habt die Prüfung glänzend bestanden.«
»Übelnehmen tue ich Euch das überhaupt nicht, aber … hm … was ist’s nun mit dem untergegangenen Flibustierschiff?«
»Mit dem Schatz? Gar nichts. Das habe ich rein aus der Luft gegriffen. Halt, Kapitän, macht nicht ein so verdrießliches Gesicht! Denn wirklich, ich weiß etwas, wenigstens so etwas Ähnliches: Es gilt auch einen Schatz vom Meeresgrund zu heben, und dazu bedarf ich eines eigenen Schiffes und zu diesem eines tüchtigen Führers. Kapitän Flederwisch, wollt Ihr als solcher in meine Dienste treten?«
Wir brauchen nicht mehr zu hören, was für einen Vorschlag Nobody dem Kapitän machte, auf welchen dieser einging. Die späteren Erzählungen werden das Resultat ihrer Unterhaltung schildern.
Dagegen sei hier etwas anderes im Voraus erläutert.
Featherbroom and Weatherwitch – auf Deutsch Flederwisch und Wetterhexe – das sind zwei Schlagworte, welche in England und im englischsprechenden Amerika jedes Kind kennt.
Der tolle Kapitän Flederwisch, welcher auf seiner Yacht, genannt WETTERHEXE, bis vor kurzer Zeit ruhelos auf allen Meeren herumsauste, war einer der populärsten Männer der Welt. Er ist es noch heute: Noch heute existiert über ihn in der englischen Sprache eine eigene Literatur, noch heute ist er der Held von zwei zugkräftigen Theaterstücken, noch heute werden auf englischen und amerikanischen Varietébühnen Couplets über ihn gesungen, deren immer wiederkehrender Refrain zum Mitsingen ist:
Flederwisch und Wetterhexe, Flederhexe, Wetterfisch.
Lederwisch und Federhexe, Lederhexe, Lederfisch.
Hexenfisch und Fettwischhexe, Hexenleder, fetter Fisch.
Da dürfte mancher deutsche Leser sagen: »Ich habe noch nichts von diesem Kapitän Flederwisch oder Featherbroom und von seiner Yacht gehört.«
Das ist glaubhaft.
Heute, da die Automobilrennen Mode sind, hat wohl jeder Deutsche den Namen Gordon Bennett gehört. Wie viele Deutsche aber haben noch vor wenigen Jahren etwas von diesem exzentrischen Herausgeber des New York Herald gewusst?
Oder ein anderes, noch zutreffenderes Gleichnis:
Es gibt wohl wenige Deutsche, welche den Namen Baron Mikosch nicht kennen. Man mag nun die Nase rümpfen oder die Ohren spitzen – wenn der Name Baron Mikosch genannt wird, da weiß doch gleich jeder, was jetzt kommt.
Nun soll man aber in England jemanden fragen, ob er den Baron Mikosch kennt. Kein einziger Mensch!
Dieser Kapitän Flederwisch ist also der deutsche Baron Mikosch in englisch-amerikanischer Ausgabe – nur dass Kapitän Flederwisch wirklich existiert hat und heute noch lebt, und dass seine Originalität von einer ganz anderen Art ist. Wenn in England oder Amerika einmal der Name Kapitän Flederwisch fällt, so weiß jeder sofort, was jetzt kommt, und da braucht keine Dame die Flucht zu ergreifen: ein neues, tollkühnes Stückchen von dem verwegenen Yachtkapitän, eine neue, verrückte Wette, eine neue fantastische Behauptung, woher er eigentlich das Geld nimmt, mit dem er achtlos um sich wirft, ein neues Geheimnis, wo sich die unerschöpfliche Schatzkammer des einstigen Matrosen befindet.
Das aber ist bisher unbekannt gewesen, davon hat auch niemals WORLD’S MAGAZINE berichtet: dass dieser Kapitän Flederwisch eigentlich nur ein von dem Detektiv Nobody ins Leben gerufener Schatten gewesen ist; dass Nobody der eigentliche Besitzer der WETTERHEXE war und dass es Nobodys Geld war, mit welchem Kapitän Flederwisch so freigebig umging.
Nobody brauchte diese Gestalt, deshalb schuf er sie. Daher wird Kapitän Flederwisch in unseren Erzählungen noch öfters eine Rolle spielen.
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