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Slatermans Westernkurier Ausgabe 04-2025

Auf ein Wort, Stranger,

heute wollen wir das Thema Law and Order im Wilden Westen aufgreifen, um einen kleinen Einblick in das Recht, die Ordnung und die Geburt des amerikanischen Rechtsverständnisses zu vermitteln.

Gesetzeshüter wie Marschälle, Sheriffs, Constables und Friedensofficers waren in der Regel hartgesottene und brutale Männer. Viele von ihnen hatten in früheren Zeiten oder an anderen Orten bereits auf der anderen Seite des Gesetzes gestanden. Sie waren oft genauso gewalttätig wie die Elemente, die sie kontrollieren sollten. Legenden haben diese rauen Grenzfiguren oft ungenau dargestellt oder sogar verzerrt. In den frühen Weidekriegen waren Friedensofficers häufig nicht mehr als angeheuerte Mörder, die im Auftrag der großen Rancher handelten. Viele von ihnen waren Glücksspieler, Zuhälter, Revolvermänner und Ex-Sträflinge. Sie verrichteten ihre Arbeit, weil sie gut darin waren, es war in der Regel sicherer als Viehdiebstahl und sie wurden gut und regelmäßig bezahlt. Einige unter ihnen waren loyal und ehrenhaft, doch in der Regel handelte es sich um eine unsympathische Gruppe. Ungeachtet dessen war der Friedensofficer des Westens eine farbenfrohe und gefürchtete, wenn auch nicht unbedingt respektierte, Persönlichkeit. Mit dem Rückzug der Frontier angesichts des Fortschritts schwand auch die Weiterlesen

Al Capone – Band 10

Al Capone
Band 10
Das Bankett eines Toten

1. Kapitel
Ein Blumenkorb, eine Bombe und eine Million Dollar

Frank Rio, Capones erster Leutnant und sein Vertrauter in allen wichtigen Dingen, kam in Begleitung eines Mannes, den Colosimo, der Besitzer des vornehmen Restaurants gleichen Namens, sich nicht erinnerte, jemals in seinem Leben gesehen zu haben.

Colosimo hatte aufgrund des Gespräches, das er einige Stunden zuvor bereits mit Frank Rio gehabt hatte, die Türen seines Restaurants trotz seiner Trauer um Capone, seinen besten Freund, wieder geöffnet, wie es dessen Leutnant verlangt hatte.

Der Unbekannte hatte in freundschaftlichster Weise Klines Arm genommen. Er trug schwarze Kleidung, die mit seinem schwarzen Bart gut harmonierte.
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Die Gespenster – Vierter Teil – 25. Erzählung

Die Gespenster
Kurze Erzählungen aus dem Reich der Wahrheit von Samuel Christoph Wagener
Allen guten Schwärmern, welchen es mit dem Bekämpfen und Ablegen beunruhigender Vorurteile in Absicht des Geisterwesens ernst ist, liebevoll gewidmet von dem Erzähler Friedrich Maurer aus dem Jahr 1798
Vierter Teil

Fünfundzwanzigste Erzählung

Austreibung des Teufels aus sechs besessenen Mädchen zu Verona

Ich musste am 26. Juli 1785 bei der Rückreise von Bologna einiger Aufträge wegen einen Tag in Verona verweilen. Da ich biesen Ort schon im Dezember 1784 gesehen hatte, so war meine Neugierde bereits befriedigt. Herr W., ein junger polnischer Arzt, dessen Bekanntschaft ich schon damals gemacht hatte, sagte mir, als er mich nach einer halbstündigen vergnügten Unterhaltung schon wieder verlassen wollte, und ich ihm zuredete, länger zu bleiben, dass er versprochen habe, einem wundervollen Kampf mit Geistern Weiterlesen

Aus dem Reiche der Phantasie – Heft 2 – Die Totenstadt – 5. Teil

Robert Kraft
Aus dem Reiche der Phantasie
Heft 2
Die Totenstadt
Verlag H. G. Münchmeyer, Dresden, 1901

Die weitere Entwicklung

Für Richard begann nun kein anderes Leben, als wie es Robinson auf seiner weltverlassenen Insel geführt hatte, obgleich er sich noch immer in dem Glauben befand, von allen Erzeugnissen der Kultur in Hülle und Fülle umgeben zu sein. Er musste in allem fast gänzlich von vorn anfangen, als ob er nackt auf die Welt gekommen sei, und er arbeitete denn auch eifrig.

Zunächst musste er sich Feuer verschaffen, denn die Streichhölzer waren zwar getrocknet, aber blieben unbrauchbar. Es gelang ihm, die Patronen des Revolvers, so verrostet dieselben auch waren, zur Entzündung zu bringen. Er öffnete eine Patrone, rieb Weiterlesen

Das unheimliche Buch – Das Gespenst

Das unheimliche Buch
Herausgegeben von Felix Schloemp

Knut Hamsun
Das Gespenst

Mehrere Jahre meiner Kindheit verbrachte ich bei meinem Onkel auf dem Pfarrhof im Nordland. Es war eine harte Zeit für mich, viel Arbeit, viele Prü­gel und selten oder niemals eine Stunde zu Spiel und Ver­gnügen. Da mein Onkel mich so streng hielt, bestand allmäh­lich meine einzige Freude darin, mich zu verstecken und allein zu sein. Hatte ich ausnahmsweise einmal eine freie Stunde, so begab ich mich in den Wald, oder ich ging auf den Kirch­hof und wanderte zwischen Kreuzen und Grabsteinen herum, träumte, dachte und unterhielt mich laut mit mir selbst.

Der Pfarrhof lag ungewöhnlich schön, dicht bei der Glimma, einem breiten Strom mit vielen großen Steinen, dessen Brausen Tag und Nacht, Nacht und Tag ertönte. Die Glimma floss einen Teil des Tags südwärts, den übrigen Teil nord­wärts, je nachdem Flut Weiterlesen