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Der Kurier und der Detektiv – Kapitel 22

Allan Pinkerton
Der Kurier und der Detektiv
Originaltitel: The Expressman and the Detective
Chicago: W. B. Keen, Cooke & Co., 113 and 115 State Street. 1875

Kapitel 22

Am Morgen genoss Jenkintown die Ruhe, die stets auf einen Sturm folgt. Madame Imbert besuchte Mrs. Maroney und fand sie mit starken Kopfschmerzen vor. Sie sagte, sie befürchte, am Vortag zu viel Champagner getrunken zu haben, und glaubte, dass De Forest versucht habe, sie betrunken zu machen. Sie konnte sich nicht vorstellen, warum er das Haus beobachtete. Sie wollte nichts mehr mit ihm zu tun haben, denn sie war sich sicher, dass er ein Werkzeug der Express Company war.

»Und doch«, sagte sie, »dachte ich, er sei ein Mann, der über solche Geschäfte erhaben ist! Ich dachte, er würde es verachten, sich für solche Zwecke zu verkaufen.«
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Deadwood Dick – Der schwarze Reiter der Black Hills – Kapitel 1

Deadwood Dick – Der Prinz der Straße
Oder: Der schwarze Reiter der Black Hills
Von Edward L. Wheeler
Kapitel 1
Der furchtlose Frank kommt zur Rettung

Auf den Plains, etwa auf halber Strecke zwischen Cheyenne und den Black Hills, hatte ein Zug für die Mittagspause angehalten. Es handelte sich dabei allerdings nicht um einen Eisenbahnzug, sondern um eine Reihe weißer, von kräftigen Maultieren gezogener Wagen, die man am treffendsten als Prairie Schooners bezeichnet.

Es waren vier dieser Wagen, die im Kreis um ein Lagerfeuer herum aufgestellt waren. Über dem Feuer wurde ein leckeres Stück Wildbret gebraten. Um das Lagerfeuer herum standen etwa ein Dutzend Männer, alle rau, bärtig und grauhaarig – mit einer Ausnahme. Dieser war ein junger Mann, dessen Alter man getrost auf zwanzig schätzen konnte, so perfekt entwickelt war sein Körperbau und so intelligent sein Gesichtsausdruck. Es gab etwas an ihm, das nicht schön war, und doch hätte man sich Weiterlesen

Eine Reise ins Jahr 2000 – Kapitel 9

William Wallace Cook
Eine Reise ins Jahr 2000

Kapitel 9

Lumleys Erbstück

Lumley benahm sich wie ein Verrückter.

»Endlich!«, rief er und tanzte wild mit der Uhr in der Hand durch den Raum.

»Sir«, sagte der verwirrte Tiburos, »jetzt sind Sie wohl an der Reihe, eine Erklärung abzugeben. Was hat das zu bedeuten?«

»Das ist meine Uhr – meine!«, erklärte Lumley.

»Ihre? Aber ich habe sie seit zehn Jahren!«

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Der Welt-Detektiv – Band 12 – 6. Kapitel

Der Welt-Detektiv Nr. 12
Das Grab im Moor
Verlagshaus für Volksliteratur und Kunst GmbH Berlin

6. Kapitel

Der verräterische Gummiabsatz

Sherlock Holmes und Jonny Buston waren derweil auch nicht untätig gewesen. Mit ungebrochener Energie suchten sie nach dem Rolls-Royce, mit dem in der fraglichen Nacht die drei Toten aus der Leichenhalle geschleppt worden waren.

Bei der Beschattung der übrigen Rolls-Royce-Wagenbesitzer stießen sie auch auf Mr. Jonathan Swifter. Dieser war jedoch von vornherein über jeden Verdacht erhaben. Sherlock Holmes kannte den Mann seit vielen Jahren und war ihm oft begegnet. Dennoch war der Weltdetektiv entschlossen, auch über ihn an Ort und Stelle Erkundigungen einzuziehen.

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Frankenstein 1910

Frankenstein (1910)

Es braucht wohl einen besonders nüchternen Geist, um Thomas Alva Edison nicht zumindest eine Prise Bewunderung entgegenzubringen. Während andere Erfinder mit einer Handvoll Schöpfungen in die Annalen eingehen, scheint es bei Edison mitunter einfacher, all jene Dinge aufzuzählen, die er nicht erfunden oder zumindest zur Vollendung geführt hat. Sein Ruf mag stellenweise überhöht sein, bedenkt man seine Neigung, die Werke anderer unter seinem Namen zu vermarkten. Doch selbst jene Skepsis verblasst angesichts der Tatsache: 1093 Patente – eine Zahl, die für sich spricht.

Schon Kinder verbinden Edison mit der Erfindung der Glühbirne, und Erwachsene erinnern sich an seine Pionierrolle bei der Elektrifizierung und der Tonaufzeichnung. Weniger bekannt bleibt jedoch sein Einfluss auf die frühen Tage des Films, eine Kunst, die er maßgeblich formte.

Im Jahr 1888, kaum dass der Phonograph seinen Triumph gefeiert hatte, begann Edison zusammen mit William K. L. Dickson, einem seiner fähigsten Mitarbeiter, das Geheimnis bewegter Bilder zu entschlüsseln. Inspiriert von Eadweard Muybridges fotografischen Experimenten entwickelten sie eine Technik, die auf schnell aufeinanderfolgenden Fotografien beruhte. Diese Arbeit erforderte nicht nur die Entwicklung eines geeigneten Mediums – damals waren Glasplatten noch Standard –, sondern auch die Konstruktion von Geräten zur Aufnahme und Präsentation dieser Bilder.

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