Führer durch die Sagen- und Märchenwelt des Riesengebirges 27
Max Klose
Führer durch die Sagen- und Märchenwelt des Riesengebirges
Mit zahlreichen Abbildungen aus dem Riesengebirge
Verlag von Brieger & Gilbers. Schweidnitz (Świdnica). 1887.
Überarbeitete Fassung
8. Das Ringsingen
Im Jahre 1553 wurde Goldberg von der Pest verheert. Alle Bürger bis auf sieben erlagen der schrecklichen Krankheit. Diese zogen in feierlicher Prozession auf den Markt zu dem Bild der Dreifaltigkeit und gelobten, an jedem Neujahrsfest auf dem Markte ein Lied zu Gottes Lob und Preis zu singen, dass er sie gnädig vor der tückischen Krankheit bewahrt habe. Was nun die Alten gelobten, das haben die Nachkommen gehalten:
Das Lied ertönt noch heute
An jedem Neujahrsfest.
Und Gott beschützt die Bürger
Von Goldberg vor der Pest.
9. Wallenstein zu Goldberg
Als Wallenstein auf dem Gymnasium zu Goldberg seine erste Ausbildung genoss, zeigte er sich schon stolz und herrisch. Seine Mitschüler mieden ihn und von seinen Lehrern war ihm namentlich der Lehrer Fechner abhold, von dem er mehrfache Züchtigungen erfuhr. Einst soll Wallenstein unter einem Baum bei dem Gymnasium eingeschlafen sein, als die anderen Schüler sich belustigten. Dort hatte er einen sonderbaren Traum. Die Bäume verneigten sich vor ihm bis zur Erde und die Steine wichen erschreckt vor ihm zurück.
Al Capone – Band 30
Al Capone
Band 30
Al Capone rettet seinen Feind
1. Kapitel
Eine aufregende Flucht
Unsere Leser erinnern sich: Im letzten Augenblick gelang es Ed Weller, Eveline, die Tochter des Bankiers Ahrens, davor zu bewahren, ihren Vater zu erschießen. Durch eine Luke in der Decke des großen Zimmers im Roten Haus waren die drei mit Hilfe von Miss Dynamit in das obere Stockwerk entkommen.
Währenddessen durchfegten buchstäblich unten die Kugeln der Gangster den Sitzungssaal. Sie hatten die dünne Wand durchschlagen. Wären unsere vier Helden noch unten im Zimmer gewesen, dann wäre es ihnen schlecht ergangen.
Der Bankier lag nun oben auf dem Fußboden; nur sein Gesicht, von der Gummimaske befreit, bewegte sich.
Der Detektiv – Band 30 – Die Matsoa-Spinne – Kapitel 3
Walter Kabel
Der Detektiv
Band 30
Kriminalerzählungen, Verlag moderner Lektüre GmbH, Berlin, 1920
Die Matsoa-Spine
3. Kapitel
Ein seltsamer Handel
Meine Augen konnten nun die Umgebung mit allen Einzelheiten erfassen.
Es handelte sich um einen niedrigen, mit rohen Brettern ausgeschlagenen quadratischen Raum von etwa fünf Metern Seitenlänge. Durch ein viereckiges Loch in der Decke führte eine schmale Holzstiege hinab. Ein Tisch, drei Holzstühle, ein Bambussessel, der bereits erwähnte Schrank und ein Bett hinter einem hohen Wandschirm bildeten die Einrichtung.
Der mysteriöse Doktor Cornelius – Band 1 – Episode 6 – Kapitel 5
Gustave Le Rouge
Der mysteriöse Doktor Cornelius
La Maison du Livre, Paris, 1912 – 1913
Sechste Episode
Die Ritter des Chloroform
Fünftes Kapitel
Der Rat der Lords
Am Abend jenes Tages, an dem die dramatische Verhaftung im Lunatic Asylum stattgefunden hatte, wartete Doktor Cornelius fieberhaft auf seinen Bruder Fritz und den falschen Joë Dorgan, den finsteren Baruch, die er telefonisch benachrichtigt hatte.
Zu dritt bildeten sie den großen leitenden Rat der Roten Hand. Es war notwendig, dass das zynische Trio seine Sitzung abhielt, da ein gefährlicher Kampf bevorstand und Gegner aus allen Richtungen auftauchten, die es zu fürchten galt.
Waldmärchen Band 1 – Freund Rabe
M. Friedrichsen
Waldmärchen Band 1
Illustriert von Georg Hinke
Jugend-Verlag Charlottenburg. 1913
Freund Rabe
In einem kleinen, armseligen Dorf standen nur wenige niedrige, mit Stroh gedeckte Hütten. Die Armut kennzeichnete fast alle von ihnen. Der größte Reichtum des Dorfes war seine große Kinderschar. Mit bloßen Füßen und dürftigen Röcken tummelten sie sich an diesem schönen Sommertag lustig auf der Dorfstraße herum.
Die Sonne schien hell, die Vögel zwitscherten und jubelten mit den Kindern um die Wette. Überall war fröhliches Leben zu sehen; nur ein kleines Mädchen saß einsam vor der verschlossenen Tür eines Häuschens und weinte bitterlich. Es war die arme Kathi, die in kurzer Zeit Vater und Mutter verloren hatte.
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