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Der Kurier und der Detektiv – Kapitel 26

Allan Pinkerton
Der Kurier und der Detektiv
Originaltitel: The Expressman and the Detective
Chicago: W. B. Keen, Cooke & Co., 113 and 115 State Street. 1875

Kapitel 26

Am 27. Januar hatte ich einen sehr arbeitsreichen Tag, und unter zahlreichen anderen Paketen gab es vier, die meine Aufmerksamkeit erregten: eines für Charleston, South Carolina, über 2500 Dollar und drei für Augusta, Georgia, über 30.000, 5.000 beziehungsweise 2500 Dollar. Chase sollte am Morgen auf Tour gehen, und das war der Moment zum Handeln. Ich besorgte mir einen alten Koffer, der im Büro herumlag, und packte ihn voll mit verschiedenen Gegenständen, darunter vier Kisten Zigarren. Früh am Morgen war ich bereits im Büro. Chase kam bald herein, zog seinen Safe an den Schalter und begann, die auf dem Frachtbrief vermerkten Pakete abzuhaken, während ich sie aufrief und in den Beutel legte. Hätte er die Firmenvorschriften befolgt, hätte er jedes Paket einzeln in die Hand nehmen und in den Beutel legen müssen, aber er erlaubte mir leichtfertig, die Beträge aufzurufen und die Pakete selbst zu Weiterlesen

Expedition ins Ewige Eis: Wo die Mythen lebendig werden

Expedition ins Ewige Eis: Wo die Mythen lebendig werden

Grönland ist nicht bloß die größte Insel der Erde – es ist ein Grenzland. Hier, wo der Permafrost die Zeit konserviert und das Nordlicht wie flüssiges Magie-Feuer über den Himmel tanzt, ist die Membran zwischen unserer Welt und dem Jenseits so hauchdünn wie das erste Eis im September. In der endlosen arktischen Nacht, in der der Wind nicht bloß weht, sondern in vergessenen Dialekten flüstert, haben die Inuit eine Mythologie gewoben, die so unerbittlich und faszinierend ist wie die Gletscher selbst.

Willkommen in der Welt der Geister und Monstren. Wir werfen einen ersten Blick hinter den Schleier des grönländischen Schreckens.

Sassuma Arnaa: Die Herrin der Abgründe

Sie ist die unangefochtene Regentin des Nordatlantiks. Während wir sie im Rest der Welt oft als Sedna kennen, nennen die Grönländer sie ehrfurchtsvoll Sassuma Arnaa – die Mutter des Meeres.

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Der Detektiv – Band 31 – Eine leere Streichholzschachtel – Teil 3

Walter Kabel
Der Detektiv
Band 31
Kriminalerzählungen, Verlag moderner Lektüre GmbH, Berlin, 1920
Eine leere Streichholzschachtel – Teil 3

Der Speisesaal in Boorstettens Marmorpalais beherbergte am nächsten Abend eine Gesellschaft von zwölf Herren. Die Stimmung bei Tisch war von vornherein dank Harsts glänzender Laune und dank Rechtsanwalt Templeteys beißendem Witz die allerbeste. Templeteys Nase glühte in allen Farben. Er liebte einen guten Tropfen. Außer dem Advokaten, Hauptmann Plavarston und uns waren noch ein paar Großkaufleute und vier ältere Offiziere der Garnison Singapur anwesend.

Harst saß links neben Boorstetten. Ihnen gegenüber hatten Templetey, ich und Plavarston ihre Plätze. Plavarston war ein stattlicher, hübscher Mann. Ich schätzte ihn auf kaum dreißig Jahre. Er und Advokat Templetey schienen sich nicht zu lieben. Wenn sie miteinander sprachen, geschah es stets in spitzen, ironischen Redewendungen. Plavarston hielt sehr viel auf sein Weiterlesen

Der mysteriöse Doktor Cornelius – Band 2 – Episode 7 – Kapitel 4

Gustave Le Rouge
Der mysteriöse Doktor Cornelius
Band 2

Siebente Episode
Ein Drama in der Irrenanstalt
Viertes Kapitel
Das Mahl der Kaimane

Während Baruch an Bord der ARKANSAS blieb, war Andrée de Maubreuil, ohne sich dessen bewusst zu sein, einer Art Suggestion ausgesetzt und von einem Unbehagen geplagt, das fast schon Angst war. Sobald der Bandit und seine beiden Komplizen das Schiff verlassen hatten, verspürte sie, ohne den Grund dafür zu verstehen, eine sofortige Erleichterung. Sie atmete auf, als wäre sie plötzlich von einer drückenden Last befreit worden. Die Nacht verlief für sie sehr ruhig in der Kabine, die sie sich mit Frédérique teilte und die, ohne luxuriös zu sein, doch ausreichend Komfort bot.

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Das schwarze Schiff – Kapitel 12

Beadle’s Half Dim Library
John S. Warner
Das schwarze Schiff
Kapitel 12

Ende gut, alles gut

»Oh, Mutter, wann wird diese grausame Trennung endlich ein Ende haben? Wann werde ich das Gesicht meines Ehemannes wiedersehen, der mir so lange vorenthalten wurde?«, sagte die verzweifelte Clara an jenem herrlichen Frühlingstag zu ihrer Mutter.

»Hab Geduld, meine Tochter. Zu Gottes Zeit wird alles gut werden und die Wolken, die so schwer auf deinem Gemüt lasten, werden gewiss vorüberziehen. Vertraue auf Ihn, der alles wohlbedacht fügt. Aber komm, du musst dich aufraffen. Du darfst die unten versammelte Gesellschaft nicht sehen lassen, wie mutlos du bist. Hast du alles für das Lebende Bild vorbereitet?«

»Ja, Mutter, aber eigentlich verabscheue ich diese Albernheit.«
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