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Sagen und alte Geschichten der Mark Brandenburg 67

Das Wunderblut zu Wilsnack

In der Prignitz lebte im Jahre 1383 ein Edelmann namens Heinrich von Bülow; dieser brannte auf feindselige Weise elf Dörfer in der Prignitz nieder und zerstörte sie, darunter auch das damalige Dorf Wilsnack. In jenem Dorf brannte die Kirche mit allem Inhalt vollständig ab. Der Pfarrer von Wilsnack, Herr Johannes, hatte damals drei Hostien für die Krankenkommunion eigens in der Kirche aufbewahrt.

In der Nacht nach dem Brand, als er gerade schlief, hörte er plötzlich eine Stimme rufen: »Steh auf, Johannes, und bereite dich darauf vor, am Altar der abgebrannten Kirche die Messe zu lesen!«

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Aus den Geheimakten des Welt-Detektivs – Band 10 – 11. Kapitel

Aus den Geheimakten des Weltdetektivs
Band 10
Der Mann mit den sieben Frauen
11. Kapitel
Wiedergefunden

Sherlock Holmes eilte, sobald er das Schloss wieder betreten hatte, ins Turmzimmer hinauf.

Die bleiche Frau, die er aus den Klauen Dungraves gerettet hatte, kam ihm wankend entgegen. Er umfing die Unglückliche und brachte sie zuerst hinaus auf die Galerie, damit sie frische Luft atmen konnte – seit vier Jahren war ihr das nicht mehr gelungen.

Der Detektiv musste sie stützen und führen und gelangte so mit ihr in den Bodenraum.

Hier kam ihm Harry Taxon erregt entgegen.

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Al Capone – Band 34

Al Capone
Band 34
Erpressung!

1. Kapitel
Ein Erpresserbrief

Am Ende des vorigen Heftes befanden wir uns in der Opiumhöhle des Chinesen Chan-Shey, in der Dorothy Mac-Swigging mit ihrem ihr am selben Tage angetrauten Gatten Percy versteckt werden sollte. Moran und Drucci, die mit einigen Komplizen die Überwältigung und Entführung des jungen Ehepaares ausgeführt hatten, wandten sich nun an den Chinesen.

»Na, wie geht das Geschäft?«, fragte Moran Chan-Shey.

»Glänzend!«, antwortete der Chinese, sich die Hände reibend, als er an die Hundertausende von Dollar dachte, die er in einem sicheren Versteck verborgen hatte; aber es schien ihm nun, dass er zu große Freude gezeigt habe, da doch der Leichnam von Weiterlesen

Des Teufels Reise durch einen Teil des Protestantismus 08

Des Teufels Reise durch einen Teil des Protestantismus
Aufzeichnungen einer hochgestellten Person
Verlag von Wilhelm Jurany. Leipzig. 1847

»Schwerlich«, antwortete Herr H. und zuckte mit den Achseln.

»Warum nicht«, fragte Satanas mehr als erstaunt, diesen Zweifel an seinem getreuen Sohn zu bemerken.

»Unter den großen Herren haben wir noch zu viele, die gern reden und darum auch zu viel reden«, bemerkte Herr H. »Man kann heute kaum noch zu Menschen reden, ohne ihnen etwas versprechen zu müssen. Versprechungen sind das einzige Palliativ für manche Wunder. Aber kann man wohl etwas versprechen, ohne sich selbst dabei zu versprechen? Ach, ich will schweigen, denn hierin sitzt eben das böse Geschwür, welches nicht so leicht und nicht so schnell zu heilen ist und für welches wir noch nicht den rechten Arzt haben. Denn unsere Ärzte scheinen es noch gar nicht zu wissen und auch kein Kapitel in ihrer Arzneiwissenschaft zu haben, dass unter allen Krankheiten die Maulkrankheiten die gefährlichsten sind.«

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Das Astoria-Abenteuer – Teil 5

Max Felde
Das Astoria-Abenteuer
Nach den zeitgenössischen Aufzeichnungen von Washington Irving erzählt
Illustriert von L. Berwald
Union Deutsche Verlagsgesellschaft, Stuttgart, Berlin, Leipzig. Stuttgart, Berlin, Leipzig. 1912

Widerwärtigkeiten – Besorgnisse – Der Beginn einer großen Leidensgeschichte

Mr. Hunt war herzlich froh, als sich die Arikara endlich verabschiedeten. Er trieb dann aus Vorsicht so sehr zur Eile, dass manche der Jäger, die sich nicht zum Besten beritten fühlten, gar sehr brummten; aber man legte so an diesem Tage noch zwanzig Meilen zurück. Der Weg führte über mehrere Nebenflüsse des Missouri und über unermessliche, von Bäumen gänzlich entblößte Prärien. Diese großen Grassteppen hatten inzwischen von ihrem frischgrünen Anblick wieder erheblich eingebüßt, denn man befand sich jetzt so ziemlich im Scheitel des Sommers. Die Reisenden hätten bei diesen oft ganz nackten Ebenen unfehlbar erliegen müssen, wenn nicht den Tag über ein stetig wehender Wind, der von den fernen Gebirgen herüberzog, ihre Stirnen gekühlt und sie so einigermaßen erfrischt hätte.

Gleichwohl wurde Ramsay Crooks schon in den ersten Tagen derart von Unwohlsein befallen, dass er nicht mehr zu Pferde Weiterlesen