Mörder und Gespenster – Band 1 – 12. Teil
August Lewald
Mörder und Gespenster
Band 1
Der Erbe des Teufels
Kapitel 2
So vergingen seine Tage und er wurde alt und schwach. Denn bei seiner Lebensweise sind achtundsechzig Jahre ein sogenanntes schönes Alter – nur nicht für den, der es erreicht hat. Er ging in sich, überdachte seinen langen Lebenslauf, sah, was er getan und gewirkt hatte, und war damit zufrieden. Daraufhin beschloss er, seine apostolischen Arbeiten zu beenden und sich mit den hunderttausend Talern, die er sich im Schweiße seines Angesichts wohlverdient hatte, in Ruhe zu setzen. Anschließend wollte er nur noch Damen des vornehmsten Standes mit seinem frommen Eifer beistehen. Dies erregte den Neid aller anderen so sehr, dass trotz der besten Bemühungen sehr tüchtiger junger Geistlicher allgemein behauptet wurde, dass keiner von ihnen imstande Weiterlesen
Slatermans Westernkurier – Ausgabe 09/2025
Auf ein Wort, Stranger, lass uns heute über den Tag des Zorns in Utah reden.
In diesem Monat jährt sich zum 186. Mal jener Tag, der in Utah als Tag des Zorns und der Trauer bezeichnet wird und dessen Ereignisse auch heute noch wie ein Damoklesschwert über dem Bundesstaat, den Mormonen und ihrer Kirche hängen. Denn am 11. September 1857 griffen fünfzig bis sechzig bibelfanatische Männer der Mormonenmiliz zusammen mit skalplüsternen Paiute einen Auswanderertreck mit mehr als einhundertzwanzig unbewaffneten Siedlern in einem lieblichen Bergtal namens Mountain Meadows an. Die Siedler waren nur auf der Durchreise nach Kalifornien und wurden im wahrsten Sinne des Wortes wie Vieh abgeschlachtet. Es wurden nur Kinder bis sechs Jahre am Leben gelassen, da diese nach Ansicht der Mörder die Ereignisse nicht verstehen konnten und aufgrund ihres Alters bei den Behörden auch nicht als glaubhafte Zeugen galten. Diese 17 Kinder wurden später alle in bibeltreue Mormonenfamilien integriert, wo sie lernten, zu schweigen und zu vergessen. Dieser Tag, der als das Mountain-Meadows-Massaker in die Geschichte einging, wird noch heute von der Kirche der Mormonen und auch von vielen Amerikanern – außer den Nachkommen der Opfer und deren Angehörigen – bagatellisiert.
Der Kurier und der Detektiv – Kapitel 22
Allan Pinkerton
Der Kurier und der Detektiv
Originaltitel: The Expressman and the Detective
Chicago: W. B. Keen, Cooke & Co., 113 and 115 State Street. 1875
Kapitel 22
Am Morgen genoss Jenkintown die Ruhe, die stets auf einen Sturm folgt. Madame Imbert besuchte Mrs. Maroney und fand sie mit starken Kopfschmerzen vor. Sie sagte, sie befürchte, am Vortag zu viel Champagner getrunken zu haben, und glaubte, dass De Forest versucht habe, sie betrunken zu machen. Sie konnte sich nicht vorstellen, warum er das Haus beobachtete. Sie wollte nichts mehr mit ihm zu tun haben, denn sie war sich sicher, dass er ein Werkzeug der Express Company war.
»Und doch«, sagte sie, »dachte ich, er sei ein Mann, der über solche Geschäfte erhaben ist! Ich dachte, er würde es verachten, sich für solche Zwecke zu verkaufen.«
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Deadwood Dick – Der schwarze Reiter der Black Hills – Kapitel 1
Deadwood Dick – Der Prinz der Straße
Oder: Der schwarze Reiter der Black Hills
Von Edward L. Wheeler
Kapitel 1
Der furchtlose Frank kommt zur Rettung
Auf den Plains, etwa auf halber Strecke zwischen Cheyenne und den Black Hills, hatte ein Zug für die Mittagspause angehalten. Es handelte sich dabei allerdings nicht um einen Eisenbahnzug, sondern um eine Reihe weißer, von kräftigen Maultieren gezogener Wagen, die man am treffendsten als Prairie Schooners bezeichnet.
Es waren vier dieser Wagen, die im Kreis um ein Lagerfeuer herum aufgestellt waren. Über dem Feuer wurde ein leckeres Stück Wildbret gebraten. Um das Lagerfeuer herum standen etwa ein Dutzend Männer, alle rau, bärtig und grauhaarig – mit einer Ausnahme. Dieser war ein junger Mann, dessen Alter man getrost auf zwanzig schätzen konnte, so perfekt entwickelt war sein Körperbau und so intelligent sein Gesichtsausdruck. Es gab etwas an ihm, das nicht schön war, und doch hätte man sich Weiterlesen
Eine Reise ins Jahr 2000 – Kapitel 9
William Wallace Cook
Eine Reise ins Jahr 2000
Kapitel 9
Lumleys Erbstück
Lumley benahm sich wie ein Verrückter.
»Endlich!«, rief er und tanzte wild mit der Uhr in der Hand durch den Raum.
»Sir«, sagte der verwirrte Tiburos, »jetzt sind Sie wohl an der Reihe, eine Erklärung abzugeben. Was hat das zu bedeuten?«
»Das ist meine Uhr – meine!«, erklärte Lumley.
»Ihre? Aber ich habe sie seit zehn Jahren!«
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