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Al Capone – Band 36

Al Capone
Band 36
Capone vor dem Richter

1. Kapitel
Ronny schwört einen Meineid

Die Verhandlung in dem Prozess wegen der Ermordung Dion O’Banions ist auf dem Höhepunkt angelangt. Nachdem als Zeugen die Witwe Dion O’Banions und deren Bruder Ronny ihre Aussagen gemacht hatten, bat Hauptmann Shoemaker um die Erlaubnis, an den Zeugen Ronny Curie noch ein paar Fragen stellen zu dürfen.

Der Vorsitzende willfahrte seinem Wunsch, und der Polizeichef wandte sich nun an Ronny Curie und sagte: »Wenn Sie derjenige gewesen sind, der die Ermordung von Dion O’Banion zuerst entdeckt hat, wie kommt es dann, dass Sie nicht da waren, als Polizei und Coroner am Tatort eintrafen, um den Leichnam fortzuschaffen und die ersten Untersuchungen in die Wege zu leiten?«

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Der mysteriöse Doktor Cornelius – Band 2 – Episode 7 – Kapitel 5

Gustave Le Rouge
Der mysteriöse Doktor Cornelius
Band 2

Siebente Episode
Ein Drama in der Irrenanstalt
Fünftes Kapitel
Die Unterschrift

Oscar Tournesol hatte trotz des ihm unterbreiteten Angebots abgelehnt, seine Freunde auf ihrer Reise nach Saint Louis und New Orleans zu begleiten. Der Bucklige hatte seine eigenen Pläne. Mit seiner Unabhängigkeit und Hartnäckigkeit, die seine herausragenden Eigenschaften waren, war er zu dem Schluss gekommen, dass man bisher nicht die besten Mittel eingesetzt hatte, um Herrn Bondonnat aufzuspüren. Seiner Meinung nach hätte man sich der Vereinigung Main Rouge anschließen müssen, und er war überzeugt, dass nur so ein Ergebnis erzielt werden könnte. Er nahm sich daher vor, die Unterwelt von New York zu erkunden und um jeden Preis einen der Gangster kennenzulernen.

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Der Detektiv – Band 31 – Der Schatz der »Christine« – Teil 1

Walter Kabel
Der Detektiv
Band 31
Kriminalerzählungen, Verlag moderner Lektüre GmbH, Berlin, 1920
Der Schatz der »Christine« – Teil 1

Im Speisesaal des Raffles-Hotels in Singapur spielte die ungarische Kapelle gerade den Walzer »Wenn die Liebe stirbt«. Harald Harst summte die Melodie leise mit. Dann sagte er ganz unvermittelt zu mir: »Was meinst du zu einem Abstecher hinüber zur Insel Borneo? Es gibt dort die berüchtigten Dayaks, die Kopfjäger und manches andere Interessante. Eine Expedition ins Innere könnte mich reizen.«

Er wollte noch mehr hinzufügen, doch der Kellner brachte gerade den zweiten Gang des Dinners, und Harst machte auf dem Tisch etwas Platz für die Platte mit den gebratenen jungen Hühnchen. Dann sprach er weiter über Borneo.

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Detektiv Nobodys Erlebnisse und Reiseabenteuer Band 1 – Teil 19

Detektiv Nobodys Erlebnisse und Reiseabenteuer
Nach seinen Tagebüchern bearbeitet von Robert Kraft
Band 1
Kapitel 3, Teil 4

Allzeit voran! – das war das Losungswort schon des Knaben gewesen, den eine gütige Natur ver­schwenderisch mit allen Gaben gesegnet hatte, die sie nur einem Menschen verleihen kann, mit Kraft und Geist, mit Gesundheit und Schönheit. Aber sol­che Gaben können auch gefährlich werden.

Paul – dieser Vorname möge genügen – war der späte Sprössling eines hohen Geistlichen, nicht nur eines Pastors, und wenn der alte Vater stolz auf seinen so aufgeweckten Jungen war, so blickte der erfahrene Mann doch auch mit bangen Augen in die Zukunft des sich körperlich und geistig gar zu schnell entwickelnden Knaben, welcher, während seine gleichaltrigen Kameraden verächtlich von den Mädchen sprachen und deswegen nicht mit ihnen spielen wollten, schon ganz toll hinter diesen her war.

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Lisanne Surborg – Nachtlügen

Lisanne Surborg
Nachtlügen

Sie leben unter uns! Nachtalben – Geschöpfe, deren Lebenselixier die Träume der Normalsterblichen sind. Doch zwischen den spitzohrigen Gesellen aus den Sagen und Legenden und den wahren Nachtalben bestehen fundamentale Unterschiede. Keine Koboldkrallen, die Halt im Rücken unbescholtener Schlafender finden, um ihnen das Grausen zu lehren; ebenso wenig wie feinstoffliche Wesen, die durch Türritzen oder Schlüssellöcher an die Ziele ihrer – Verzeihung – Träume gelangen.

Eigentlich sehen Nachtalben aus wie du und ich. Oder wie die junge Isra, die abends im Varieté kellnert (plumpe Anmachsprüche und Konsorten inklusive), um danach in die Wohnungen und Häuser von ihr ausgesuchter Individuen zu schleichen. Dort entwendet sie ihnen die Träume und tauscht sie gegen Albträume aus, deren Herzstücke aus den schlimmsten Ängsten und übelsten Befürchtungen der Leidtragenden bestehen. Sind die Nachtalben der Gegenwart also doch intrigante Sadisten? Mitnichten. Was für den Fisch das Wasser, ist für den Alb der Traum. Er selbst ist nicht fähig, selbige aus eigener Kraft zu erzeugen, benötigt sie aber, um nicht dem Wahnsinn zu erliegen. Traummanipulation bezeichnet es die weit gefächerte Weiterlesen