Dämonische Reisen in alle Welt – Kapitel X, Teil 3
Johann Konrad Friederich
Dämonische Reisen in alle Welt
Nach einem französischen Manuskript bearbeitet, 1847.
Kapitel X, Teil 3
»Meine Herren, wissen Sie etwas Neues?«, rief in diesem Augenblick ein eintretender Kaffeegast den Anwesenden zu. »Soeben ist die Nachricht angekommen, dass sich ein furchtbares Unglück auf der Nordbahn zwischen Paris und Lille zugetragen hat. Ein Zug von dreißig Wagen ist von einem zwanzig Meter hohen Damm in tiefes Wasser hinabgestürzt; mehrere hundert Reisende sind ertrunken.«
Alle Anwesenden gaben Zeichen und Laute des Entsetzens von sich.
»So arg ist es gerade nicht«, murmelte Asmodi, »aber doch noch immer arg genug.«
»Haben Sie nähere Nachrichten?«, fragte der eben Eingetretene.
Mörder und Gespenster – Band 1 – 22. Teil
August Lewald
Mörder und Gespenster
Band 1
Der Muttermörder
Kapitel 3
Am Abend desselben Tages blicken wir in das elende Kämmerchen, in dem die alte Frau Walter wohnt. In ihrem eigenen Bett, das die Grausamkeit des Sohnes ihr nicht hatte vorenthalten können und das noch von besseren Tagen zeugt, liegt die alte Frau. Sie atmet schwer und scheint bereit, jeden Augenblick vor ihren höheren Richter zu treten. Neben ihr auf einem Schemel sitzt das junge Mädchen, das sich ungefragt ihrer Pflege angenommen hat. Als elternlose Waise hatte sie schon seit einigen Jahren im Ort gedient. Da sie gerade ohne Stelle war, weihte sich das gute Geschöpf dieser freiwilligen Aufgabe. Sie verwandte ihr weniges Erspartes gern dazu, das Leid der Greisin zu lindern, der sie wie ein hilfreicher Engel erschienen war. Von ihrer eigenen Herkunft wusste sie nichts; sie war ein ausgesetztes Kind, das eine Bäuerin gefunden und dem Waisenhaus übergeben hatte.
Varney, der Vampir – Kapitel 63
Thomas Preskett Prest
Varney, der Vampir
oder: Das Blutfest
Ursprünglich als penny dreadful von 1845 bis 1847 veröffentlicht, als es zum ersten Mal in Buchform erschien, ist Varney, der Vampir ein Vorläufer von Vampirgeschichten wie Dracula, die es stark beeinflusst hat.
Kapitel 63
Die Gäste im Gasthof und die Geschichte vom toten Onkel
Wie Herr Marchdale – der dem Leser nun in seinem wahren Licht als Vertrauter und Helfershelfer von Sir Francis Varney erscheint – bereits zutreffend dargelegt hatte, war an jenem Abend eine neugierige und schwatzhafte Gesellschaft in jener Schenke zusammengekommen, in der sich jene schrecklichen Ereignisse abgespielt hatten, die wir bereits in aller Ausführlichkeit geschildert haben.
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Die Abenteuer des Harry Dickson – Band 2 – Kapitel 4
Die Abenteuer des Harry Dickson
Band 2
Das verrufene Hotel in Kairo
Kapitel 4
Die Verhaftung
Zur großen Überraschung Harry Dicksons und zum unverkennbaren Entsetzen Mr. Bakers stellte sich heraus, dass Ali Pascha persönlich, der Polizeichef von Kairo, in Begleitung von vier bewaffneten Beamten erschienen war.
»Wo steckt Mr. Baker?«, herrschte Ali Pascha den Lehrling in barschem Ton an. Der Junge starrte fassungslos auf das Aufgebot der Gesetzeshüter.
»Er ist in seinem Arbeitszimmer; er hat Besuch«, stammelte er.
»Rufen Sie ihn sofort!«
Wie schmeckt das Blut von Dracula (1970)

Wie schmeckt das Blut von Dracula (1970)
Der vierte Teil der Hammer-Dracula-Reihe markiert das Kinodebüt von Regisseur Peter Sasdy. Die vorliegende Kritik untersucht das Spannungsfeld zwischen Sasdys atmosphärischer Inszenierung und den strukturellen Defiziten im Drehbuch von John Elder. Im Fokus stehen dabei die detaillierte Charakterzeichnung der ersten Filmhälfte sowie die zunehmende Marginalisierung der Titelfigur innerhalb der etablierten Studio-Formel.
Wie schmeckt das Blut von Dracula ist der vierte Teil der legendären Hammer-Reihe, kann sich jedoch kaum mit der Qualität des Originals Dracula (1958) messen. Er stellt zwar eine Steigerung gegenüber dem schwachen Vorgänger Draculas Rückkehr dar, leidet aber massiv unter dessen übernommenen Mängeln. Dennoch repräsentiert das Werk wohl das Beste, was man innerhalb der engen Grenzen der Hammer-Formel und der recht starren Vorstellung des Studios vom Dracula-Mythos erwarten kann.
Das Werk profitiert spürbar von der Regie Peter Sasdys und – wie gewohnt – von der charismatischen Präsenz Christopher Lees. Das Drehbuch von John Elder lässt beiden jedoch kaum Spielraum. Elder (eigentlich Hammer-Produzent Anthony Hinds) leistete immerhin bewundernswerte Arbeit dabei, das bizarre Ende des Vorgängerfilms schlüssig mit der neuen Geschichte zu verknüpfen.
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