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Storys

Rot und vorbei

Vorbei.
Bis vor wenigen Wochen verlief ihr Leben in geordneten Bahnen, doch nun war es vorbei. Obwohl sie es gehasst hatte, als sie noch Teil des täglichen Trotts war, sehnte sie ihn nun herbei.
Jeden Morgen der gleiche Ablauf; Wecker klingeln, Morgendusche, Zähneputzen, Kaffee kochen, Frisieren, Ankleiden, Kaffee trinken und dann fast in Panik geraten, dass man den Morgenbus verpasst.

Im Bus dann das übliche Geplänkel, die Morgennachrichten, Tipps zur Kindererziehung oder Kochvorschläge wurden ausgetauscht. Aussteigen, Stechkarte herauskramen und los ging Weiterlesen →

Die im Schatten sterben wollten

Die im Schatten sterben wollten

Kreischend sprang der halb nackte Sioux-Krieger auf den Soldaten zu. Der Wilde schwang den Tomahawk und war fest entschlossen, seinem Gegner den Schädel zu spalten.

Lieutenant Thomas Morgan wirbelte herum, legte den Revolver an und drückte ab. Die Kugel zerfetzte die rechte Schädelseite des Angreifers, der nach einem spektakulären Salto auf den sandigen Boden stürzte und mit verdrehten Gliedern liegen blieb.

Keuchend und am ganzen Leib zitternd wandte sich der Offizier von dem grässlichen Anblick des Toten ab und sah bereits den nächsten Feind auf sich zu rennen. Erneut legte er an und betätigte den Abzug. Jedoch löste sich diesmal kein Schuss. Verdammt, die Trommel ist leer, dachte er verzweifelt und wich in letzter Sekunde dem tödlichen Hieb des bemalten Sioux-Kriegers aus. Er schleuderte das nutzlose Schießeisen zur Seite und zog den Säbel, der Weiterlesen →

Das Treffen

Das Schneetreiben wurde immer dichter. Berta und Kurt Siebrecht stapften mit den Füßen auf und klopften sich den Schnee von den Jacken. Schon die paar Meter vom Parkplatz hoch zu der einsam gelegenen Skihütte hatten gereicht, sie gänzlich mit der pulvrigen, weißen Masse zu bedecken. Sie betraten den kleinen Windfang, der nur durch eine Schiebetür von dem großen Wohnraum abgetrennt war. Der Durchgang war offen. Im Kamin am anderen Ende des Zimmers brannte bereits ein gemütliches Feuer. Aus der angrenzenden Küche drangen das Klappern von Besteck und das Klirren von Gläsern. Carolin, Bertas Schwester, war also schon hier. Die beiden Neuankömmlinge zogen ihre schweren Jacken, die Stiefel und die Handschuhe aus, um die Garderobe damit zu bestücken.

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Das Horrorhaus

Die ursprüngliche Version wurde erstmals in dem Kurzgeschichtenband Motel des Grauens, erschienen im Engelsdorfer Verlag Leipzig veröffentlicht.

»In einer Minute bist du auf Sendung!«, rief Peter David aus dem silbergrauen Bus mit der Aufschrift GBS.

Morten Eckberg richtete sich die Krawatte, prüfte den perfekten Sitz des Ohrenstöpsels und strich sich durch die Haare, wobei die mühevolle Arbeit der Maskenbildnerin mit einem Schlag zu Nichte gemacht wurde.

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Schmuck und Rache – Eine Ashilfas-Geschichte

Schmuck und Rache
Eine Ashilfas-Geschichte

Gelangweilt schaute Rish durch das schmierige Glas des Fensters nach draußen. Das Warten zwischen einem vergangenen und dem neuen Auftrag zog sich jedes Mal mehr in die Länge. Aber was wunderte sie sich. Die wirtschaftliche Lage in der kleinen Stadt Reikward hatte sich in den letzten Jahren immer mehr verschlechtert und bei niemandem saß das Gold noch locker in der Tasche.

Die Diebin nahm einen tiefen Schluck aus ihrem Humpen. Seit mehreren Wochen lungerte sie im Rostigen Ochsen herum, der schmuddeligsten Schenke im ganzen Hafen, und wartete auf Kundschaft. Gewöhnlich schaffte es nicht einmal die verrufene Gegend, in der das Gasthaus lag, zahlungswillige Interessenten von einem Besuch ab zu schrecken. Auch nicht die in der Hafengegend üblichen Überfälle und Morde.
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