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Storys

Im fernen Westen – Sioux-Kit 8

Sioux -Kit
Kapitel 8

»Siehst Du? Du wirst nun nicht mehr entfliehen, Vater, nicht wahr?«, sagte der alte Indianer zu Hogg, als er ihn und die seinen zu dem Tipi führte und ihnen zu verstehen gab, dass es für sie errichtet worden sei. Dann ließ er sie allein, denn sie hatten sich ja notgedrungen so viel zu erzählen von ihren gegenseitigen Schicksalen und Erlebnissen. Was Mutter Judith zu erzählen hatte, war freilich nicht viel. Sie und Theo hatten keine Ahnung von dem, was ihrem Gatten und Vater geschehen war. Als sie erwachten und in die Stube traten, fanden sie hier vier Sioux, welche am Feuer saßen und sich ein Frühstück bereiteten. Einer der Krieger erklärte ihnen, dass sie als Gefangene weggeführt werden würden, aber nichts zu befürchten hätten, wenn sie keinen Fluchtversuch machten. Sie waren natürlich bis zum Tode erschrocken und konnten nicht an Widerstand denken. Auf die Frage nach ihrem Gatten erhielt Mutter Judith die kurze Antwort, dass er schon fortgeführt worden und ihm nichts geschehen sei. Sie Weiterlesen →

Im Goldlande Kalifornien 3

Sophie Wörishöffer
Im Goldlande Kalifornien
Fahrten und Schicksale Gold suchender Auswanderer
Zeitgemäß gekürzt von A. Flügel um 1930
Kapitel 1 – Teil 3

»Da steht ja noch ein Haus!«, sagte einer der Soldaten. »Wollen wir es einmal ein wenig durchforschen?«

Er machte einige Schritte vorwärts und blieb dann voll Überraschung stehen. »Meiner Treu!«, rief er, »das Haus ist ja bewohnt!«

Die Übrigen lachten. »Du bist nicht gescheit, Gogol!«

Der Soldat stürmte vorwärts, gefolgt von den übrigen. Die Entdeckung war jetzt unvermeidlich geworden.
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Der Teufel auf Reisen 8

Carl von Kessel
Der Teufel auf Reisen
Erster Band
Ein humoristisch-satirischer Roman aus dem Jahr 1870
Drittes Kapitel – Teil 6
Faust und Gretchen

»Ich bin ruiniert«, murmelte er, »und bei der nächsten  Ultimo-Rechnung bleibt mir nichts anderes übrig, als mir eine Kugel in den Kopf zu schießen oder durchzubrennen. Da ich zu dem Ersteren keine Lust habe, so wollen wir es mit Faust und Gretchen versuchen. Vielleicht reicht sie mir dann ihre Hand, oder tritt später die Ernüchterung ein, nun, so muss der so, so geht es so, mein Genie hat mich bisher ja noch nicht verlassen! Verdammt abenteuerlich ist der Plan, aber habe ich es nicht mit einer ebenso exzentrischen Person zu tun und steht mir dabei nicht eine Weiterlesen →

John Tanner – Das Leben eines Jägers 10

John Tanner
Das Leben eines Jägers
oder
John Tanners Denkwürdigkeiten über seinen 30-jährigen Aufenthalt unter den Indianern Nordamerikas
Erstmals erschienen 1830 in New York, übersetzt von Dr. Karl Andree

Zehntes Kapitel

Nachdem wir uns einige Tage bei den Weißen aufgehalten hatten, reisten wir alle ab, um uns mit den Indianern zu vereinigen. Der Häuptling der Gruppe, welche in drei Hütten wohnte, war Wah-ge-kaut (Krummbein). Die drei besten Jäger hießen Ka-kaik (der kleine Sperber), Meh-ke-nauk (die Schildkröte) und Pah-ke-kun-ne-ga-bo (der sich im Rauch hält). Besonders war zu jener Zeit dieser Letztere ein ganz ausgezeichneter Jäger. Vor Kurzem war ihm zufällig Weiterlesen →

Das Geheimnis des Medizinbeutels – Teil 9

Pava Länta auf der Wolfsjagd

Der Lappe und der Wolf leben wie Hund und Katze. Doch ist dieser Ausdruck noch viel zu zahm, um die erbitterte, hasserfüllte Todfeindschaft richtig zu bezeichnen, die der Lappe gegen das elende Graubein, den »gammal naudi«, den alten Räuber, hegt. Dieser Hass wird dem Lappenjungen schon in seinen frühesten Jahren – sozusagen mit der Muttermilch – von den Eltern eingeflößt, und er schlägt im Verlauf seines mühsamen Lebens durch manche bittere Erfahrung immer tieferer Wurzeln. Der arme Teufel, das stets von Hunger gepeinigte Graubein, ist im Grunde genommen der unschuldige und leidende Teil. Er ist von Natur aus gutmütig wie der treue Hund, zu dessen Stammvätern er gehört. Was kann er dafür, dass ihn Väralden-olmaj, der Gott des Samevolkes, der Hochfjällen, der weiten Heiden und Moore, nicht als Wiederkäuer erschaffen hat? Er ist einmal zum Fleischfressen bestimmt und muss seine Nahrung nehmen, wo er sie findet. Und die Rentiere sind leckere Bissen und geben aus. Wenn er einmal eins erwischt, kann er sich so recht knüppelsatt vollfressen. Das ist zu verführerisch!
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