Im fernen Westen – Feurige Kohlen 1
Die Sonne versank in Dunstwolken hinter dem niedrigen Gestade im Westen des Michigansees und überglühte mit ihren letzten Strahlen dessen breite Fläche, als sich am Bord des Dampfschiffes Abraham Lincoln, welches von Grand Haven bei Mill Point in Michigan nach Milwaukee hinüberfuhr, eine ungewöhnliche Bewegung geltend machte. Die zahlreichen Passagiere des Schiffes suchten ihr Gepäck zusammen, um sich zur Weiterreise bereit zu machen, denn die Schiffsmannschaft hatte verkündet, dass man sich dem Hafen von Milwaukee, der rasch aufblühenden Handelsstadt des Staates Wisconsin, nähere. Und in der Tat sah man bald darauf undeutlich durch den aufsteigenden dünnen Nebel des Seegestades den Rauch von hohen Dampfkaminen, die verschwommenen Dächer einer Stadt und die Masten der vor ihr ankernden Schiffe. Bald flammte, noch ehe die Dämmerung herabgesunken war, das Licht des Leuchtturmes auf.
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Der Teufel auf Reisen 9
Carl von Kessel
Der Teufel auf Reisen
Erster Band
Ein humoristisch-satirischer Roman aus dem Jahr 1870
Drittes Kapitel – Teil 7
Faust und Gretchen
»Siehe da, da sind Sie ja«, rief einer der sich dort täglich herumtreibenden Pfuschmäkler.
»Wundern Sie sich darüber?«
»Durchaus nicht. Ich hörte nur, dass Sie auf längere Zeit verreist sein sollten.«
»Halten Sie Ihre Zunge im Zaum, sonst verletze ich Ihnen eins, selbst auf die Gefahr hin, von hier für einige Zeit ausgeschlossen Weiterlesen
John Tanner – Das Leben eines Jägers 11
John Tanner
Das Leben eines Jägers
oder
John Tanners Denkwürdigkeiten über seinen 30-jährigen Aufenthalt unter den Indianern Nordamerikas
Erstmals erschienen 1830 in New York, übersetzt von Dr. Karl Andree
Elftes Kapitel
Ich jagte während jenes Winters für einen Handelsmann, den die Indianer Aneeb, (Anib, die Ulme) nannten. Da die Jahreszeit weiter vorrückte und die Kälte sehr streng wurde, so war es sehr schwierig, auch jetzt noch so viel Wild als früher zu erlegen. Ich konnte nicht so viel schaffen, wie der Handelsmann begehrte. Eines Morgens früh schoss ich ein Elentier an, verfolgte es bis zum Dunkelwerden und war im Begriff, seiner habhaft zu werden, als mir die Kräfte Weiterlesen
Der Freibeuter – Ein Seekampf
Der Freibeuter
Erster Teil
Kapitel 5
Ein Seekampf
Gerade war die Schiffsmannschaft daran, ihre Mittagsration einzunehmen, als der Ruf des Matrosen im Korb »Ein Segel! Ein Segel!« sie auf ihre Posten rief. Kapitän Norcroß entdeckte am Rande des Horizonts den schwarzen beweglichen Punkt in der erwarteten Richtung. Unverzüglich wurde die Fregatte in einen Segelwald gehüllt, und schneller als ein Adler aus den Lüften auf seine Beute stürzt, schoss die majestätische Graf Mörner über das Wasser. Bald trat das kleine dänische Schiff deutlich hervor, aber nicht sobald hatte es das schwedische Kaperschiff wahrgenommen, als es rasch wendete, schnell alle Segel losließ und zu der deutschen Küste zu entfliehen suchte. Weiterlesen
Die sechs schlafenden Jungfrauen 2
Die sechs schlafenden Jungfrauen oder: Der schreckliche Zweikampf
Eine furchtbare Ritter- und Geistergeschichte von Wilhelm Bauberger erzählt
Kapitel zwei
Böse Nachbarn
Ritter Alfred war ein schöner blühender Jüngling von zwanzig Jahren, und seit einem Jahr, da er innerhalb desselben Vater und Mutter verloren hatte, Besitzer der Schwefelburg, seines Ahnenschlosses. Ritter Urach von Heckeburg, genannt der Eiserne, dessen Besitzungen an die Güter des Schwefelburgers grenzten, war mit Alfreds Vater in häufiger Fehde gestanden, ohne dass ein Teil etwas dabei gewonnen hätte. Jetzt, da der Alte tot war, suchte Urach auf jede nur mögliche Art Streit, weil er in einem Strauß mit dem jungen Ritter leicht fertig zu werden glaubte. Hierzu fand sich für denselben bald eine erwünschte Gelegenheit.
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