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Phänomene und Legenden

Alter Aberglaube

Alter Aberglaube

Eine erklärliche Tatsache ist es, dass von jeher der Beistand überirdischer, teuflischer Mächte namentlich von Leuten in Anspruch genommen wurde, deren Berufsausübung mit häufiger Leibes- und Lebensgefahr verknüpft ist. Fischer, Matrosen, Jäger, Soldaten bildeten daher zu allen Zeiten vorwiegend diese Kategorie aktiv-tätiger Abergläubiger, und weiter einleuchtend ist es wohl, dass die kriegsgewohnten, von steter Gefahr umlauerten Schwertgesellen einer dreißigjährigen Kampfesperiode sich ganz besonders veranlasst fühlen mussten, zum Schutz und Heil ihres Körpers und behufs Entfaltung irdischen Wohllebens mit dem Satan in Verbindung zu treten und höllische Künste zu treiben. Dass schon in den Landsknechtshaufen die schwarze Kunst in Flor und Ansehen stand, weiß der Leser; gewerbsmäßig ausgeübt wurde sie zuerst von den dem Tross vagabundierend folgenden Strolchen und marodierenden Brüdern, vom gemeinen Soldaten mit Ehrentiteln belegt, wie Weiterlesen →

Dämonomanie im Königreich Navarra (1610)

Das 17. Jahrhundert

Dämonomanie im Königreich Navarra (1610)

1610 hatte sich in ganz Spanien das Gerücht verbreitet, dass in dem Königreich Navarra, in dem Tal von Bastan, das Hexenwesen überhandgenommen habe.

Die Inquisition von Logrogno fing an, ihre Untersuchungen einzuleiten. Fast alle Angeklagten waren aus Vera oder Zugarramurdi, Flecken, die nahe an der baskischen Grenze gelegen waren, wodurch auch die Ähnlichkeit in den Delirien mit dem Hexenwahn der Basken eine Erklärung findet, da zwischen den benachbarten Bewohnern häufiger Verkehr stattfinden musste. Delaucre und Llorente haben über diesen Prozess und die dabei abgelegten Geständnisse Bericht erstattet. Die Hexenversammlung hieß in Navarra aquelarre. Das ist ein gascognisches Wort Weiterlesen →

Aus dem Wigwam – Die Geisterfrau

Karl Knortz
Aus dem Wigwam
Uralte und neue Märchen und Sagen der nordamerikanischen Indianer
Otto Spamer Verlag. Leipzig. 1880

Noch vierzig Sagen
Mitgeteilt vom Navajohäuptling El Zol

Die Geisterfrau
((Tradition der Winnebago)

ie Tage von Mischikinakwa oder der Kleinen Schildkröte waren gezählt. Häufig hörte man in der Nacht leise Stimmen von den Bergen rufen: »Komm, Mischikinakwa! Sie wartet auf dich!«

Die Nantina oder die Geister, welche die Erde, die Luft, das Feuer und das Wasser bewohnen, hatten bereits weit und breit erzählt, dass der Häuptling der Winnebago bald die Leiden der Erde mit den Freuden der glücklichen Jagdhütte vertauschen werde, doch er war noch nicht alt. Sein Auge war noch hell und sein Haar noch nicht vom Schnee des Alters befallen. Kein Mensch wusste, was ihm eigentlich fehlte. Seit einem unglücklichen Tag hatte er den Kopf hängen lassen und nur sehr wenig Speise und Trank zu sich genommen. Als sie an seine Tür kamen und ihm mitteilten, dass Weiterlesen →

Oberhessisches Sagenbuch Teil 83

Oberhessisches Sagenbuch
Aus dem Volksmund gesammelt von Theodor Bindewald
Verlag von Heyder und Zimmer, Frankfurt a. M., 1873

Das Frauchen von Hartershausen

Hartershausen liegt im Schlitzer Land und soll ehedem eine Burg gehabt haben, aus welcher der Graf erst einen Pachthof machte, nun aber ist es das Schulhaus. Es ist ein uraltes Gebäude mit riesig dicken Mauern und winzig kleinen Fenstern, dunklen Treppen und weiten Vorplätzen. Kein Wunder, dass die weiße Frau drin umgeht und sonst noch allerlei Unheimliches passiert. Eins hat aber nun aufgehört. Nämlich: Ehedem, wenn eine Frau im Haus in Kindsnöten lag, sahen die Bewohner ein uraltes Frauchen mitten auf der Türschwelle der Stube sitzen in ganz Weiterlesen →

Elbsagen 89

Elbsagen
Die schönsten Sagen von der Elbe und den anliegenden Landschaften und Städten
Für die Jugend ausgewählt von Prof. Dr. Oskar Ebermann
Verlag Hegel & Schade, Leipzig

91. Der Flöter

Vor etwa vierzig Jahren fand sich in Hamburg auf einem Hof im Kirchspiel St. Margareten, der in der Nähe der Elbe lag, ein Spuk sehr sonderbarer Art ein. Viele Leute aus der Nähe und Ferne hatten sich davon überzeugt, und die Kinder und Kindeskinder des damaligen Hofbesitzers lebten noch lange, die Sache ist also noch in gutem Andenken. Im Süden des Hauses im Kohlgarten, wo auch einige Obstbäume standen, ließ sich zu einer Zeit ein Weiterlesen →