Oberhessisches Sagenbuch Teil 113
Oberhessisches Sagenbuch
Aus dem Volksmund gesammelt von Theodor Bindewald
Verlag von Heyder und Zimmer, Frankfurt a. M., 1873
Auf der Walkmühle bei Lauter
schnitten einmal bei den dortigen reichen Müllersleuten Arbeiter aus dem Vogelsberg die Sommerfrucht. Über dem Rat, den sie miteinander führten, beachteten sie es nicht sonderlich, dass ein ganz artlicher schwarzer Vogel, so groß wie eine Sprieme (Star) währenddessen vor ihnen auf und ab hüpfte und alle Tage da war, als ob er auch dazu gehörte. Nach etlichen Tagen aber schändete (schalt) sie die Frau rechtschaffen aus, wenn sie abends heimkamen, dass sie garstige Leute wären, nicht zufrieden mit der Kost, die sie bekämen, und sie darüber zurecht Weiterlesen
Sagen der mittleren Werra 16
Vom Jungfernborn am Ruppberg1
In der Höhe, da wo die eigentliche Kuppe des Ruppberges beginnt, sprudelt eine starke Quelle. Sie wird der Jungfernborn genannt. Hier hält sich eine weiße Jungfer auf. Manche wollen ihrer dort drei beieinander gesehen haben. Die Jungfer trägt an ihrem Gürtel einen goldenen Schlüssel zu den reichen Schätzen des Ruppberges, und wer sie erlöst, bekommt den ganzen Reichtum. Viele auch haben sie am Born ihre Wäsche waschen sehen, der floss dann jedes Mal milchweiß ab.
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Oberhessisches Sagenbuch Teil 112
Oberhessisches Sagenbuch
Aus dem Volksmund gesammelt von Theodor Bindewald
Verlag von Heyder und Zimmer, Frankfurt a. M., 1873
Im Schloss zu Burggemünden
wohnte schon seit undenklichen Zeiten der herrschaftliche Forstmeister, der aber neben seinem Amt meist noch starte Landwirtschaft betrieb und so mancherlei Gesinde nötig hatte. Sein Pferdeknecht hatte das Nachtlager im Stall, oben an der Wand, damit er doch gleich bei der Hand sei, wenn es irgendetwas gab. Aber gerade darüber beschwerten sich die meisten Knechte und wollten ihm nicht bleiben. Sie behaupten, im Stall hause etwas, das lasse ihnen des Nachts keine Ruhe. Sie wüssten nicht zu sagen, was es wäre.
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Aus dem Wigwam – Die Götter der Dakota
Karl Knortz
Aus dem Wigwam
Uralte und neue Märchen und Sagen der nordamerikanischen Indianer
Otto Spamer Verlag. Leipzig. 1880
Zwanzig Sagen
Mitgeteilt von Kah-ge-ga-gah-bowh
Die Götter der Dakota
nkatahe (Unktahe) ist der Gott des Wassers. Sein Name bedeutet außergewöhnliche Tatkraft, und die vielen Götter, welche denselben Namen führen, zeichnen sich durch ihre Stärke aus. Die Unkatahes sehen wie Ochsen aus, nur sind sie bedeutend größer und können Hörner und Schwanz bis hinauf in den Himmel strecken. In jenen Körperteilen ist auch ihre Kraft enthalten. Der männliche Untatahe wohnt im Wasser, der weibliche auf der Erde. Ersterer wird mit Großvater und Letzterer mit Großmutter angeredet. Der erste Unkatahe, der, wie einige sagen, von Watantanka selber oder dem Großen Geist aus einer Rippe geschaffen wurde, war männlichen und der Zweite weiblichen Geschlechts. Von diesen beiden stammen alle übrigen Unkatahes ab.
Oberhessisches Sagenbuch Teil 111
Oberhessisches Sagenbuch
Aus dem Volksmund gesammelt von Theodor Bindewald
Verlag von Heyder und Zimmer, Frankfurt a. M., 1873
IX.
Tiere, Elemente, Pflanzen, Legendäres und Historisches
Das ehemalige Barfüßerkloster zu Grünberg
ist zum Teil noch erhalten und unter dem Namen das Stift im Besitz mehrerer Bürger; seine Kirche aber findet sich nicht mehr vor. Wo dieselbe gestanden hatte, an einem heimlichen Ort unter der Erde, vergruben die Mönche bei Weiterlesen

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