Aus dem Wigwam – Ein Medizinmann und sein Bruder
Karl Knortz
Aus dem Wigwam
Uralte und neue Märchen und Sagen der nordamerikanischen Indianer
Otto Spamer Verlag. Leipzig. 1880
Zwanzig Sagen
Mitgeteilt von Kah-ge-ga-gah-bowh
Ein Medizinmann und sein Bruder
or langer Zeit kam ein Medizinmann mit seinem Bruder aus dem Norden zur Shoalwater Bay, um Krebse zu fangen. Als der Bruder eines Tages im Wasser herumwatete, sank er in ein tiefes Loch und wurde von einem Seeungeheuer verschlungen.
Der Medizinmann fand Kraft seiner Zauberkünste bald heraus, wo sein Bruder war, und bat die in der Umgebung wohnenden Riesen, ihm recht viele Steine zu bringen, was dieselben auch bereitwillig taten. Er sammelte während dieser Zeit trockenes Holz, legte dasselbe auf einen Haufen und ließ die Steine oben darauf werfen. Dann zündete er das Holz an. Sobald die Steine glühend heiß waren, warf er sie in die Bay, und das Wasser verdampfte.
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Sagen der mittleren Werra 22
Was der Hirt am Körnberg gesehen hatte
Der alte Hirte von der Strut hütete einmal die Ochsen am Körnberg, der zum Struter Forst gehört. Als er nun an die Stelle kam, wo in späterer Zeit der große Steinbruch angelegt wurde, aus dem sie die berühmten Mühlsteine und Brunnentröge brechen und aushauen, sah er mehrere seltsam gekleidete, aber wie es ihm schien, sehr vornehme Herren sich beim Kegelspiel verlustieren. Er Weiterlesen
Adventskalender 2021 – 24. Türchen
Weihnachtsmärchen
Aus: Kinder- und Volksmärchen von Heinrich Pröhle
Leipzig 1853
Das Weihnachtsfest war nahe herangekommen und aus dem Wald gingen viele Tannen in die Hauptstadt des Landes bei dem schlechten Weg immer durch Dick und Dünn. Wenn jemand sie fragte, »Wo wollt ihr Tannen denn hin?«, so antworteten sie: »Wir wollen in die Stadt und den Jesus Christ loben.«
Ein kleines Tannenbäumchen, das im Wald neben seiner Mutter stand, lief immer hinter seiner Mutter her, als diese sich auch zu der Hauptstadt aufmachte, und folgte ihr immer Weiterlesen
Adventskalender 2021 – 23. Türchen
Eisenbahnmärchen
Aus: Kinder- und Volksmärchen von Heinrich Pröhle
Leipzig 1853
Originalfassung überarbeitet
»Nun, das ist doch nur gut«, hatte eine alte dicke Häsin gesagt, als die Eisenbahn von Braunschweig nach Harzburg eröffnet werden sollte, »nun, das ist doch nur gut, dass man jetzt rascher zur Stadt kommen kann als früher. Mit dem Laufen will es bei meinen Jahren nicht mehr so recht fort und man hat so mancherlei Einkäufe zu besorgen, denn die Töchter wachsen nachgerade heran und man muss an die Ausstattung denken. Und was man hier in Feld und Wald haben kann, ist doch nicht mehr so recht in der Mode, und ich kann es Weiterlesen
Adventskalender 2021 – 22. Türchen
Sankt Peter mit der Geige
Aus: Deutsches Märchenbuch. Herausgegeben von Ludwig Bechstein, Leipzig 1849
Als unser Herr einstmals mit St. Peter über Land ging, kamen sie an einen Bauplatz, wo ein Haufen Zimmerleute sich in der Schenke gütlich tat. Als St. Peter hörte, wie es da so munter zuging, gelüstete ihn, einzukehren und sagte das dem Herrn.
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