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Mythen & Wirklichkeiten

Schwäbische Sagen 22

Schwäbische-Sagen

Das Totenvolk
Eine mündliche Überlieferung aus Thusis

In den deutschen Ortschaften Graubündens wissen die Leute viel von dem Totenvolk zu erzählen. Es sind dies die Seelen verstorbener Menschen, die nicht zur Ruhe der Seligkeit gelangt sind und nun unter Führung des Teufels zu gewissen Zeiten durch die Luft ziehen. Sie machen eine traurige, unharmonische Musik. Niemand darf zu dem Totenvolk aufblicken. Wer es anruft, Weiterlesen →

Sagen- und Märchengestalten – Der Adept zu Berlin – Teil 5

Sagen- und Märchengestalten sowie Geister-, Wunder- und Aberglauben des deutschen Volkes
Mit Erzählungen von Begebenheiten der Vorzeit, die den Glauben an eine Geisterwelt förderten, Berlin, Verlag von Burmester & Stempell,1874

Der Adept zu Berlin – Teil 5

In derselben Nacht schritt Johannes Bötticher zu Dresden rastlos auf und ab. Wie hatte er sich verändert, außen und innen! Tiefe Blässe deckte die jugendlichen Wangen, die von jenem bitteren Zug durchfurcht waren, den der Schmerz zu zeichnen pflegt. Als er von Berlin entwich, sprosste ihm kaum der zarte Flaum um Mund und Kinn, und seine sanften Kinderaugen strahlten in weichem, feuchtem Glanz. Nun verbarg ein voller, männlicher Bart mehr als Weiterlesen →

Märchen und Sagen der Indianer Nordamerikas 06

Mythen-und-Sagen-der-IndianerVon dem Knaben, der die Sonne in einer Schlinge fing

Zur Zeit, als noch die Tiere auf der Welt die Oberhand hatten, waren sie sehr grausam gegen die Menschen und töteten sie alle mit Ausnahme eines Mädchens und eines Knaben. Dieser Knabe war ein Zwerg und nahm wohl täglich zu an Alter, aber nie an Kraft und Größe. Deshalb musste die Schwester alle Arbeiten allein verrichten. Sie musste Holz holen, die nötigen Kleider anfertigen und den Wigwam rein halten. Wenn sie ausging, nahm sie ihren schwächlichen Bruder jedes Mal mit, damit ihn nicht etwa während ihrer Abwesenheit ein großer Vogel wegschleppe oder ihm ein sonstiges Unglück passiere.

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Märchen und Sagen der Indianer Nordamerikas 05

Mythen-und-Sagen-der-IndianerDie Osagen oder der Stamm, der einer Schnecke entsprang

Nahe am Ufer des Missouri lebte einst eine junge Schnecke sorgenfrei und mühelos. Sie amüsierte sich köstlich nach Schneckenart, streckte ihre Fühlhörner so weit aus, wie sie konnte, und labte sich reichlich an stärkender Nahrung, die ringsum im Überfluss vorhanden war. Plötzlich aber kam über Nacht eine starke Überschwemmung, und das arme Tierlein musste schnell, um nicht zu ersaufen, auf einen nahe liegenden Baumstamm klettern, mit dem es nun weit fortgetrieben wurde.

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Märchen und Sagen der Indianer Nordamerikas 04

Mythen-und-Sagen-der-IndianerUnätsi

Unätsi war das schönste Mädchen unter den Wyandot-Indianerinnen. Alle jungen Männer dieses Stammes machten ihr daher auch fleißig den Hof, doch keiner davon konnte sich einer besonderen Begünstigung rühmen. Die heiratslustigen Jünglinge beriefen daher eine heimliche Versammlung ein, um über die Art und Weise zu konferieren, wie Unätsi zu einer bestimmten Erklärung zu zwingen sei. Nach langem Debattieren wurde dann beschlossen: erstens, dass jeder von ihnen seine Bewerbungen einzustellen habe, und zweitens, dass ihr alter Häuptling beredet werden sollte, die schöne Jungfrau zu freien.
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