Archiv

Mythen & Wirklichkeiten

Oberhessisches Sagenbuch Teil 46

Oberhessisches Sagenbuch
Aus dem Volksmund gesammelt von Theodor Bindewald
Verlag von Heyder und Zimmer, Frankfurt a. M., 1873

Auf dem Oberseener Hof

In der Nähe des früheren Fohlenstalles stand bis vor wenigen Jahren ein hochgewachsener, breitästiger, uralter Lindenbaum, unter dem war weder eine Spitze Gras gewachsen noch jemals ein Tropfen Regen oder der geringste Schnee zu spüren gewesen. Der Erdboden ringsum war sommers und winters pickelhart und festgetreten wie eine Heerstraße. Hier soll der Teufel mit den Hexen der ganzen Gegend immer auf Walpurgisnacht seinen Tanz gehalten haben.
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Der Konstanzer Hans Teil 21

W. Fr. Wüst
Der Konstanzer Hans
Merkwürdige Geschichte eines schwäbischen Gauners
Reutlingen, 1852

Einundwanzigstes Kapitel

Hans treibt das Diebeshandwerk wieder und macht große Märsche.

Mit einem Pass versehen, fing er sogleich wieder Diebstähle an und war keck genug, sich selbst in die Gegend von Sulz zu wagen, um Nachrichten von Peter und der Göhringer einzuziehen. Aber schnell kehrte er wieder um, als er hörte, dass diese wirklich da im Gefängnis seien und dass man eifrig einen gewissen Konstanzer Hans aufsuche.
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Oberhessisches Sagenbuch Teil 45

Oberhessisches Sagenbuch
Aus dem Volksmund gesammelt von Theodor Bindewald
Verlag von Heyder und Zimmer, Frankfurt a. M., 1873

Der Hexenstein unter Herchenhain

Wenn man von Sichenhausen hinaufgeht zu dem armen und alten Dorf Herchenhain, dem höchsten Ort im Hessenland, sieht man links ab vom Wege ein kleines Fichtenwäldchen, in welchem ein Felsen emporragt. Das ist der Hexenstein. Warum der Platz so heißt, braucht man nicht zu raten, denn die Hexen haben da immer ihr Geführt (Wesen, Umgang) gehabt. In Sichenhausen war aber ein Mann, der sich auf die schwarze Kunst gut verstand und sich oftmals dort allerlei zu schaffen machte, worüber die Leute die Köpfe schüttelten. Einmal in der Weiterlesen

Der Konstanzer Hans Teil 20

W. Fr. Wüst
Der Konstanzer Hans
Merkwürdige Geschichte eines schwäbischen Gauners
Reutlingen, 1852

Zwanzigstes Kapitel

Hans kommt in neue Gefahren, denen er entrinnt. Er zeigt sich als guter Stiefvater und zieht als Quacksalber umher.

Es war Winter und tiefer Schnee bedeckte die Erde, als Hans’ Vater sein in Lützenhardt liegendes Gepäck abholen wollte, wozu er seinen Sohn um Hilfe ansprach. So bereit Hans hierzu war, so wenig Lust zeigte sein Weib, recht Weiterlesen

Elbsagen 45

Elbsagen
Die schönsten Sagen von der Elbe und den anliegenden Landschaften und Städten
Für die Jugend ausgewählt von Prof. Dr. Oskar Ebermann
Verlag Hegel & Schade, Leipzig

45. Woher stammt der Ausdruck Der dumme Junge von Meißen?

Wenn man früher Fremden die Porzellanfabrik zu Meißen zeigte, so führte man sie auch in ein übrigens ganz leeres Zimmer, in dessen Winkel eine Porzellanfigur stand, welche einen zwölf- bis vierzehnjährigen Knaben in natürlicher Größe darstellte. Trat man aber auf eine gewisse Diele, unter der eine Feder war, die mit jener Figur in Verbindung stand, so steckte jener Knabe die Zunge heraus, wie es die chinesischen Porzellanpagoden machen, wenn man Weiterlesen