Tür des Todes – Kapitel 4
John Esteven
Tür des Todes
Kapitel 4
Francis Ballion
Er stand in der Tür und betrachtete uns. Ich spürte sofort die Dominanz seiner Persönlichkeit wie ein Gewicht. Es war etwas Katzenhaftes an ihm, aber eher wie bei einem Löwen: seine arrogante Haltung, das implizite Gefühl von Macht und seine bedrohliche Wachsamkeit. Dass er wütend war, war offensichtlich, denn er trug das weiße Band der Leidenschaft auf seiner Stirn und seine Augen glühten, wenn er uns ansah. Aber ansonsten waren seine Bewegungen bedächtig. Es war die Ruhe einer langsam brennenden Zündschnur. Ohne den Blick abzuwenden, zog er ein Etui aus der Tasche, zündete sich eine Zigarette an und atmete langsam aus. Doch jede seiner Gesten strahlte Verachtung aus. Und als er endlich sprach, klang die Tiefe und Höflichkeit seiner Stimme giftig.
»Meine Herren! Sie haben mir gegenüber den Vorteil des Namens. Vielleicht kann mir der eine oder andere von Ihnen sagen, ob Weiterlesen
Mörder und Gespenster – Band 1 – 19. Teil
August Lewald
Mörder und Gespenster
Band 1
Der Erbe des Teufels
Kapitel 9
Franz erwachte gewöhnlich sehr früh, ganz wie es die Schäfer tun, die mit der Sonne aufzustehen oder ihr gar zuvorzukommen pflegen. Die schauerlichen Begebenheiten der vergangenen Nacht lagen wie ein Traum hinter ihm und sein Herz fühlte sich wunderbar erleichtert. Welche Macht diese Ruhe über ihn gebracht hatte, kümmerte ihn nicht sehr.
Er sprang auf und sah nach dem Alten, der mit klaren Augen dalag, ohne ihn zu fragen, wo er die Nacht verbracht hatte. Auch dies fiel Franz nicht auf, da er wusste, dass der Alte manchmal Gedächtnislücken hatte und oft nicht imstande war, einen Gedanken festzuhalten.
Auf den Spuren der Wegbereiter 08
George Bird Grinnell
Auf den Suren der Wegbereiter
Originaltitel: Trails of the Pathfinders. New York. Charles Scribner’s Sons. 1911
Kapitel 9
Lewis und Clark Teil 2
Als sie weiterzogen, passierten sie eine Reihe von zerstörten Dörfern der Mandan. Niedrige Erdmauern zeigten die Stellen, an denen die Sodenhäuser eingestürzt waren. Am 24. Oktober erreichten sie jedoch ein großes Mandan-Dorf, in dem sie freundlich empfangen wurden. Der Häuptling der Arikara rauchte mit dem Großhäuptling der Mandan.
Am 26. trafen sie in einem großen Mandan-Lager auf einen gewissen Mr. McCracken, einen Händler der Northwest Fur Company, der in jenen frühen Tagen häufig am Missouri tätig war. Der junge Henry erwähnt ihn oft in seinem Tagebuch, allerdings zu einer etwas späteren Zeit. Die Mandan waren nicht nur sehr freundlich, sondern auch sehr interessiert an den Fremden, die in Booten gekommen Weiterlesen
Der Märkische Eulenspiegel 28
Der Märkische Eulenspiegel
Seltsame und kurzweilige Geschichten von Hans Clauert in Trebbin
Niedergeschrieben von Oskar Ludwig Bernhard Wolff
Leipzig, 1847
Überarbeitete Ausgabe
Hans Clauert, Schlosser aus Trebbin
Wie Clauert an seiner Stelle den Kerkermeister gefangen nahm
Nach dem großen Brandschaden, den die Stadt Trebbin im Jahr 1565 erlitt, erlaubte ihr Landesfürst und Herr, der Kurfürst von Brandenburg, den Bürgern, auf den Zossen’schen Haiden einige Schock Stämme Bauholz abzuhauen, da auf den Trebbinischen Haiden nicht genug Holz zum Wiederaufbau der Stadt zu finden war. Nachdem jeder seine ihm zugewiesene Anzahl an Stämmen gefällt hatte, gab es viele, die aus Armut das Holz nicht nach Hause schaffen konnten, sodass vieles davon dort verfaulte. Darüber wurde Eustachius Weiterlesen
Deadwood Dick – Der schwarze Reiter der Black Hills – Kapitel 7
Deadwood Dick – Der Prinz der Straße
Oder: Der schwarze Reiter der Black Hills
Von Edward L. Wheeler
Kapitel 7
Ein Überfall
Laut rumpelnd kam die Postkutsche aus Cheyenne um Mitternacht auf der schwarzen Canyonstraße nach Deadwood. Sie war voll beladen mit Passagieren und hatte eine Verspätung von ganzen fünf Stunden, da eine Achse gebrochen war und unterwegs ersetzt werden musste. Sechs buckelnde, wiegende Pferde waren davor gespannt, die der erfahrene Kutscher mit der Geschicklichkeit eines Zirkusartisten lenkte. Das Knallen seiner langen Peitsche hallte in der Nacht wie Pistolenschüsse wider.
Die Straße führte durch eine wilde, gewundene Schlucht, gesäumt von hohen, gespenstischen Kiefern. Gelegentlich fiel ein Streifen schaudererregenden Mondlichts auf die holprige Straße, über die die Kutsche mit wilder Rücksichtslosigkeit raste.
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