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Der Mythos Sweeney Todd und die Ära der Penny Dreadfuls

Der Mythos Sweeney Todd und die Ära der Penny Dreadfuls

Im nebelverhüllten London der viktorianischen Zeit betritt ein ahnungsloser Kunde einen unscheinbaren Friseursalon in der Fleet Street. Er nimmt auf dem Rasierstuhl Platz – doch plötzlich löst ein Mechanismus aus, der Stuhl kippt nach hinten und der Kunde stürzt in den tödlichen Abgrund des Kellers. Seine sterblichen Überreste enden als makabre Zutat: Sie werden von der geschäftstüchtigen Nachbarin Mrs. Lovett zu Fleischpasteten verarbeitet.

Diese düstere Geschichte um den Barbier Sweeney Todd gehört zu den bekanntesten und verstörendsten Großstadtlegenden der englischen Literatur. Sie vereint pechschwarzen Humor mit Rachefantasien und tief verwurzelten gesellschaftlichen Ängsten. Bis heute funktioniert der Stoff auf mehreren Ebenen: als packender Krimi, als tiefgründige Charakterstudie eines zerstörten Geistes und als beißende Sozialkritik an der urbanen Vereinsamung.

Die Geburtsstunde der Groschenromane

Ihren Ursprung hat die Legende in den sogenannten Penny Dreadfuls. Zu Beginn der viktorianischen Epoche wuchs die

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