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Al Capone – Band 49

Al Capone
Band 49
Gangsterkönig in Ehefesseln

1. Kapitel
Jackies Befreiung

Shoemaker hatte Capone erzählt, dass er der Mutter von Jackie versprochen habe, ihr ihren Jungen wiederzubringen, der auf so geheimnisvolle Weise entführt und geraubt worden war.

Jackie war, wie sich der Leser erinnert, der kleine Junge, der in Scalise, Anselmi und Frank Yale die Leute wiedererkannt hatte, die den Blumenladen von O’Banion betreten und ihn kurz nach dem Mord an O’Banion wieder verlassen hatten.

Capone bat den berühmten Detektiv, ihm die Erledigung dieser Angelegenheit zu überlassen. Da Shoemaker, der Capone nach dem Vorfall beim Schlupfwinkel der Mafia davon erzählte, schon den festen Entschluss gefasst hatte, um seine Beurlaubung zu bitten, stimmte er bereitwillig zu. Capone würde schon dafür sorgen, den kleinen Jackie seiner Mutter, die untröstlich um ihn weinte, wieder in die Arme zu schließen.

Al Capone wusste ganz genau, woran er hinsichtlich der Ermordung von O’Banion war; er wusste, dass die Brüder Genna die geistigen Urheber dieses Mordes gewesen waren.

»Die Aussage des Jungen hat ihnen nicht in den Kram gepasst«, sagte er sich. »Deshalb haben sie ihn so schnell wie möglich entführt, damit er keine Gelegenheit mehr hat, seine Aussage zu wiederholen und zu bekräftigen.«

Wir wissen ja, dass Scalise, Anselmi und Frank Yale sehr bald vom Gericht aus Mangel an Beweisen freigesprochen wurden. Gleich nach ihrem Freispruch sandte Scarface einen kurzen Brief an die Brüder Genna, in dem er sie darum ersuchte, eiligst den kleinen Jackie seiner Mutter wiederzugeben, die fast vollkommen verzweifelt war.

Al Capone wartete zwei Tage, um zu sehen, ob die sizilianischen Brüder seiner Aufforderung nachkommen würden. Als er aber feststellen musste, dass diese Jackie nicht nach Hause geschickt hatten, fasste er einen jener schnellen und impulsiven Entschlüsse, die den Gangsterkönig von jeher auszeichneten.

In derselben Nacht noch fuhr Capone in seinem Wagen in eines der am äußersten Rand von Chicago liegenden Viertel. Zwei Männer befanden sich in seiner Begleitung: Ed Weller, der neben ihm saß, und Frank Rio alias Kline, der wie immer in solchen Fällen den Wagen lenkte.

Aber Capone war seinem Äußeren nach nicht mehr Capone; der schwarzbärtige Mann, der da im Wagen saß, war Mister Tanci, der bekannte italienische Theateragent …

Als sie vor einem Haus mit wenig Vertrauen erweckendem Äußeren gelangt waren, ließ Capone den Wagen halten. Weller und Kline wollten ihm folgen, als er aus dem Wagen sprang, aber er hielt sie mit einer Geste zurück. Er wollte ganz allein die Höhle der sizilianischen Löwen betreten; ihm sollte niemand nachreden können, dass er Furcht gespürt hätte.

»Weißt du aber auch, welcher Gefahr du dich aussetzt?«, fragte ihn Kline besorgt. »Sei nicht unvorsichtig, Al!«

»Lasst mich die Sache machen, wie ich will. Wenn ich nicht innerhalb von zwanzig Minuten wieder draußen bin, könnt ihr vorgehen und mich rächen. Aber jetzt lasst mich allein hineingehen!«

Er ließ sie also beim Wagen zurück und trat durch ein Portal ein. Gleich hinter dem Eingang war eine enge Treppe, die in den oberen Stock führte. Als Capone oben angekommen war, sah er auf der Milchglasscheibe einer Schwingtür ein Plakat, auf dem stand: Club Genna. Er stieß diese Schwingtür entschlossen auf; ein riesenhafter Bravo von furchteinflößendem Aussehen stellte sich ihm entgegen.

»Was wollen Sie?«, fragte er.

Al Capone zog wortlos eine Einladungskarte hervor, die zum Besuch der heimlichen Bar und des Spielsaals berechtigte, die die Brüder Genna in diesem Hause eingerichtet hatten.

»Es ist gut, Sie können herein!«


Die vollständige Story steht als PDF, EPUB, MOBI und AZW3 zur Verfügung.

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