Die Gespenster – Vierter Teil – 45. Erzählung
Die Gespenster
Kurze Erzählungen aus dem Reich der Wahrheit von Samuel Christoph Wagener
Allen guten Schwärmern, welchen es mit dem Bekämpfen und Ablegen beunruhigender Vorurteile in Absicht des Geisterwesens ernst ist, liebevoll gewidmet von dem Erzähler Friedrich Maurer aus dem Jahr 1798
Vierter Teil
Fünfundvierzigste Erzählung
Die eingetroffene Ahnung zu Westerburg
Im Januar des Jahres 1792 hörten mehrere glaubhafte Bürger in Westerburg – einem dem gräflichen Hause Leiningen gehörigen Ort im Oberrheinischen Reichskreis – einen unheimlichen Totengesang, der vom Begräbnisplatz vor der Stadt herüberklang. Dieser glich vollkommen dem Gesang, den die Schüler anzustimmen pflegten, wenn beispielsweise ein Bürger feierlich beerdigt wurde. Nach Beendigung dieses spukhaften Gesanges sprach das sonderbare, singende Gespenst ein vernehmliches und lautes Amen. Jedermann war davon überzeugt, dass diese schreckensvolle Erscheinung eine Todesahnung sei, die einem Westerburger gelte. Dies war für die Weiterlesen
Rücksturz zur Erde: 60 Jahre Raumpatrouille Orion
Rücksturz zur Erde: 60 Jahre Raumpatrouille Orion
ES WAR ein historischer September im Jahr 1966. Während in den Vereinigten Staaten ein gewisser Captain Kirk zu seiner legendären Fünf-Jahres-Mission aufbrach, startete in der Bundesrepublik Deutschland ein völlig anderes, aber nicht minder ikonisches Raumschiff in den Kosmos. Exakt 60 Jahre ist es nun her, dass Commander Cliff Allister McLane und seine unerschrockene Crew zum allerersten Mal über die heimischen Röhrenbildschirme flimmerten. Es ist an der Zeit für eine ausführliche Retrospektive auf ein Stück deutscher Science-Fiction-Geschichte, das in seiner Einzigartigkeit bis heute unerreicht geblieben ist.
Als am 17. September 1966 um 20:15 Uhr unmittelbar nach der Tagesschau die erste Folge von Raumpatrouille – Die phantastischen Abenteuer des Raumschiffes Orion in der ARD ausgestrahlt wurde, stockte der Fernsehnation buchstäblich der Atem. So etwas hatte es in der hiesigen TV-Landschaft schlichtweg noch nie gegeben. Statt der gewohnten seichten Heimatfilme oder braven Fernsehkrimis taten sich plötzlich die unendlichen Weiten des Weltraums im heimischen Wohnzimmer auf. Das Publikum erlebte dieses Spektakel in brillanten, kontrastreichen Schwarz-Weiß-Bildern, untermalt Weiterlesen
Femegerichte und Hexenprozesse in Deutschland – Teil 6
Oskar Wächter
Femegerichte und Hexenprozesse in Deutschland
Stuttgart, Verlag von W. Spemann, 1882
Zweite Abteilung
Die Hexenprozesse
Erster Abschnitt
Das Hexenwesen
Gegen Ende des 15. Jahrhunderts und in den folgenden zwei Jahrhunderten sehen wir in fast allen deutschen Ländern zahllose Scheiterhaufen errichtet, auf denen die beklagenswertesten Opfer der Justiz als Hexen und Zauberer verbrannt wurden.
Welche Verbrechen hatten sie verübt? Man beschuldigte sie, durch übernatürliche Mittel Menschen, Vieh, Saaten und Weinberge geschädigt sowie Krankheiten und Landplagen herbeigeführt zu haben. Dies alles sollten sie durch einen Bund mit dem Teufel vermocht haben.
Die Jesse James Storys – Band 1 – Kapitel 5
W.B. Lawson
Die Jesse James Storys – Band 1
Jesse James, der Outlaw
Kapitel 5
Jesse überlistet – Die Detektive beraten sich
Ich schaffte es, selbst in diesem schrecklichen Moment die Ruhe zu bewahren – obwohl ich keinen Augenblick daran zweifelte, dass es mein letzter auf Erden sein würde.
»Macht mit mir, was ihr wollt, und tötet mich ruhig«, sagte ich ohne ein Zittern in der Stimme, »aber ich habe euch in keinem wesentlichen Punkt getäuscht.«
»Es hat in Booneville nie einen Arzt namens Phillips gegeben«, konstatierte Jesse James. Sein Finger lag noch immer am Abzug, während die Mündungen der anderen Revolver weiterhin unversehrt auf mich gerichtet waren.
Inspektor Pinson – 01
Inspektor Pinson
Nach den Texten, die 1907 in der illustrierten Volks-Familienzeitschrift MON BONHEUR erschienen sind
Das spurlose Verschwinden von Professor Kowalski
Von Jacques Bellême
Die Laboratorien des Bakteriologen Professor Kowalski befanden sich seit fast zwei Jahren auf einem großen Anwesen in der Umgebung von Paris, das ein großzügiger Spender dem Gelehrten zur Verfügung gestellt hatte. Dieser, dessen Forschungen die wissenschaftliche Welt in Erstaunen versetzt hatten, hatte – obwohl gebürtiger Pole – sein gesamtes Studium in Frankreich absolviert, und seine Entdeckungen hatten ihm höchste Auszeichnungen und größte Ehren eingebracht.
Das Gut La Chesnaye, von seinem Besitzer schon lange vernachlässigt, hatte sich in einem Zustand fortgeschrittenen Verfalls befunden, als Kowalski es übernahm. Obwohl er selbst nur über begrenzte Mittel verfügte, wurden dem Professor weitere Gelder zur Verfügung gestellt, damit er seine Forschungen fortsetzen und erfolgreich zum Abschluss bringen konnte.
Er führte dort ein recht zurückgezogenes Leben, das er mit seinem Assistenten Charles Baudon und einigen Studenten teilte, die Weiterlesen
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