Archiv

Nick Carter – Band 17 – Das Gefängnis auf dem Meeresgrund – Kapitel 6

Nick Carter
Amerikas größter Detektiv
Das Gefängnis auf dem Meeresgrund
Ein Detektivroman

Nick und Chick bei der Arbeit

Nick Carter und sein erster Gehilfe waren inzwischen nicht minder geschäftig gewesen. Sie hatten ermittelt, dass Mr. Fillmore mit dem Glockenschlag neun Uhr sein Büro verlassen und mit dem Lift (Aufzug) nach unten gefahren war. Wie der Hausmeister bekundete, war unmittelbar zuvor ein geschlossenes Lab vor dem Wolkenkratzer angefahren und dessen Lenker hatte Mr. Fillmore mit Namen angesprochen und ihn gefragt, ob eine Fahrt gefällig sei. Mr. Fillmore sei in Eile gewesen und augenblicklich in das geschlossene Lab, dessen Wagenfenster dicht verhängt gewesen, eingestiegen, worauf der Wagen sich schnell in Bewegung gesetzt habe. Wie der farbige Portier weiter bekundete, hatte er die Wagennummer zufällig betrachtet und im Gedächtnis behalten.

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Catherine Parr Band 1 – Zweites Buch – Kapitel 3

Luise Mühlbach
Catherine Parr
Zweites Buch
Historischer Roman, M. Simion, Berlin 1851

III. Das Geständnis

Thomas Seymour kehrte zu Catharine zurück. Sie lag noch mit geschlossenen Augen, bleich, unbeweglich da.

Er blickte sie lange und unverwandt an, er trank in langen Zügen den Anblick dieses schönen und edlen Weibes, von der er sich in diesem Moment nicht entsann, dass sie eine Königin sei.

Er war endlich allein mit ihr! Endlich, nach zwei Jahren der Qual, der Resignation, der Ver­stellung hatte ihm Gott diese Stunde geschenkt, nach welcher er so lange sich gesehnt, die endlich seinen Tantalusqualen ein Ende machen sollte!
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Sagen der mittleren Werra 98

Der verfluchte Wald bei Wilhelmsthal

Zwischen Wilhelmsthal und Ruhla steht rechts und links vom Fahrweg ein Eichwald mit verdorrten Wipfeln. Die Sage erzählt darüber Folgendes:

Es soll einmal geschehen sein, dass sie in Eisenach einen Unschuldigen zum Strick verurteilten. Auf dem Weg zum Galgen beteuerte der Mann vor allen Leuten nochmals seine Unschuld. Als er jedoch sah, dass alles vergebens war, verfluchte er den Wald, aus dem das Holz für den Galgen eines Unschuldigen gezimmert worden war.

Seit jener Zeit verdorren hier die Wipfel des Waldes, weil das Galgenholz aus ihm genommen wurde.

Der Taubeneller Hans

Es kamen einmal zwei Studenten nach Taubenellen. Sie hatten schon viel vom Taubeneller Hans, einem gewaltigen Hexenmeister, gehört und wollten gern einen seiner Streiche miterleben. Man wies sie vom ehemaligen Jägerhaus in die Mühle, wo sie, ohne ihre Weiterlesen

Varney, der Vampir – Kapitel 48

Thomas Preskett Prest
Varney, der Vampir
oder: Das Blutfest

Ursprünglich als penny dreadful von 1845 bis 1847 veröffentlicht, als es zum ersten Mal in Buchform erschien, ist Varney, der Vampir ein Vorläufer von Vampirgeschichten wie Dracula, die es stark beeinflusst hat.

Kapitel 48

Der Pfahl und die Leiche

Der Mob schien von Anfang an den Eindruck zu haben, dass vonseiten der militärischen Kräfte keine ernsthaften Konsequenzen zu erwarten seien. Es war nicht anzunehmen, dass die Soldaten, die in dieser Angelegenheit weder persönlichen Anstoß noch besondere Gefühle hegen konnten, sich einen schlechten Ruf einhandeln wollten, der ihnen für Jahre anhängen würde. Dies war kein politischer Aufruhr, bei dem unterschiedliche Meinungen zu erhitzten Gemütern führen könnten. Zwar hatten die zivilen Behörden um militärische Weiterlesen

Deutsche Märchen und Sagen 198

Johannes Wilhelm Wolf
Deutsche Märchen und Sagen
Leipzig, F. A. Brockhaus, 1845

273. Karl lässt einen Brunnen graben

Nach der Eroberung von Goulette hatte Karls Heer großen Wasserbedarf. Da ließ Karl einen Brunnen graben. Die Soldaten gruben tief und fanden ein schönes Kreuz. Sie berichteten dem Kaiser davon, der kam hinzu und nahm das Kreuz mit großer Ehrerbietung aus dem Loch. Kaum hatte er es von der Stelle genommen, an der es gelegen hatte, da sprang ein klarer Quell hervor, und das ganze Lager labte sich daran. Das Kreuz sandte er seiner Kaiserin mit der Weisung, es als einen allerköstlichsten Schatz zu bewahren.

274. Karls Handzeichen

Kaiser Karl konnte, wie bekannt, nicht schreiben. Wenn er etwas unterzeichnen sollte, dann tauchte er seine Hand in Tinte, spreizte die Finger weit aus und schlug damit auf das Papier, sodass das Zeichen seiner Hand darauf zurückblieb. Darum nennt man eine Weiterlesen