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Moonfall

Moonfall – Ein gigantischer Absturz mit Unterhaltungswert

Eine mysteriöse Kraft reißt den Mond aus seiner Umlaufbahn und es bleibt nicht viel Zeit, um die Kollision von Erde und Mond zu verhindern. Während NASA-Offizierin Jo Fowler verzweifelt nach einem Ausweg sucht, hat ihr in Ungnade gefallener Ex-Kollege Brian Harper mit Familien-Problemen zu kämpfen. Als der Astro-Experte und Verschwörungstheoretiker K.C. Houseman an Harper herantritt, wird dieser aber nicht nur auf die drohende Katastrophe aufmerksam, sondern sieht sich auch mit seiner Erfahrung aus einer früheren Weltraum-Mission bestätigt: Irgendwas stimmt ganz und gar nicht mit dem Mond – und das abgesehen davon, dass der Erdtrabant die Erde zu zerstören droht. Inzwischen regnet es auch schon riesige Mondbrocken auf die Erde und als Jo Fowler mit ihrem NASA-Team nicht mehr weiterkommt, holt sie kurzerhand Brian und K.C. ins Boot. Gemeinsam setzen sie die Puzzle-Stücke rund um das Mond-Mysterium zusammen und brechen zu einer waghalsigen Mission ins All auf, um den Untergang der Welt zu verhindern …

Roland Emmerich bleibt sich treu: In Moonfall lässt er nicht mehr nur Städte zerstören, sondern gleich die gesamte Physik kollabieren. Wer diesen Film sieht, muss sich auf eine Achterbahnfahrt einstellen, die zwischen bildgewaltigem Spektakel und erzählerischem Wahnsinn schwankt. Die Prämisse ist so hanebüchen wie faszinierend: Der Mond verlässt seine Umlaufbahn und rast auf die Erde zu. Warum? Weil er in Wahrheit eine künstliche Megastruktur ist, die von einer bösartigen KI bewohnt wird. Das Drehbuch bedient sich dabei großzügig an Verschwörungstheorien und Prä-Astronautik, was dem Film einen fast schon märchenhaften, wenn auch völlig unlogischen Anstrich verleiht.

Handwerklich liefert Emmerich ab. Wenn der Mond so nah an die Erde rückt, dass seine Gravitation ganze Ozeane aus den Betten hebt, entstehen Bilder von erschreckender Schönheit und gigantischem Ausmaß. Die Spezialeffekte sind auf höchstem Niveau und rechtfertigen das enorme Budget von 140 Millionen Dollar zumindest optisch. Es macht auf eine seltsame Art Spaß, John Bradley als kauziger Verschwörungstheoretiker dabei zuzusehen, wie er der NASA erklärt, wie das Universum wirklich funktioniert. Leider hält die inhaltliche Substanz nicht mit den Bildern mit: Der Film ignoriert jede Form von wissenschaftlicher Realität so konsequent, dass es wehtut. Die Suspension of Disbelief wird hier nicht nur strapaziert, sondern zermalmt.

Trotz der großen Schauwerte war der Film ein massiver Flop an den Kinokassen. Mit einem Einspielergebnis von nur etwa 67 Millionen Dollar bei weit höheren Kosten zeigt sich, dass das Publikum im Jahr 2022 mehr verlangte als nur reine Zerstörungsszenerien ohne erzählerisches Fundament.

Fazit:
Moonfall ist kein guter Film im klassischen Sinne, aber er ist ein ehrliches Stück Katastrophenkino. Er ist laut, stupide, bildgewaltig und nimmt sich trotz seiner absurden Story erstaunlich ernst. Vielleicht liegt genau darin sein Reiz: Er bietet eine Art Eskapismus, der zwar keine Logik, aber dafür umso mehr Popcorn-Entertainment verspricht. Wer bereit ist, sich auf dieses Spektakel einzulassen, könnte an einem regnerischen Abend gut unterhalten werden.

Stab
Regie: Roland Emmerich, Drehbuch: Roland Emmerich, Spenser Cohen, Harald Klöser, Produktion: Harald Kloser, Roland Emmerich, Musik: Thomas Wander, Harald Kloser, Kamera: Robby Baumgartner, Schnitt: Ryan Stevens Harris, Adam Wolfe

Besetzung
Halle Berry: Jocinda Jo Fowler, Patrick Wilson: Brian Harper, John Bradley-West: K.C. Houseman, Michael Peña: Tom Lopez, Charlie Plummer: Sonny Harper, Kelly Yu: Michelle, Donald Sutherland: Holdenfield, Eme Ikwuakor: General Doug Davidson, Carolina Bartczak: Brenda Lopez, Maxim Roy: Sgt. Gabriella Auclair, Frank Schorpion: General Jenkins, Stephen Bogaert: NASA-Direktor Hutchings, Andreas Apergis: Lt. Colonel Reed, Kathleen Fee: Elaine, K.C.s Mutter

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