Der Hasenwirt
Der Hasenhirt
Aus: Von Hollas Rocken, Eberhard König, 1925
Der König von Portugal war der Meinung, dass seine schöne Tochter sauer und holzig werden würde, wenn sie nicht bald unter die Haube käme, und dass sie dann keiner mehr möchte. »Desto besser!«, rief das hübsche Kind stolz. »Kann denn unsereins, wenn es nur leidlich gerade gewachsen ist und kein garstiges Gesicht hat, nie leben, wie es ihm gefällt? Was frage ich nach den Mannsleuten! Ich will mein eigen sein und bleiben! Wenn sie doch wüssten, wie dumm ich all ihr Getue finde. Hat das unnütze Volk auf Gottes Welt denn nichts Besseres zu tun, als vor uns ein Männchen zu machen? Ich kann bald keine Person mit Hosen und Haaren im Gesicht mehr sehen.«
Das war sehr kräftig gesprochen und der gute König hätte es endlich einsehen müssen: Bei der ist nichts zu hoffen! Aber er konnte sich einfach nicht damit abfinden, dass er nie und nimmer ein Strampelchen von Enkelkind auf seinen Knien reiten lassen würde. Ach, und wer sollte dereinst sein Reich erben?
Aus dem Reiche der Phantasie – Heft 3 – Der rote Messias – 7. Teil
Robert Kraft
Aus dem Reiche der Phantasie
Heft 3
Der rote Messias
Verlag H. G. Münchmeyer, Dresden, 1901
Kapitel 7
Dem Untergang geweiht
In ganz Amerika war eine Panik ausgebrochen.
Was waren die früheren Indianerkriege – mögen sie auch oft genug Jahrzehnte gedauert haben – im Vergleich zu diesem? Und das auch noch in einer Zeit, in der man den Indianern keinerlei Bedeutung mehr beimaß und sie bereits für ausgestorben hielt!
Mörder und Gespenster – Band 1 – 13. Teil
August Lewald
Mörder und Gespenster
Band 1
Der Erbe des Teufels
Kapitel 3
Es muss uns nun vor allem daran gelegen sein, die Neffen etwas genauer unter die Lupe zu nehmen.
Der Älteste war sicherlich der böseste Junge, der je in den Straßen von Białystok herumgelaufen ist. Von Pflastertretern kann in diesem Fall allerdings nicht die Rede sein, denn selbst die Hauptstraßen waren zu jener Zeit noch nicht gepflastert.
Man erzählte sich, dass er mit Haaren und Zähnen auf die Welt gekommen sein soll. Wenn man es als Vorbestimmung ansehen will, so darf man sagen, dass er wirklich seine Gegenwart und Zukunft verfraß. Er war über alle Grenzen hinaus verschwenderisch und sündigte an der Erbschaft seines Oheims, die ihm angesichts dessen enormer Lebenskraft vielleicht nie zuteilwerden konnte. Weiterlesen
Das Abenteuer der beiden Goldsucher
George Barton
Berühmte Detektivgeschichten
Das Abenteuer der beiden Goldsucher
Dies ist die Geschichte eines Hundes, eines Landstreichers und eines Detektivs – und der Wunderbarste von ihnen war der Hund.
Sie beginnt in London, wo zwei Männer sehnsüchtige Blicke auf die Reichtümer von British Columbia werfen. Die beiden Männer, Edward Hayward und Charles King, unterschieden sich in allem, außer in ihrem Wunsch, in den geheimnisvollen und fernen Regionen der Neuen Welt Gold zu finden. Sie waren Glücksritter, bereit, für plötzlich erworbenen Reichtum alles zu riskieren. Nach aufwendigen Vorbereitungen für die lange Reise verließ die Hayward-King-Expedition London und war mit allem ausgestattet, was Entdecker und Goldjäger brauchten. In regelmäßigen Abständen hörten Freunde in London von den beiden Abenteurern, doch dann brach plötzlich jeglicher Kontakt ab.
Dann kam eine Anfrage des Superintendenten der Royal North-West Mounted Police in Alberta an den Leiter von Scotland Yard. Weiterlesen
Das Geisterschiff – Kapitel 23
John C. Hutcheson
Das Geisterschiff
Kapitel 23
In Reichweite
»Bei Gott! Ist das wahr?«, rief der Kapitän aus und griff hastig nach seiner Mütze, die er in seiner Aufregung während der Erzählung des Obersts auf einen nahegelegenen Schrank geworfen hatte.… Weiterlesen
Neueste Kommentare