Nick Carter – Band 19 – Ein schauerlicher Fund – Kapitel 6
Nick Carter
Amerikas größter Detektiv
Ein schauerlicher Fund
Ein Detektivroman
Kapitel 6
Ein entsetzlicher Anblick
Das Geräusch, das den Detektiv so betroffen gemacht hatte, wurde durch heftiges Anklopfen gegen die Außentür verursacht.
Jeremy wollte sich gerade erheben und nachschauen, wer draußen war, doch der Detektiv hielt ihn zurück.
»Wartet«, raunte er dem anderen zu. »Wenn das Klopfen von Einbrechern herrührt, wollen sie sich nur davon überzeugen, ob sich hier im Museum ein Wachmann befindet. Darum wollen wir uns ganz still verhalten und abwarten, ob sie einzudringen versuchen werden. Sind sie davon überzeugt, dass sich niemand hier drinnen aufhält, werden sie es tun.«
Aus dem Reiche der Phantasie – Heft 5 – Die verzauberte Insel – 1. Teil
Robert Kraft
Aus dem Reiche der Phantasie
Heft 5
Die verzauberte Insel
Verlag H. G. Münchmeyer, Dresden, 1901
Kapitel 1
Schiffbruch
Mit dem festen Vorsatz, gleich einzuschlafen und im Traum recht schnell zu dem scheinbaren Bewusstsein zu gelangen, in dem er sich wachend wähnte, war Richard zu Bett gegangen. Aber gerade deshalb blieb ihm der Schlaf fern, denn sein Kopf war zu sehr mit Plänen beschäftigt.
Ich wünsche mir eine Insel, die genau der von Robinson Crusoe entspricht, dachte er. Sie muss also in der südlichen Zone liegen, Weiterlesen
Westward! Ho! – Erinnerungen eines Trappers – Kapitel 50
Am siebzehnten Tag bestiegen wir einen steilen Hügel und erblickten die Ebenen des Snake River sowie die Trois Titons, die fast genau nach Osten lagen. Wir stiegen die raue, unregelmäßige Ebene hinab und machten am Abend an den Gewässern des Columbia halt. Die Landschaft hier ist extrem zerklüftet und von kleinen Bächen durchzogen, die durch hohe, steile Felshügel voneinander getrennt sind. Wir sahen riesige Büffelherden in den Ebenen unter uns, die sich, soweit das Auge reichte, in alle Richtungen erstreckten. Während des Marsches warnten uns unsere Indianer, unsere Pferde unterwegs nicht grasen zu lassen, da es dort ein giftiges Kraut gibt, das einer Pastinake ähnelt und kurz nach dem Verzehr zum Tod führt.
Am achtzehnten Tag reisten wir nach Südosten hinunter zu den großen Ebenen und machten am Poison Weed Creek Halt. Wir beobachteten Sandwolken, die sich in verschiedene Richtungen bewegten. Sie wurden von Winden aufgewirbelt, obwohl der Tag schön war und die Luft ruhig, ohne auch nur den Hauch einer Brise. Diese seltsamen Wolken bewegten sich mit großer Geschwindigkeit über die Ebene. Oft hielten sie plötzlich an, als wollten sie mehr Kraft und eine dichtere Staubwolke sammeln. Einige Augenblicke lang drehten sie sich mit beschleunigter Geschwindigkeit um sich selbst, dann zogen sie wieder langsam weiter und bewegten sich in eine ganz andere Richtung als zuvor. Mit schnellerem Flug schwebten sie weiter, bis sie wieder an einem Sandhügel anhielten, um ihre Geschwindigkeit zu erhöhen oder ihre Substanz zu verdichten. Mit scheinbar neuer Kraft und Volumen zogen sie wieder vorbei, bis sie Weiterlesen
WEEKLY GHOST STORY – Die Geschichte von Clifford House
Die Geschichte von Clifford House
Ich werde Ihnen nun, wie versprochen, diese Geschichte erzählen. Doch ich kann Ihnen kaum vermitteln, wie ungern ich meine Gedanken in die Zeit zurückwandern lasse, die ich in diesem Haus verbracht habe – meinem ersten Wohnsitz in der Stadt nach meiner Heirat.
Ich hatte mir so sehr gewünscht, im Frühjahr in die Stadt zu ziehen – vermutlich, weil ich meiner schönen, ländlichen Heimat überdrüssig geworden war. Ich war überdrüssig der weiten Rasenflächen und der stillen, spiegelglatten Teiche und Bäche, die von üppig blühenden Rhododendren gesäumt waren. Ich war überdrüssig der stillen, moosbewachsenen Alleen, die im flackernden Licht, das durch die hellgrünen Buchenblätter fiel, wunderschön aussahen. Ich war überdrüssig der Rosengärten mit grasbewachsenen Wegen, die übersät waren mit schalenartigen Blütenblättern in den Farben Weiß, Purpur, Rosa und Creme. Ich war überdrüssig der altmodischen Zimmer mit schmalen Sprossenfenstern, die von scharlachroter Japonica und duftendem, sternförmigem Jasmin umrankt waren.
Sagen der mittleren Werra 102
Der Alb, der im Werragrund und dessen nächster Umgebung allgemein genannt wird, ist fast immer ein unheimliches Weibsbild, welches die Gabe besitzt, sich nachts zu denjenigen einzuschleichen, die es drücken und beängstigen will. Zu diesem Zweck benutzt es im Notfall sogar das Schlüsselloch. Sie nimmt die Gestalt einer Katze, eines Marders oder eines anderen haarigen Spuks an, springt auf das Bett, legt sich dem Schlafenden auf Brust oder Hals und drückt ihn so, dass er die Unholdin weder abzuwerfen noch um Hilfe zu schreien imstande ist. Hat sie sich genug an der Angst und dem Gewimmer des Geplagten ergötzt, verschwindet sie wieder auf demselben Weg.
In Möhra stehen besonders diejenigen Frauen in Verdacht, ein Alb zu sein, denen die Augenbrauen über der Nase zusammengewachsen sind.
Ein derart gezeichnetes Mädchen aus Möhra kam eines Abends mit einer Freundin aus der Spinnstube. An der Schmiede angekommen, stellte sie ihr Spinnrad vor das Haus, sagte zu ihrer Freundin: »Warte hier ein wenig und sieh nach meinem Rad, ich Weiterlesen

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