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Sagen der mittleren Werra 100

Vom tollen Jägersgraben

Von Eckardtshausen nach Förtha zieht sich links am Weg eine tief bewaldete Schlucht hin, die den Namen Toller Jägersgraben trägt, weil der tolle Jäger und das wütende Heer darin hausen sollen.

a)
Ein armer Kötzenflicker aus Förtha musste einmal nachts dort vorbeikommen. Da hörte er ein großes Spektakel im Graben; es klang, als würde der ganze Wald zusammenbrechen. Er sah auch, wie jemand seiner Meinung nach ein Stück Wild erlegte. Er dachte: Den lässt du hübsch links liegen! Und ging im Bogen um ihn herum. Als der Kötzenflicker vorbei war, konnte er es aber doch nicht übers Herz bringen. Er rief im Spaß: »Kann man da auch einen Braten davon kriegen!« Und machte sich dann auf den Heimweg. Kaum hatte er sich jedoch niedergelegt, flogen Haus- und Stubentür auf und es gab einen schweren Fall auf den Tisch.

Dem Kötzenflicker wurde es himmelangst, doch er stand auf, machte Licht und betrachtete das Geschenk. Zu seinem Schrecken gewahrte er das Viertel eines Pferdes, an dem sogar noch das Hufeisen hing. Am anderen Morgen hockte der arme Teufel den Weiterlesen

Varney, der Vampir – Kapitel 54

Thomas Preskett Prest
Varney, der Vampir
oder: Das Blutfest

Ursprünglich als penny dreadful von 1845 bis 1847 veröffentlicht, als es zum ersten Mal in Buchform erschien, ist Varney, der Vampir ein Vorläufer von Vampirgeschichten wie Dracula, die es stark beeinflusst hat.

Kapitel 54

Die Verbrennung von Varneys Haus. Eine Nachtszene. Volksglaube.

Der Offizier verstummte. Dann kehrte die Gruppe, die er um das Haus und das Grundstück geschickt hatte, zurück, schloss sich ordentlich an die Hauptgruppe an und der Sergeant trat vor, um seinem Vorgesetzten Bericht zu erstatten.

Nach der üblichen Begrüßung wartete er darauf, dass man ihn fragte, was er gesehen hatte. Weiterlesen

Mörder und Gespenster – Band 1 – 9. Teil

August Lewald
Mörder und Gespenster
Band 1

Der Werwolf

Kapitel 9

Ergriffen von den Schrecken des Todes, ohne seine Schwelle zu betreten, eilte er zu dem Geistlichen, der ihm den Rat erteilt hatte, dem Werwolf die Hand abzuhacken.

»Ei, was seht Ihr doch so bleich aus, Meister!«, rief ihm der Pfarrer entgegen.

Darauf erzählte er ihm alles, was er erlebt hatte, und wie er dem Werwolf die abgehauene Hand aufs Lager gelegt hatte. Dieser hatte sie ihm jedoch unter der Decke hervorgestreckt und ihm so bewiesen, dass er seine beiden gesunden Hände besaß.

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Aus den Geheimakten des Welt-Detektivs – Band 9 – 5. Kapitel

Aus den Geheimakten des Weltdetektivs
Band 9
Die Lady mit dem Kanarien-Brillant
5. Kapitel
Mrs. Bonnets Fehltritt

»Ich werde Ihnen den Brillanten wiederbeschaffen, Mylady, und wenn es mein Leben kostet.«

Mit diesen Worten verabschiedete sich Sherlock Holmes von Lady Diana,… Weiterlesen

Frank Reade Library – Nummer 1 – Kapitel 3

Frank Reade jr. und sein neuer Dampfmann
Oder: Die Reise des jungen Erfinders in den Wilden Westen
Kapitel 3
Auf den Prärien

Die Szenerie unserer Geschichte ändert sich nun drastisch.

Wir versetzen die Lesenden von Readestown in die Weiten des Fernen Westens. Ganze fünfhundert Meilen von der Zivilisation entfernt, mitten im feindlichen Sioux-Gebiet.

Frank Reade Jr. hatte den Dampfmensch so weit wie möglich per Eisenbahn transportiert.

Von dort aus reiste er den Rest des Weges über Land.

Bis jetzt hatte sich auf ihrer Reise nichts Aufregendes ereignet. Doch sie standen kurz vor den aufregendsten Abenteuern, wie der Weiterlesen