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Vergessene Helden 19

Eine eiskalte Lady

Sie ist klug und souverän und außerordentlich feminin, sie kocht gern, geht ins Theater und rettet Tiere. Das ist die eine Seite, die andere ist Karate, Judo und Fechten, Kleinkaliberwaffen, Pfeil und Bogen und ein doppelköpfiges Yawara-Holz. Sie ist nicht nur sexy, sondern auch eiskalt und tödlich.

Ihr Name ist Modesty Blaise und das ist ihre Geschichte.

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Es war in den frühen 1960er Jahren, als die Redakteure der Londoner Zeitung Evening Standard den englischen Comicautor Peter O’Donnell baten, für ihren täglichen Comicstrip einen neuen Helden zu erschaffen. O’Donnell sagte zu, entschied sich aber entgegen dem allgemeinen Mainstream, dass es an der Zeit war, endlich eine Frau zu erschaffen, die in der Lage war, alle Heldenaufgaben zu erledigen, und das bitte schön besser als die meisten Männer. O’Donnell hatte nämlich schon seit Längerem einen diesbezüglichen Charakter im Hinterkopf.

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Nick Carter – Band 16 – Haken-Max – Kapitel 3

Nick Carter
Amerikas größter Detektiv
Haken-Max
Ein Detektivroman

Ein Mord auf offener Straße

Betroffen hatte der große Detektiv den beiden Gaunern nachgeschaut, und er hatte die unangenehme Empfindung, dass jene nun in allen Ecken und Enden von Chicago bekanntgeben würden, er sei in der Stadt, und darum sei Vorsicht vonnöten. Doch es leuchtete ihm ein, dass eine Verfolgung der Kerle ebenso aussichts- wie zwecklos war. Diesen Joe hatte er gewiss noch nie zuvor im Leben sehen – den anderen allerdings – es war genau derselbe Mann wie etwa Haken-Max, und er hatte ähnlich freche Straßenüberfälle auch schon in New York am helllichten Tage verübt. Dabei war er ein zäher, mutiger Bursche, der sich aufs Boxen mindestens ebenso gut verstand wie Nick Carter selbst. Aber die Nase fehlte – die Nase –, und es war kein Gedanke daran, dass es der seit verflossenem März wieder auf die Menschheit losgelassene und seitdem wie vom Erdboden verschwundene gefährliche Weiterlesen

Aus dem Reiche der Phantasie – Heft 1 – Der letzte Höhlenmensch – 8. Kapitel

Robert Kraft
Aus dem Reiche der Phantasie
Heft 1
Der letzte Höhlenmensch
Verlag H. G. Münchmeyer, Dresden, 1901

Gefangen

Die Freude Richards, mit dem wackeren Karak wieder vereint zu sein, wurde durch dessen eigene Aussagen sehr getrübt. Karak glaubte nicht mehr an eine Rettung. Ein Durchschlagen durch die Feinde war nach seiner Meinung unmöglich, das verhinderten schon die vielen Wölfe. Konnten sie alle mit einmal töten, wenn sich das Rudel auf sie warf?

Bald sah Richard die Hoffnungslosigkeit der Lage selbst ein, als die Farken mit ihren Hunden in weitem Kreis den ganzen Teich umringten, Feuer anzündeten, daran kochten und sich anscheinend zu einer anhaltenden Belagerung häuslich einrichteten.

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Die letzte Fahrt der FLYING SCUD – Kapitel 5

Die letzte Fahrt der FLYING SCUD
Eine spannende Geschichte aus alten Freibeuterzeiten
Von einem alten Hasen geschrieben

Kapitel V.

Gefangen

Die Red Raven hatte im Hafen angelegt. Ihre Bullaugen waren verdeckt, sodass sie wie ein unschuldiges Handelsschiff aussah; ihre Besatzung hatte die auffällige Piratenkleidung abgelegt und die schlichte Tracht gewöhnlicher Seeleute angelegt. Doch trotz dieser Vorsichtsmaßnahmen ging das Piratenschiff nicht offen in einen der Häfen, sondern fand Zuflucht in einer der kleinen Buchten an der Küste von Long Island, die Kidd bekannt waren.

Einige Hundert Meter vom Wasser entfernt schmiegte sich eine Ansammlung von Häusern zwischen die Felsen, und die Bewohner dieser Häuser waren ebenso gesetzlos wie die Piraten selbst. Sie lebten vom Schmuggel und sogar von schlimmeren Verbrechen, aber Weiterlesen

Westward! Ho! – Erinnerungen eines Trappers – Kapitel 37

Wir wechselten mehrmals unser Lager weiter südlich und zogen schließlich etwa fünfzehn Meilen nach Osten, wo wir an einem kleinen Bach Halt machten, der hier durch ein schönes Tal fließt, das wie üblich von hohen, immergrünen Kiefern bewachsenen Hügeln gesäumt wird. Ein junger Mann namens Benjamin Hardister, der letzten Sommer mit Bonneville gekommen war, sich aber von ihm getrennt und im Winter in unser Lager geflüchtet hatte, verstarb am Abend des 8. an einer Krankheit, deren Ursprung er zweifellos aus den Vereinigten Staaten mitgebracht hatte. Mit Unterstützung eines Mannes, der hinter ihm auf demselben Pferd saß, legte er am Vortag seines Todes acht Meilen zurück. Wir begruben ihn am nächsten Tag so würdig, wie es die Umstände erlaubten, und ließen ihn allein in seiner Pracht. Am 10. überquerten wir mit Mühe die Berge, aufgrund der engen und unregelmäßigen Pfade, die von Büffeln gebildet wurden, die manchmal entlang des unebenen Bodens der Schluchten verlaufen, manchmal die zerklüftete und steile Flanke ihrer Seiten erklimmen, oft zwischen Felsbrocken hindurchführen und gelegentlich durch die fast undurchdringlichen Kiefernwälder, die die mittlere Region der Rocky Mountains bedecken; nach einem sehr ermüdenden Marsch von zwanzig Meilen fanden wir uns am Salt River in einem schönen Tal von etwa fünfzehn Meilen Länge und vier Meilen Breite wieder, umgeben von hohen Bergen, deren Basen von dichten Wäldern aus Kiefern und Espen bedeckt sind. Der Fluss fließt fast in nördlicher Richtung durch das Tal, und mehrere kleine Bäche mit Weiden- und Espenbewuchs münden von den Bergen in ihn. Das Tal ist eben, enthält kaum Salbei, ist wie alle anderen waldfreien Ebenen mit kurzem Gras bedeckt und völlig frei von jenen kleinen Löchern, die von Dachsen gegraben werden und oft in Weiterlesen