Mörder und Gespenster – Band 1 – 15. Teil
August Lewald
Mörder und Gespenster
Band 1
Der Erbe des Teufels
Kapitel 5
Nachdem der Schäfer seinen alten Onkel zu Bett gebracht und zugedeckt hatte, ging er wieder in das Nebenzimmer, um alles in Ordnung zu bringen, damit der Kanonikus am nächsten Morgen keinen Grund zum Schelten haben würde. Er konnte nicht schlafen, obwohl er nach dem Weggang seiner beiden Begleiter lange geschlafen hatte. War es die seltsame Aufregung, in die ihn der Vorfall mit dem Kanonikus versetzt hatte? Er kleidete sich nicht aus, öffnete ein Fenster und blickte hinunter auf den Platz vor der Domkirche, an dem das Haus des Kanonikus lag.
Auf dem Platz war alles still und ruhig. Die Türen und Fenster der Häuser waren geschlossen und nur das Knarren der Weiterlesen
Mörder und Gespenster – Band 1 – 14. Teil
August Lewald
Mörder und Gespenster
Band 1
Der Erbe des Teufels
Kapitel 4
So lebte der arme Schafhirte nun schon mehrere Wochen im Haus seines Oheims, des Kanonikus. Franz, so hieß er, war mit allem zufrieden und fühlte sich glücklich in seinem neuen Stand. Er war klug genug einzusehen, dass es für ihn von Vorteil war, einen Geistlichen zu hüten statt eine Herde Schafe. Daher fand er es gar nicht unangemessen, selbst die Rolle des Hundes zu übernehmen. Er war nicht nur Wärter und Hüter, sondern auch Knecht und Stab des Greises.
Mit rührender Aufmerksamkeit sagte er jedes Mal »Zur Gesundheit!«, wenn der Alte nieste. Hustete der Alte, so blieb sein »Gott behüte Euch noch lange, Herr Oheim!« nie aus. Kurz, der Kanonikus mochte sich räuspern oder irgendein Geräusch machen, so Weiterlesen
Tür des Todes – Kapitel 1
John Esteven
Tür des Todes
Kapitel 1
Halloween
Rückblickend scheint es mir, als wäre meine erste Ankunft in Greyhouse bereits von Täuschung, Geheimhaltung und Doppelzüngigkeit überschattet gewesen. Als hätte ich an seiner Schwelle gezwungen werden sollen, eine neue, zweideutige Haltung einzunehmen. Ich erinnere mich an das Unbehagen, das ich an jenem Herbstabend empfand, als ich mich im stattlichen Gästezimmer zurechtmachte, das mir zugewiesen worden war. Zahlreiche Bedenken und Fragen stellten sich mir, und je mehr ich über die Natur meiner Position nachdachte, desto weniger gefiel sie mir. Wäre da nicht meine Freundschaft mit Eleanor Graham gewesen, wäre ich schon damals geflüchtet. Ja, hätte es sie und Carl Ballion nicht gegeben, wäre ich überhaupt nicht dort gewesen.
Die Nacht, die Stille und die Unsicherheit bildeten ein trostloses Vorspiel zu dem Auftrag, zu dem ich gerufen worden war. Ich Weiterlesen
Der mysteriöse Doktor Cornelius – Band 1 – Episode 6 – Kapitel 3
Gustave Le Rouge
Der mysteriöse Doktor Cornelius
La Maison du Livre, Paris, 1912 – 1913
Sechste Episode
Die Ritter des Chloroform
Drittes Kapitel
Nach New York
Seit dem Verschwinden von M. Bondonnat verfielen die prächtigen Gärten, die er in Kérity-sur-Mer geschaffen hatte, in einen beklagenswerten Zustand brachliegender Ländereien.
Inmitten dieser Trostlosigkeit verbrachten zwei junge Mädchen ihre Tage in Verzweiflung und Tränen.
Frédérique und Andrée wollten aus einer Art Aberglauben das Haus nicht verlassen, in das das Unglück hereingebrochen war, gerade, Weiterlesen
Der mysteriöse Doktor Cornelius – Band 1 – Episode 6 – Kapitel 2
Gustave Le Rouge
Der mysteriöse Doktor Cornelius
La Maison du Livre, Paris, 1912 – 1913
Sechste Episode
Die Ritter des Chloroform
Zweites Kapitel
Die Erzählung von Oscar Tournesol
Mit einer autoritären Geste half Fred Jorgell dem zerlumpten Buckligen, der neben ihm stand, in das Taxi, das sofort im dritten Gang in Richtung Stadtzentrum losfuhr.
»Du bist ein mutiger Junge«, sagte der Milliardär plötzlich zu seinem seltsamen Begleiter. »Du hast mir das Leben gerettet. Aber ich schwöre dir, dass du heute Abend deine Zeit nicht verschwendet hast. Und zunächst einmal, wie heißt du?«
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