Der Märkische Eulenspiegel 27
Der Märkische Eulenspiegel
Seltsame und kurzweilige Geschichten von Hans Clauert in Trebbin
Niedergeschrieben von Oskar Ludwig Bernhard Wolff
Leipzig, 1847
Überarbeitete Ausgabe
Hans Clauert, Schlosser aus Trebbin
Wie Clauert einem jüdischen Kaufmann alte Märker verwechselte
Als jüdische Händler durch die Mark Brandenburg reisten, fragten sie stets nach alter Münze. Überall, wo sie diese zu bekommen wussten, hielten sie einen Wechsel.
Das wusste Clauert sehr wohl. Er ging deshalb einstmals zu einem von ihnen und fragte, ob er alte Märker einwechsele.
Der Märkische Eulenspiegel 26
Der Märkische Eulenspiegel
Seltsame und kurzweilige Geschichten von Hans Clauert in Trebbin
Niedergeschrieben von Oskar Ludwig Bernhard Wolff
Leipzig, 1847
Überarbeitete Ausgabe
Hans Clauert, Schlosser aus Trebbin
Wie Clauert einen Kannengießer betrog
In Spandau lebte ein Kannengießer, der viel von Clauert gehört, ihn aber noch nie gesehen hatte. Deshalb hatte er sich oft gegenüber vielen Leuten verlauten lassen, dass er gern Clauerts Bekanntschaft machen möchte. Als Clauert nun eines Tages dorthin kam und den ganzen Tag lang viel Lächerliches tat, machte der Wirt ihn schließlich mit dem Wunsch des Kannengießers bekannt, ihn kennenlernen zu wollen.
Das Marktg’schlärf von Wolfratshausen … Teil 2
Das Marktg’schlärf von Wolfratshausen, der Raub- und Mordritter Judas von Teufelsnest und der fromme Pilger und heilige Märtyrer Konrad Nantovin
Eine höchst schauerliche Ritter-, Räuber-, Mörder- und Gespenstergeschichte aus dem 13. Jahrhundert
Altötting, ca. 1860
Verschwundener Jammer
Die geneigten Leser haben aus Valentins Mund die Beschreibung der Marterwerkzeuge in der Folterkammer des Regensburger Rathauses vernommen, die noch heute gut erhalten dort zu sehen sind – natürlich nicht die gleichen, aber das ist ohnehin egal, da sie bei Bedarf nachgeschafft wurden. Wir sehen täglich bei unseren Gerichten und von Zeit zu Zeit auch bei den Schwurgerichten, dass Verbrechen aufgedeckt und nach den Gesetzen bestraft werden, ohne dass Folter nötig ist. Als diese noch bestand, wurden gewiss unzählige Menschen in Deutschland und anderen Ländern unschuldig hingerichtet, weil sie die schrecklichen Martern nicht ertragen konnten.
Des Teufels Reise durch einen Teil des Protestantismus 08
Des Teufels Reise durch einen Teil des Protestantismus
Aufzeichnungen einer hochgestellten Person
Verlag von Wilhelm Jurany. Leipzig. 1847
Unterredung mit seinem Sohn (Fortsetzung)
»Schwerlich«, antwortete Herr H. und zuckte mit den Achseln.
»Warum nicht«, fragte Satanas mehr als erstaunt, diesen Zweifel an seinem getreuen Sohn zu bemerken.
»Unter den großen Herren haben wir noch zu viele, die gern reden und darum auch zu viel reden«, bemerkte Herr H. »Man kann heute kaum noch zu Menschen reden, ohne ihnen etwas versprechen zu müssen. Versprechungen sind das einzige Palliativ für manche Wunder. Aber kann man wohl etwas versprechen, ohne sich selbst dabei zu versprechen? Ach, ich will schweigen, denn hierin sitzt eben das böse Geschwür, welches nicht so leicht und nicht so schnell zu heilen ist und für welches wir noch nicht den rechten Arzt haben. Denn unsere Ärzte scheinen es noch gar nicht zu wissen und auch kein Kapitel in ihrer Arzneiwissenschaft zu haben, dass unter Weiterlesen
Der Märkische Eulenspiegel 25
Der Märkische Eulenspiegel
Seltsame und kurzweilige Geschichten von Hans Clauert in Trebbin
Niedergeschrieben von Oskar Ludwig Bernhard Wolff
Leipzig, 1847
Überarbeitete Ausgabe
Hans Clauert, Schlosser aus Trebbin
Wie Clauert einen Schneider betrog
In Prenzlau lebte ein Schneider, der von sich selbst eine sehr hohe Meinung hatte und glaubte, dass niemand so klug war wie er. Dieser hatte besonders auch Umgang mit Clauert, wenn er in der Stadt war, und nahm ihn bisweilen auf die Schippe. Da gedachte Clauert, ihm einen Beutepfennig zu schenken, damit er sich seiner erinnert. Er ging eines Tages zu dem Schneider und fragte ihn, ob er ihm aus drei alten Röcken ein Fastnachtskleid machen könne.
Weiterlesen
Neueste Kommentare