Deutsche Märchen und Sagen 161
Johannes Wilhelm Wolf
Deutsche Märchen und Sagen
Leipzig, F. A. Brockhaus, 1845
209. Die Jungfrau auf der Ziege
In der Gegend von Wetteren sah man häufig eine sonderbare Erscheinung, sowohl am hellen Tag als auch in der Nacht. Ein Knabe unter anderen war von seinem Vater geschickt, um auf die Kartoffeln zu achten, denn es war gerade in der Zeit, wo man die Kartoffeln einholte. Gegen zwölf Uhr mittags sah er von Weitem eine Ziege nahen und darauf saß eine wunderschöne Jungfrau. Je näher dieselbe ihm kam, umso schöner dünkte sie ihm, aber umso größer wurde auch seine Angst. Als sie ihm endlich ganz nahe war, da lief er, was er konnte, um von ihr weg und nach Hause zu kommen.
Sagen und alte Geschichten der Mark Brandenburg 20

Der fliegende Chorschüler
In vielen Städten der Mark und namentlich in Berlin erzählt man sich folgende Sage: Eines Tages verabredeten mehrere Chorschüler miteinander, dass sie auf den Kirchturm (in Berlin soll es der der Marienkirche gewesen sein) steigen und dort aus den Krähennestern, deren sich eine Anzahl oben befand, die Eier ausnehmen wollten. Diesen Versuch führten sie auch aus und stiegen zum Turm hinauf. Als sie dort ankamen, wurde zu einem der Schalllöcher ein Weiterlesen
Die wundersamen Märlein vom Berggeist Rübezahl – 4. Kapitel
Heinrich Döring
Die wundersamen Märlein vom Berggeist Rübezahl
Verlag C. F. Schmidt, Leipzig, ca. 1840
Viertes Kapitel
Wie der fleißige Bauersmann Peter immer tiefer in Armut und Not versinkt
Als nun Rübezahl wieder in sein Waldgebiet zurückgekehrt war, erwachte die unwiderstehliche Lust in ihm, jeden, den sein Weg durch das Riesengebirge führte, durch allerlei Possen und lose Schwänke zu necken. Den harmlosen Wanderer schreckte er in den mannigfachsten Gestalten, bald als Köhler, bald als Waidmann, mitunter auch wohl als ein Hase oder Hirsch mit stattlichem Geweih. Am meisten verdross ihn die wiederholte Erzählung seines Liebesabenteuers im Munde vorüberziehender geschwätziger Bauerdirnen. Da ließ er plötzlich alle Weiterlesen
Sagen der mittleren Werra 47
Der Mönch als Hockauf bei Elmenthal
Von Elmenthal nach Lautenbach konnte man sonst in der Adventszeit nachts nicht gut gehen, ohne dass sich dem Wanderer das Gespenst eines verfluchten Mönchs auf den Rücken gehockt hätte, das bei jedem Tritt an Schwere zunahm und dem Träger beim Abschied noch ein paar räsonable Ohrfeigen beibrachte.
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Die wundersamen Märlein vom Berggeist Rübezahl – 3. Kapitel
Heinrich Döring
Die wundersamen Märlein vom Berggeist Rübezahl
Verlag C. F. Schmidt, Leipzig, ca. 1840
Drittes Kapitel
Wie der Großknecht Michel ein Paar Eselsohren bekam
Weg mit Liebes- und Freiersgrillen!
Weg! Um eines Weibes willen
härmt sich nur ein Tor.
Nein! In meinem luftigen Reiche
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