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Storys

Das Mysterium des französischen Arztes

George Barton
Das Mysterium des französischen Arztes

Serephin de Pawr, die Witwe eines französischen Künstlers, lebte mit ihren drei wunderschönen kleinen Kindern in einer charmanten Wohnung nahe einem der Boulevards von Paris. Sie kleidete sich stilvoll und führte ihren Haushalt auf eine Weise, die bei ihren Nachbarn Eindruck hinterließ. Sie hatte ihren Ehemann, der ein Künstler war, geliebt, und jeder sagte voraus, dass sie für den Rest ihres Lebens Trauerkleidung tragen würde.

Eines Tages traf sie bei einem Empfang einen charmanten jungen Mann. Aus dieser Begegnung entwickelte sich eine interessante Freundschaft, und schließlich wurde er ein willkommener Gast in der gemütlichen Wohnung nahe dem Boulevard Haussmann. Dr. Edmond de la Pommerais – so lautete sein Name – wurde häufig gesehen, wie er mit der attraktiven Witwe fuhr und speiste. Die Zeit kam, als die Trauerkleidung ganz abgelegt wurde. Serephin de Pawr war äußerst glücklich in der Gesellschaft des distinguierten jungen Arztes, und die Klatschmäuler zögerten nicht, weise zu erscheinen und zu erklären, dass es sicherlich zu einer Verbindung kommen würde.
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Vom Schneiderlein mit den drei Hunden

Vom Schneiderlein mit den drei Hunden

Ein armes Schneiderlein hatte zu Hause nichts zu verlieren und ging auf Reisen. Da lief ihm mitten im Wald ein großer Hund in den Weg, bot ihm die Zeit und fragte es, ob es ihn nicht mitnehmen wolle.

»Ei, warum nicht, so du mir dienstbar und zu Willen sein willst; lauf du nur in Gottes Namen hinter mir drein!«

Über eine kurze Wegstrecke kam ein zweiter Hund, trug ihm seine Dienste an und wurde des ersten Kamerad, und — es mochte halt ein närrischer Tag sein, – ehe noch der Abend sank, waren es ihrer drei; ob sich gleich unser Schneiderlein den Kopf kraute und die alte Mütze von einem Ohr aufs andere schob, wenn er es bedachte, wie er wohl drei Hunde ernähren möchte, da er sich selbst nur mit Ach und Krach durch die lei­dige Welt schlug. Aber der Hund sah ihn mit so guten Augen wie ein bittend Mägdlein an. Das Schneiderlein hatte ein zu gutes Herz und, das Beste, was ein armer Teufel haben mag, auch ein leichtes, sorgloses Herz, und dachte sich: »Gott wird uns vieren schon weiterhelfen; wer weis, wofür es gut ist.« Nun, dessen sollte er gleich gewahr werden. Es war dunkel worden, Beine Weiterlesen →

Die Ausreißer

Die Ausreißer
Aus: Von Hollas Rocken, Eberhard König, 1925

Achtzehn Soldaten, ein Feldwebel, ein Sergeant, ein Korporal, ein Tambour und vierzehn Gemeine, waren mitsammen auf einer einsamen Wacht. Es war eine mondhelle Nacht im Lenz, und die Welt lag so weit, so weit, und alle Straßen, die sich im silbernen Duft verloren, sahen aus wie Straßen nach dem Glück. Und da gab unter den Braven, die auf einer Bank vor dem Wachthäuschen saßen und ihre Pfeifen in die laue Nacht rauchten, ein Wort das andere, wie doch der Dienst so hart sei, das Traktement so schlecht, der Obrist so grob, der General so stolz, die Welt so schön, das Leben so kurz und die Nacht so lau. Auf einmal beschloss die ganze Wachtmannschaft: »Wir reißen aus!«

Nur der Feldwebel, der ein alter Soldat war, zwei Feldzüge mitgemacht hatte und außerdem auch den dicksten Knebelbart in der Kompanie besaß, der mochte nicht mittun, wollte aber nicht den anderen im Wege sein. Auf seinen Wunsch banden sie ihm Hände und Füße, auf dass er nicht in Verantwortung und Strafe käme, legten ihn unter die Pritsche, und dann zogen alle, singend Wer weiß, wo in der Ferne das Glück mir noch blüht! mit Sack und Pack in die liebliche Nacht hinaus.

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Eine Reise ins Jahr 2000 – Kapitel 1

William Wallace Cook
Eine Reise ins Jahr 2000
Kapitel 1
Der Mann und die Stunde

Lumley stand auf dem verlassenen Pier am North River und blickte in das dunkle Wasser. Ein Sprung würde alles beenden. Warum sollte er es nicht tun?

Fröstelnd zog er seinen abgetragenen Mantel fest um sich und lehnte sich an einen der Pfähle. Eigentlich schien ihm nur dieser eine Sprung als Ausweg zu bleiben, aber – nun, er zögerte.

Das unbekannte Land erschien ihm in diesem Augenblick gerechter als alles, was er bisher hatte erkunden können.

Dort und nirgendwo sonst hatte er Freunde. Die Frage nach Nahrung und Kleidung war in diesem schönen Land nicht von entscheidender Bedeutung; noch konnten die Bluthunde des Gesetzes ihn über seine Grenzen hinaus verfolgen oder ihn von seinem Weiterlesen →

Der Fall des Dr. Crippen

George Barton
Der Fall des Dr. Crippen

Dies ist die Geschichte einer Reihe von Vorfällen, die zur Aufklärung eines der seltsamsten Mordfälle der Weltgeschichte führten. Ich möchte viele der am wenigsten bekannten Fakten aus einem völlig neuen Blickwinkel präsentieren, der erneut zeigt, wie der unerbittliche Finger des Schicksals zielsicher auf den Mann zeigt, der sich selbst in dem Glauben täuscht, dass Verbrechen auch in dieser überfüllten Welt ungestraft bleiben können. Im vorliegenden Fall war der Täter davon überzeugt, dass er alle möglichen Wege der Entdeckung verschlossen hatte, nur um kurz vor Schluss festzustellen, dass ein Windstoß einen Hinweis preisgegeben hatte, der all seine sorgfältig vorbereiteten Pläne zunichtemachte und zum Galgen führte.

Die Geschichte beginnt – soweit es um unsere Zwecke geht – in der Kabine des englischen Dampfers MONTROSE, der sich auf dem Weg von Antwerpen nach Quebec befand. Kapitän Kendall sah nicht aus wie ein Amateur-Sherlock Holmes, aber er hatte die Liebe eines Seemanns für Geheimnisse, und in diesem Fall war er von den Details eines Falles besessen, der London in seinen Grundfesten erschüttert hatte und die Aufmerksamkeit der lesenden Welt auf sich zog. Vor Beginn seiner vierzehntägigen Reise hatte er sich mit Weiterlesen →