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Storys

Nächtlicher Besuch

Nächtlicher Besuch

Mit einem Ruck fuhr Claudia aus dem Schlaf hoch. Sie lauschte in die Stille, und obwohl sie nicht hätte sagen können, was sie geweckt hatte, brach ihr plötzlich der Schweiß aus.
»Claudia?« Die Stimme ließ sie herumfahren. Im Dämmerlicht, das durch die halb heruntergelassenen Jalousien fiel, erkannte Claudia einen Mann in der Ecke ihres Schlafzimmers.
»Klaus!«, entfuhr es ihr. »Was machst du hier?«
»Claudia. Ich wollte dich endlich einmal wieder sehen.« Klaus’ Stimme klang rauer als sie sie in Erinnerung hatte.
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Der letzte Auftrag

Der letzte Auftrag

Schmerzerfüllt verzog ich mein Gesicht. Das Stechen in meiner Brust war wieder da. Zwar nur kurz, aber dafür nachdrücklich. Immer wieder überkam mich die Angst vor einer Herzattacke, wenn ich solche Momente durchlitt. Im nächsten Augenblick jedoch war es vorbei. Tatjana, meine Gefährtin und Geliebte, deutete nach draußen.
»Sieh nur, Boris! Es hat zu regnen aufgehört, aber nun scheint es Nebel zu geben.«
Ich blickte ebenfalls aus dem Fenster unseres Zimmers.
»Ja, der Nebel kommt vom Fluss her. Was für eine dicke Brühe«, antwortete ich.

Als wir gestern Nachmittag hier in Ruppenstieg angekommen waren, hatte es wie aus Eimern Weiterlesen →

Anglerpech

Anglerpech

Achtunddreißig stand da auf dem Schild. Rote Farbe auf weißem Holz. Der Auslöser oder auch einer der Widerhaken einer Touristenfalle.
Thom war sicher, dass es eben das war; eine Falle. Dem Zustand der Straßen und Häuser nach zu urteilen eine, die nicht funktionierte. Der verzweifelte und erfolglose Versuch eines gottverlassenen Küstenkaffs, ein paar Euro in die Dorfkasse zu spülen. Ins Kässchen.
»Keine Ahnung, wovon du redest, Jung«, sagte der greise Mann und pfiff dabei schwindsüchtig durch seine braunen Zähne, als er Thom die Messer und die gewaltigen Haken über die Ladentheke reichte, die aussah, als habe Klaus Störtebeker schon seinen Weiterlesen →

Lina Maria Charlotte Rapunzel Justus

Lina Maria Charlotte Rapunzel Justus

»Geh Rapunzeln holen!«, wiederholte Lina wütend den Befehl ihrer Mutter und stapfte in den Garten.

Nur weil sie das verflixte Märchen nicht hatte vorlesen wollen. – Ihr Bruder kannte es doch sowieso auswendig!

Genau genommen kannte er jedes Märchen auswendig. Er war eine wandelnde Märchenmaschine, die noch nicht stubenrein war.

Linas schlechte Laune schaffte es, noch schlechter zu werden, als ihr einfiel, dass sie nicht die geringste Ahnung hatte, was Rapunzeln überhaupt waren.
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Drachen! Drachen!

Drachen! Drachen!

Es geschah zu einer Zeit, da Drachen noch häufig waren und die Menschen regelmäßig in Angst und Schrecken versetzten, ihre Felder verwüsteten, ihr Vieh stahlen und sie ihrer Jungfrauen beraubten. Zu dieser Zeit gab es einen eigenen Berufsstand, der sich Drachentöter nannte. Es handelte sich dabei um fahrende Ritter, die sich auf das Beseitigen von lästig gewordenen Drachen spezialisiert hatten. Was der Kammerjäger für das etwas kleinere Ungeziefer ist, das war der Drachentöter für die Drachen.

Auch das Dorf Halenborg wurde seit einiger Zeit immer wieder von einem Drachen heimgesucht. Man schickte Boten in alle Teile des Landes, um einen Drachentöter herbeizurufen, aber trotz der großzügigen Belohnung war es gar nicht so einfach, einen zu finden. Das Beseitigen von Ungeziefer, das einen Mann mit einem einzigen Atemzug töten konnte, war eine gefährliche Sache. Viele, die es gewagt hatten, hatten dabei den Tod gefunden und diejenigen, die es überlebt Weiterlesen →