Der Freibeuter – Ein Rendezvous
Der Freibeuter
Zweiter Teil
Kapitel 15
Es gibt Gemüter, an denen die Schwermut nicht haftet. Sie bleiben sich in allen Lebenslagen gleich, heitere Gemälde, lachend, selbst wenn das Unglück durch das Haus schreitet. Dieser Frohsinn ist das Kind flacher Naturen. Sie sind der Freude, die die Seele berauscht, so wenig zugänglich, wie dem Schmerz, der die Seele läutert und erhebt. Jene Gemüter gleichen dem seichten Dümpfel, den selbst der Sturm nur leise kräuselt, dessen Oberfläche aber auch nur von den Strahlen der Sonne erhellt und nie mit Regenbogenfarben geschmückt wird. Ein wahrhaft heiteres Gemüt ist für Freude und Schmerz gleich empfänglich, nur hat der Schmerz keine bleibende Stätte bei ihm wie die Freude. Die Freude ist ihm die Lebensnahrung, der Schmerz das Salz. Ein solches Gemüt ist Weiterlesen
Der bayerische Hiesel – Teil 29
Friedrich Wilhelm Bruckbräu
Der bayerische Hiesel
Wildschützen- und Räuberhauptmann, landesverrufener Erzbösewicht
Der Besuch
Die Bedeckung des Wagens, auf welchem Afra transportiert wurde, mochte wohl schneller in Buchloe, von wo sie ausgegangen, angekommen sein, als dies mit dem Wagen geschehen wäre. Denn Hiesel hatte noch kaum eine halbe Stunde Weges zurückgelegt, als ihm schon ein vertrauter Leinweber von Buchloe entgegen kam, mit der Meldung, dass ein Streifkommando von der Zuchthauswache gegen ihn im Anzug sei.
Indem sich Hiesel wunderte, dass sein treuer Gefährte, der ihn noch vor jeder Streife gewarnt hatte, der Weiterlesen
Die Geisterburg
Christoph Wilhelm Meißner
Die Geister
Zweiter Band
Berlin 1805, bei Oehmigke jun., überarbeitet 2016
Die Geisterburg
Ich reiste durch ein Dorf, welches nahe an einem Wald grenzte, dessen Besitzer sich aber nie hier aufhielt, und der einen Bauer zum Pächter eingesetzt hatte. Auf meine Frage, warum das schöne Schloss unbenutzt dastände, erfuhr ich, dass es seit zwanzig Jahren von einem Geist beunruhigt würde.
Ich lachte laut auf. Mein Wirt aber brachte mir die glaubwürdigsten Belege, dass schon zwei Wagehälse mit Weiterlesen
Der goldene Fels Kapitel 2
Robert Kohlrausch
Der goldene Fels
Kriminalroman, Alster-Verlag, Hamburg, 1915
Zweites Kapitel
Mit einer korpulenten Generalin am Arm, auf deren Haupt ein Reiherbusch nickte, war der Kommerzienrat seinen Gästen in den Speisesaal neben dem Salon vorangeschritten. Wohl sechzig Personen waren ihm gefolgt und erfüllten jetzt, um eine hufeisenförmige Tafel geordnet, mit ihren zu Beginn des Festes noch gedämpften Stimmenden den weiten Raum. Weiße Säulen trugen eine weiße, gewölbte und kassettierte Decke. Zwischen den Säulen war mattblauer Seidendamast über die Wände gespannt.
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Der Teufel auf Reisen 43
Carl von Kessel
Der Teufel auf Reisen
Dritter Band
Ein humoristisch-satirischer Roman aus dem Jahr 1870
Neuntes Kapitel – Teil 3
Eine Jugendliebe
Als die beiden jungen Leute sich allein befanden, trat eine minutenlange feierliche Stille ein. Man sah es beiden an, dass keiner das Gespräch beginnen wollte, obgleich die Gründe hierbei natürlich sehr verschieden waren.
Helene begriff, dass sie von dem Doktor gewissermaßen überrascht ward und dass ihre Stellung zu demselben Weiterlesen
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