Cyril Hare – Der Tote im Wohnzimmer
Cyril Hare – Der Tote im Wohnzimmer
Die Geschichte spielt im London des beginnenden 20. Jahrhunderts. In Daylesford Gardens, South Western, einem ruhigen Viertel in London, stehen Häuser, die zu dieser Zeit nicht neu und nicht im Entferntesten elegant sind. Am nördlichen Ende des Viertels hat der Zeitungsverkäufer Jackie Roach seinen Stand.
Die meisten Hausbesitzer von Daylesford Gardens kennen ihn vom Sehen, aber wieviel er über sie alle weiß, ahnen die wenigsten von ihnen.
An einem kühlen, windigen Abend im November hätte sich Roach über ein Schwätzchen mit jedem der Bewohner des Viertels gefreut, das ihn von dem Rheuma abgelenkt hätte, welches ihn zu dieser Jahreszeit immer ganz besonders plagte. Aber niemand wollte im Augenblick innehalten und mit ihm sprechen. Die Leute blieben gerade so lange, um ihm eine Münze in die Hand zu drücken und sich eine Zeitung zu schnappen, als wäre er ein Automat.
Rosa, das Dienstmädchen von Miss Penrose aus der Nummer 27, das jeden Abend um Punkt sechs Uhr kam, um den Standard zu Weiterlesen
Der Detektiv – Band 31 – Eine leere Streichholzschachtel – Teil 1
Walter Kabel
Der Detektiv
Band 31
Kriminalerzählungen, Verlag moderner Lektüre GmbH, Berlin, 1920
Eine leere Streichholzschachtel – Teil 1
In die Zeit unseres Aufenthalts in der hinterindischen Hafenstadt Singapur fällt auch unser Abenteuer mit der leeren Streichholzschachtel. Ich möchte es an dieser Stelle einfügen, auch wenn es nur lose mit unserem Kampf gegen Eugenie Malcapier, unsere rotblonde Feindin, zusammenhängt. Immerhin beleuchtet es die verbrecherische Vielseitigkeit dieser schönen Frau noch stärker und gibt den Lese eine interessante Ergänzung des Charakterbildes dieser zweifellos hochintelligenten Frau.
Dass wir in Singapur im Raffles-Hotel abgestiegen waren, habe ich bereits im vorigen Abenteuer erwähnt. Nach der Verhaftung Eugenie Malcapiers im Park des Admirals Stevenpole saßen wir abends im Speisesaal des Hotels mit Detektivinspektor Jobster zusammen und feierten unseren Sieg über unsere schlaue Gegnerin ein wenig.
Detektiv Nobodys Erlebnisse und Reiseabenteuer Band 1 – Teil 17
Detektiv Nobodys Erlebnisse und Reiseabenteuer
Nach seinen Tagebüchern bearbeitet von Robert Kraft
Band 1
Kapitel 3, Teil 2
Flederwisch und Wetterhexe
Bisher war Nobody immer nur in der Maske irgendeiner Gestalt erschienen, die dem alten Herrn unbekannt war. Dies war das erste Mal, dass sich Nobody in einen Mann verwandelt hatte, den Mr. World von Grund auf kannte – er kannte doch seinen Paddy, seinen Kassenboten, dem er nun schon seit über zehn Jahren die größten Geldsummen und die wichtigsten Einschreibebriefe anvertraute. Er hätte dies auch noch vor einer Minute getan, denn das war doch sein stotternder Kassenbote gewesen.
Kurz und gut, der alte Herr war nicht nur starr vor Staunen, als sich sein Kassenbote plötzlich so verwandelte, sondern er entsetzte sich förmlich wie vor einem nicht wegzuleugnenden Gespenst.
Der Kurier und der Detektiv – Kapitel 24
Allan Pinkerton
Der Kurier und der Detektiv
Originaltitel: The Expressman and the Detective
Chicago: W. B. Keen, Cooke & Co., 113 and 115 State Street. 1875
Kapitel 24
Mrs. Cox war hocherfreut, als Madame Imbert zurückkehrte. Sie ging nach oben, um die Kinder ins Bett zu bringen. Es gab keinen Moment zu verlieren. Sobald sie den Raum verlassen hatten, eilte Madame Imbert zur Außentür und lauschte. Sie war zufrieden. Niemand kam, also griff sie sich eine Lampe und ging in den Keller hinunter. Ihr scharfes Auge nahm alles auf einen Blick wahr, doch sie konnte nichts Ungewöhnliches entdecken. Der Boden war ein gewöhnlicher Lehmboden und es waren keine Anzeichen für kürzlich erfolgte Grabungen zu sehen. Sie machte sich an die Arbeit, schuftete einige Augenblicke lang wie eine Wilde, entfernte und ersetzte alle Fässer, Töpfe, Geschirrteile und alles, unter dem Gegenstände versteckt sein könnten, fand aber nichts. Beim erneuten, sorgfältigen Abtasten des Bodens entdeckte sie in der Mitte des Kellers leichte Anzeichen dafür, dass der Boden kürzlich umgegraben Weiterlesen
Detektiv Nobodys Erlebnisse und Reiseabenteuer Band 1 – Teil 16
Detektiv Nobodys Erlebnisse und Reiseabenteuer
Nach seinen Tagebüchern bearbeitet von Robert Kraft
Band 1
Kapitel 3, Teil 1
Flederwisch und Wetterhexe
Seit einem halben Jahr hatte Mr. H. P World die Angewohnheit angenommen, beim Sprechen sich immer schmunzelnd die Hände zu reiben, und er hatte allen Grund dazu.
Bisher war er in New York nur ein lumpiger Millionär gewesen, welcher von allen denen, bei denen der wirkliche Mensch erst mit der hundertsten Million beginnt, verächtlich über die Achsel angesehen wurde. Aber nicht lange mehr, so würde auch Mr. World zu dieser exklusiven Geldaristokratie gehören, die Einkünfte eines hundertfachen Millionärs hatte er bereits! Was allein diese Annoncen einbrachten! Vier Seiten Unterhaltung, vierzig Seiten Annoncen und Reklamen, die Zeile zwei Dollar! Und wenn er dieses ideale Ziel eines jeden echten Yankees nicht mehr erreichte, dann doch ganz bestimmt seine Kinder und Kindeskinder. Die Gründung einer neuen Weiterlesen
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