Aus dem Wigwam – Vater und Sohn
Karl Knortz
Aus dem Wigwam
Uralte und neue Märchen und Sagen der nordamerikanischen Indianer
Otto Spamer Verlag. Leipzig. 1880
Vater und Sohn
uf einem schmalen Sandstriche zwischen zwei stürmischen Seen lebte ein junger Mann, namens Tschappewi, dessen Vater der Erste aller Menschen war. Als dieser zuerst auf der Stelle, wo sich nun die Jagdgründe der Hundsrippen-Indianer befinden, die Welt betrat, fand er die Täler voller Tiere, die Flüsse voll schmackhafter Fische und die Seen voll großer Walfische. Da sich sonst weder Mann noch Frau noch Kinder auf der Erde befanden, so schuf er gleich einige Menschen und gab ihnen zwei Sorten Früchte, eine schwarze und eine weiße, zu essen, verbot ihnen aber, die Erstere zu genießen. Nachdem er ihnen sonst noch allerlei angenehme Dinge geschenkt hatte, steckte er tausend gebratene Meerschweinchen, einen Ozean voll gebackener Fische, dreißig große Walfische und einen hohen Berg von Tabak in seine geräumige Tasche und machte sich auf, um die Sonne zu besuchen, die Weiterlesen
Der Konstanzer Hans Teil 24
W. Fr. Wüst
Der Konstanzer Hans
Merkwürdige Geschichte eines schwäbischen Gauners
Reutlingen, 1852
Vierundzwanzigstes Kapitel
Hans wird nach Sulz abgeliefert.
Was Hans schon früher in Gengenbach befürchtet hatte, das traf nun ein. Der Oberamtmann in Sulz hatte erfahren, dass der Konstanzer Hans in Mahlberg gefangen liege. Da ihm wegen früherer Verbindung dieses Diebes mit vielen Sulzer Gefangenen die Habhaftwerdung desselben von größter Wichtigkeit schien, so schrieb er dorthin und Weiterlesen
Elbsagen 48
Elbsagen
Die schönsten Sagen von der Elbe und den anliegenden Landschaften und Städten
Für die Jugend ausgewählt von Prof. Dr. Oskar Ebermann
Verlag Hegel & Schade, Leipzig
48. Der Riesenstein in der Nassau
Auf dem Keilenberg bei Königsbrück, der nun zum Andenken des Königs Friedrich August des Gerechten der Augustusberg heißt, wohnten in grauer Vorzeit Riesen, die mit einer anderen Riesenfamilie auf dem Kulmberg bei Oschatz in Unfrieden lebten und sich mit Riesentannen und Wackersteinen von vielen Zentnern warfen. In beiden Familien ragte je ein Jüngling zur Freude seiner Eltern über alle seine Verwandten an Größe und Schönheit hervor, Weiterlesen
Aus dem Wigwam – Die Abgötter
Karl Knortz
Aus dem Wigwam
Uralte und neue Märchen und Sagen der nordamerikanischen Indianer
Otto Spamer Verlag. Leipzig. 1880
Die Abgötter
(Tradition der Ricara)
apferer Krieger, Sohn des Bibers, Mann des schrecklichen Kriegsrufes, den die Maha fürchten und die Pawnee hassen, wohin gehst du?«
»Ich gehe, um den Göttern einen Pfeil, Bogen und Speer zu opfern. Dort stehen sie bei den Weiden am seichten Bach: der Mann, die Frau und der Steinhund. Ich will zu ihnen beten, dass sie mir ein Pantherherz und eine Kinderseele geben und meinen Füßen die Schnelle des Windes verleihen!«
»Spute dich, Krieger!«
Weiterlesen
Oberhessisches Sagenbuch Teil 48
Oberhessisches Sagenbuch
Aus dem Volksmund gesammelt von Theodor Bindewald
Verlag von Heyder und Zimmer, Frankfurt a. M., 1873
Werwolf in Sichenhausen
Noch heute, wenn eins beim Essen einen Faden spinnt, der kein Ende hat, sagt man spottweise: »Der hat einen Hunger wie ein Werwolf.« Arme Leute in Sichenhausen hatten einmal Brot gebacken und Mann und Frau trugen ihr Gebäck nach Hause. Sechs halbe Kuchen waren dabei gewesen. Wie sie aber daheim ankamen, fehlten ihrer vier, und noch dazu die schönsten. Die Frau tat dar über gar unsinnig.
Da sagte ein Nachbarkind: »Wisst Ihr, wer Euch das getan hat? Ich habe es wohl gesehen. Ein Ding, so groß wie Weiterlesen
Neueste Kommentare