Archiv

Phänomene und Legenden

Elbsagen 62

Elbsagen
Die schönsten Sagen von der Elbe und den anliegenden Landschaften und Städten
Für die Jugend ausgewählt von Prof. Dr. Oskar Ebermann
Verlag Hegel & Schade, Leipzig

63. Der glückliche Schatzgräber in Schönebeck

Die drei Städte Schönebeck, Großsalze und Frohse sind nicht bloß durch das in ihrer Nähe befindliche große Salzwerk, sondern auch wegen ihrer günstigen Lage an der Elbe schon frühzeitig recht lebendige Verkehrsstätten gewesen. So ist es gekommen, dass in ihnen viele Familien sich durch Wohlstand auszeichneten. Einer der Reichsten war in der Mitte des 16. Jahrhunderts der Holz- und Getreidehändler Lorenz Sauer zu Schönebeck, der Weiterlesen →

Aus dem Wigwam – Der König der Hirsche

Karl Knortz
Aus dem Wigwam
Uralte und neue Märchen und Sagen der nordamerikanischen Indianer
Otto Spamer Verlag. Leipzig. 1880

Vierzig Sagen
Mitgeteilt von Chingorikhoor

Der König der Hirsche

nter den Ottawäern am Großen Bibersee lebte einst ein junger Mann, den jeder für den Sohn des großen Manitu hielt. Sechzehn Jahre vor der Zeit, von welcher ich spreche, hatte man nämlich ein Knäblein, das kaum zwei Sommer alt sein konnte, gefunden, und von dem niemand wusste, woher es kam, noch wer seine Eltern waren. Dass das Kind nicht zum Stamm der Ottawäer gehörte, sah man seiner Gesichtsfarbe an. Auch waren seine Arme und Beine mit Schwimmhäuten versehen und sein Kopf glich dem eines Bibers. Dann hatte es sich auch die meisten Gebräuche jenes Tieres angeeignet.

Täglich ging der Knabe an den See und hielt sich mitunter einen halben Tag lang im Wasser auf. Fische zog er einer Weiterlesen →

Bisonjäger Teil 5

Materielle Kultur

Bevor die Bisonjäger Pferde kannten, war der Hund das einzige Haustier der indigenen Völker. Diente er den Eskimos als Zugtier und den Bewohnern der nördlichen Waldgebiete zum Tragen von Lasten, so benutzten die Plains-Indianer ihn sowohl zum Transport von Lasten als auch zum Ziehen der Travois.1

Ein ausgewachsener Hund konnte auf einem Travois etwa 40 bis 50 Pfund Gepäck befördern. Manche Stämme schätzten dieses Tier allerdings auch nur als kulinarischen Leckerbissen.

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Oberhessisches Sagenbuch Teil 62

Oberhessisches Sagenbuch
Aus dem Volksmund gesammelt von Theodor Bindewald
Verlag von Heyder und Zimmer, Frankfurt a. M., 1873

Die Kornähre

Ein Weibsbild, das in einem Dorf nahe bei Grünberg wohnte, hatte mit dem leidigen bösen Feind einen Bund gemacht. Wer rechtschaffenen Sinnes war, fürchtete sich vor ihm wie vor der Pest. Diese Person hatte eine Tochter, der gefiel das Tun der Mutter nicht und sie wollte das Hexen nicht lernen. Allein, was geschah? Das Mädchen bekam ein Geschwulst an der Wange, das wurde größer und größer und brach endlich auf. Doch floss weder Blut noch Eiter aus der Wunde, sondern es kam daraus eine frische natürliche Kornähre hervor. Alsbald Weiterlesen →

Teufelswahn epidemisch in der Lombardei 1504 – 1523

Teufelswahn epidemisch in der Lombardei 1504 – 1523
Aus: Der Wahnsinn in den vier letzten Jahrhunderten. Nach dem Französischen des Calmeil. Bearbeitet von Dr. Rudolf Leubuscher. Halle. 1848

Der Papst Adrian VI. hatte auf die Bulle Innozenz VIII. und ein Breve von Julius II., der schon Georg von Kasal mit ausgedehnter Vollmacht gegen die Blutsauger in Ita­lien versehen hatte, gestützt, den Dominikanern die Leitung der Hexenprozesse in der Lombardei über­tragen. Dieser heilige Orden war in der Erfüllung seiner Pflichten so tätig, dass er in Como allein in einem Jahr mehr als 1000 Untersuchungen anstellte, mehr als hundert verbrannte. Wie viele Opfer mussten im Zeitraum weniger Jahre in Piemont, in der Lombardei, in Mirandola umkommen! Man sieht aus dem Breve des Papstes, dass man in Italien über ähnliche Verbrechen handelte, wie in Basel, in Konstanz, in Oberdeutschland, Es wa­ren wieder hauptsächlich Frauen, die auf den Bänken der Inquisition Weiterlesen →