Märchen und Sagen der Indianer Nordamerikas 07
Omakaki Ikwe oder die Krötenfrau
Eine schöne junge Frau lebte einsam und verlassen im Wald, und das einzige lebende Wesen, das sie um sich hatte, war ein treuer Hund. Doch sie konnte von großem Glück sagen, denn jeden Morgen, nachdem sie aufgestanden war, fand sie ein großes Stück Fleisch vor ihrem Wigwam liegen. Da sie nun die Neugier plagte, wer ihr dieses eigentlich bringe, so stand sie einst sehr früh auf und bemerkte einen schönen Jüngling, der sich langsam ihrer Hütte näherte. Sie begegneten sich, grüßten sich – und heirateten auch bald danach. Nach Verlauf eines Jahres waren sie auch im Besitz eines munteren Sohnes.
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Schwäbische Sagen 22
Das Totenvolk
Eine mündliche Überlieferung aus Thusis
In den deutschen Ortschaften Graubündens wissen die Leute viel von dem Totenvolk zu erzählen. Es sind dies die Seelen verstorbener Menschen, die nicht zur Ruhe der Seligkeit gelangt sind und nun unter Führung des Teufels zu gewissen Zeiten durch die Luft ziehen. Sie machen eine traurige, unharmonische Musik. Niemand darf zu dem Totenvolk aufblicken. Wer es anruft, Weiterlesen
Sagen- und Märchengestalten – Der Adept zu Berlin – Teil 5
Sagen- und Märchengestalten sowie Geister-, Wunder- und Aberglauben des deutschen Volkes
Mit Erzählungen von Begebenheiten der Vorzeit, die den Glauben an eine Geisterwelt förderten, Berlin, Verlag von Burmester & Stempell,1874
Der Adept zu Berlin – Teil 5
In derselben Nacht schritt Johannes Bötticher zu Dresden rastlos auf und ab. Wie hatte er sich verändert, außen und innen! Tiefe Blässe deckte die jugendlichen Wangen, die von jenem bitteren Zug durchfurcht waren, den der Schmerz zu zeichnen pflegt. Als er von Berlin entwich, sprosste ihm kaum der zarte Flaum um Mund und Kinn, und seine sanften Kinderaugen strahlten in weichem, feuchtem Glanz. Nun verbarg ein voller, männlicher Bart mehr als Weiterlesen
Märchen und Sagen der Indianer Nordamerikas 06
Von dem Knaben, der die Sonne in einer Schlinge fing
Zur Zeit, als noch die Tiere auf der Welt die Oberhand hatten, waren sie sehr grausam gegen die Menschen und töteten sie alle mit Ausnahme eines Mädchens und eines Knaben. Dieser Knabe war ein Zwerg und nahm wohl täglich zu an Alter, aber nie an Kraft und Größe. Deshalb musste die Schwester alle Arbeiten allein verrichten. Sie musste Holz holen, die nötigen Kleider anfertigen und den Wigwam rein halten. Wenn sie ausging, nahm sie ihren schwächlichen Bruder jedes Mal mit, damit ihn nicht etwa während ihrer Abwesenheit ein großer Vogel wegschleppe oder ihm ein sonstiges Unglück passiere.
Märchen und Sagen der Indianer Nordamerikas 05
Die Osagen oder der Stamm, der einer Schnecke entsprang
Nahe am Ufer des Missouri lebte einst eine junge Schnecke sorgenfrei und mühelos. Sie amüsierte sich köstlich nach Schneckenart, streckte ihre Fühlhörner so weit aus, wie sie konnte, und labte sich reichlich an stärkender Nahrung, die ringsum im Überfluss vorhanden war. Plötzlich aber kam über Nacht eine starke Überschwemmung, und das arme Tierlein musste schnell, um nicht zu ersaufen, auf einen nahe liegenden Baumstamm klettern, mit dem es nun weit fortgetrieben wurde.

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