Mörder und Gespenster – Band 1 – 22. Teil
August Lewald
Mörder und Gespenster
Band 1
Der Muttermörder
Kapitel 3
Am Abend desselben Tages blicken wir in das elende Kämmerchen, in dem die alte Frau Walter wohnt. In ihrem eigenen Bett, das die Grausamkeit des Sohnes ihr nicht hatte vorenthalten können und das noch von besseren Tagen zeugt, liegt die alte Frau. Sie atmet schwer und scheint bereit, jeden Augenblick vor ihren höheren Richter zu treten. Neben ihr auf einem Schemel sitzt das junge Mädchen, das sich ungefragt ihrer Pflege angenommen hat. Als elternlose Waise hatte sie schon seit einigen Jahren im Ort gedient. Da sie gerade ohne Stelle war, weihte sich das gute Geschöpf dieser freiwilligen Aufgabe. Sie verwandte ihr weniges Erspartes gern dazu, das Leid der Greisin zu lindern, der sie wie ein hilfreicher Engel erschienen war. Von ihrer eigenen Herkunft wusste sie nichts; sie war ein ausgesetztes Kind, das eine Bäuerin gefunden und dem Waisenhaus übergeben hatte.
Das Astoria-Abenteuer – Teil 5
Max Felde
Das Astoria-Abenteuer
Nach den zeitgenössischen Aufzeichnungen von Washington Irving erzählt
Illustriert von L. Berwald
Union Deutsche Verlagsgesellschaft, Stuttgart, Berlin, Leipzig. Stuttgart, Berlin, Leipzig. 1912
Widerwärtigkeiten – Besorgnisse – Der Beginn einer großen Leidensgeschichte
Mr. Hunt war herzlich froh, als sich die Arikara endlich verabschiedeten. Er trieb dann aus Vorsicht so sehr zur Eile, dass manche der Jäger, die sich nicht zum Besten beritten fühlten, gar sehr brummten; aber man legte so an diesem Tage noch zwanzig Meilen zurück. Der Weg führte über mehrere Nebenflüsse des Missouri und über unermessliche, von Bäumen gänzlich entblößte Prärien. Diese großen Grassteppen hatten inzwischen von ihrem frischgrünen Anblick wieder erheblich eingebüßt, denn man befand sich jetzt so ziemlich im Scheitel des Sommers. Die Reisenden hätten bei diesen oft ganz nackten Ebenen unfehlbar erliegen müssen, wenn nicht den Tag über ein stetig wehender Wind, der von den fernen Gebirgen herüberzog, ihre Stirnen gekühlt und sie so einigermaßen erfrischt hätte.
Gleichwohl wurde Ramsay Crooks schon in den ersten Tagen derart von Unwohlsein befallen, dass er nicht mehr zu Pferde Weiterlesen
Florian Wacker – Falsche Versprechen
Florian Wacker – Falsche Versprechen
Es ist Nacht in Frankfurt am Main. Ein Mann namens Schota hat einen Mord an einem Unternehmensberater gesehen und ist nun auf der Flucht.
Er weiß nicht genau, wo er ist und was er tun soll. Er denkt, dass er Gabriel finden muss, einen Bekannten, der sich als Chef aufgespielt hat und nun – wie er selbst – Angst hat und verschwunden ist.
Schota weiß, dass sie ihn suchen, und erinnert sich an den Mord, den Toten und all das Blut. Er sieht die Leiche überall und rubbelt an seinen Händen, seiner Hose und seiner Jacke, um das Blut loszuwerden, das er dort vermutet und das niemand sehen darf, damit niemand denken kann, dass er mit der Sache etwas zu tun hat.
Schota denkt an Nia, eine hübsche Frau aus seiner Vergangenheit, die ihn immer beruhigen konnte. Sie musste dazu gar nicht brüllen, sondern ihn nur ansehen und fragen, ob er noch bei Verstand sei. Sie musste ihm nur sagen, er solle sie anschauen und sich wieder einkriegen.
Catherine Parr – Band 2 – Kapitel 3
Luise Mühlbach
Catherine Parr
Band 2
Drittes Buch
Die Schleife der Königin
Historischer Roman, M. Simion, Berlin 1851
3. Prinzessin Elisabeth
Sie schritt gerade die Stufen der großen Freitreppe hinauf und begrüßte John Heywood mit einem freundlichen Lächeln.
»Mylady«, sagte er laut, »ich habe Euch im Namen Seiner Majestät Geheimes mitzuteilen!«
»Geheimnisse?«, wiederholte Katharina und hielt auf dem Plateau inne. »Nun denn, tretet zurück, meine Damen und Herren. Wir wollen den geheimnisvollen Boten des Königs empfangen.«
Kapitän Luzifer Erster Teil – 3. Kapitel
Gaston Choquet
Kapitän Luzifer
Erster Teil
3. Kapitel
An Bord der ÉRÈBE
Zusammenfassung der bisherigen Kapitel: Nach einer einmonatigen Reise begegnet der Dreimaster PAULINE, der im April 1715 La Rochelle verlassen hat, dem Piratenschoner ÉRÈBE. Dieser wird von einem gefürchteten und grausamen Seeräuber namens Kapitän Lucifer befehligt.
Nach einem erbitterten Kampf wurde der Dreimaster durch einen Enterangriff eingenommen. Die Seele des Widerstands war einer der Passagiere: der junge Graf Jean de Keryado-Plabennec, der gemeinsam mit seiner Schwester Blanche nach Brasilien unterwegs war. Im entscheidenden Moment, als er Kapitän Lucifer töten wollte, wurde der Graf verwundet und gefangen genommen.
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