Archiv

Mythen & Wirklichkeiten

Oberhessisches Sagenbuch Teil 115

Oberhessisches Sagenbuch
Aus dem Volksmund gesammelt von Theodor Bindewald
Verlag von Heyder und Zimmer, Frankfurt a. M., 1873

Das Irrkraut

Es gibt ein Kräutchen, das sieht der nicht, der darauf tappt, man nennt es das Irrkraut. Sobald der Fuß dasselbe berührt hat, verliert man alle Richtung des Weges und geht blindlings fort, ohne jemand zu kennen, als ob man im Traum wandelte.

So kam einmal ein Rixfelder Mann in der Schalksbach zu seinem Bruder. Er war in Lauterbach gewesen, sein Bruder kam aus dem Dorf.
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Aus dem Wigwam – Die Entstehung der feuerspeienden Berge

Karl Knortz
Aus dem Wigwam
Uralte und neue Märchen und Sagen der nordamerikanischen Indianer
Otto Spamer Verlag. Leipzig. 1880

Zwanzig Sagen
Mitgeteilt von Kah-ge-ga-gah-bowh

Die Entstehung der feuerspeienden Berge

ie Indianer am Missouri erzählen, der böse Geist sei einst über die Rothäute so ergrimmt, dass er die Berge Feuer, Sand und große Steine ausspeien ließ, um sie zu töten. Doch der gute Geist erbarmte sich ihrer; er löschte das Feuer und trieb den Teufel aus seinem Wohnsitz in den Bergen.

Sobald jedoch die Menschen wieder in ihren alten schlechten Lebenslauf verfielen, erlaubte er dem bösen Geist wiederzukommen und Feuer aus den Bergen zu speien. Zeigten sie nun wieder Reue und besserten sich, so musste sich der Teufel wieder zurückziehen.

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Oberhessisches Sagenbuch Teil 114

Oberhessisches Sagenbuch
Aus dem Volksmund gesammelt von Theodor Bindewald
Verlag von Heyder und Zimmer, Frankfurt a. M., 1873

Feuer am heiligen Ort

Die Tochter des Weidmüllers brach an einem heiteren Frühlingstag mit ihrer Mutter Flachs in der Scheuer und ging einen Augenblick von der Arbeit fort, um im Schweinestall nachzusehen. Es war gerade Mittagszeit. Zufällig schaute sie nach dem nahen Eschenröder Küppel, den man auch Der wilden Frau Haus nennt. Niemand war im Feld zu sehen, aber unter einem Acker des Küppels brannte lustig ein armlanges, ganz lichtes Feuerchen, doch ohne den geringsten Rauch. Das Mädchen winkte seiner Mutter, um ihr das zu zeigen. Allein diese fing laut an zu Weiterlesen

Sagen der mittleren Werra 17

Sagen-der-mittleren-Werra

Hexentanzplätze bei Steinbach-Hallenberg

Am Weg von Rotterode nach Unterschönau stand an einem Hügel eine uralte Linde, die, als sie der Sturm gebrochen hatte, durch eine junge ersetzt wurde. Wie die frühere wird auch diese wieder die Hexenlinde genannt. So liegt auch weiter hinauf in der Nähe von Oberschönau eine Wiese, die Blockwiese. Zu den beiden Orten reiten in der Walpurgisnacht auf Ofengabeln und Besen die Hexen aus der Umgegend und schmausen und tanzen mit dem Teufel. Der kommt dann von Donnershauk oder dem Ruppberg zu Weiterlesen

Aus dem Wigwam – Verwandlungen

Karl Knortz
Aus dem Wigwam
Uralte und neue Märchen und Sagen der nordamerikanischen Indianer
Otto Spamer Verlag. Leipzig. 1880

Zwanzig Sagen
Mitgeteilt von Kah-ge-ga-gah-bowh

Verwandlungen

m Detroit River befinden sich mehrere kleine Inseln, die von den Indianern nur während des Winters besucht werden. Dort fangen die Indianer Waschbären, von denen es eine Unzahl gibt. Im Frühjahr betritt jedoch kein Indianer jene Inseln, da sie von Schlangen wimmeln. Die Schlangen aber sind verwandelte Waschbären, woher sich auch ihre große Menge erklärt.

Im Winter, wenn die Schlangen nicht gut leben können, nehmen sie wieder die Gestalt der Waschbären an.
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