Sagen der mittleren Werra 50
Von einem Schatz in Brotterode
In einer Brotteroder Familie soll noch eine kleine Bergmannshaue zu sehen sein, zu der dieselbe, wie die Sage erzählt, auf folgende Weise kam.
Vor vielen, vielen Jahren trat nämlich einmal die Magd eines angesehenen Kaufmanns, der auf der Vordergasse in Brotterode wohnte, aus dem Feld heimkehrend, wohin sie den Arbeitern das Mittagsmahl getragen hatte, ganz aufgeregt in das Zimmer ihres Herrn und machte diesem die bittersten Weiterlesen
Deutsche Märchen und Sagen 164
Johannes Wilhelm Wolf
Deutsche Märchen und Sagen
Leipzig, F. A. Brockhaus, 1845
214. Gespenst erscheint dem Attila
An dem Kloster der Minnen-Brüder zu Augsburg wird an einem Turm ein Gemälde gesehen, welches eine Geschichte vorstellt, die zu Augsburg durch eine mündliche Erzählung von alten Zeiten hergebracht ist. Als nämlich Attila, der Hunnenkönig, mit seiner Armee bei Augsburg über den Lech gehen wollte, ist eine Frau in fürchterlicher Gestalt und auf einem Pferd reitend ihm entgegengestürzt und hat ihm mit grimmiger Stimme dreimal zugerufen: »Zurück Attila! Zurück Attila! Zurück Attila!« Dadurch war er dermaßen erschrocken, dass er auf der Stelle mit seiner Armee umkehrte.
Sagen und alte Geschichten der Mark Brandenburg 23

Die drei Linden auf dem Heiligen Geist-Kirchhof in Berlin
Auf dem Kirchhof des Hospitals zum Heiligen Geist in Berlin haben vor vielen Jahren, wie das bejahrtere Leute noch immer von ihren Eltern gehört haben, drei gewaltig große Linden gestanden, die mit ihren Ästen den ganzen Raum weithin überdeckten.
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Die wundersamen Märlein vom Berggeist Rübezahl – 7. Kapitel
Heinrich Döring
Die wundersamen Märlein vom Berggeist Rübezahl
Verlag C. F. Schmidt, Leipzig, ca. 1840
Siebentes Kapitel
Wie Peter mit Frau und Kindern sich zu der Riesenkoppe begab, um den Berggeist aufzusuchen
Als nun Peter wieder heimgekehrt zu den seinen war, die unterwegs eingekauften Lebensmittel auf dem kleinen Tisch in seiner Hütte ausbreitete und den vollen Geldbeutel freudig emporhielt, da war seine Frau ganz unerschöpflich in dem Lob der guten Vettern. Peter ließ seine liebe Anna in dem Glauben, dass ihre Verwandten es gewesen waren, die ihm in seiner Not geholfen und ihn außerdem freundlich empfangen und bewirtet hatten. So wohl zumute war es ihm lange nicht gewesen, als in diesem Augenblick, wo er Frau und Kinder Weiterlesen
Sagen der mittleren Werra 49
Von der Kirmesfahne und den Gerechtsamen zu Brotterode
In Herges wird erzählt, dass Kaiser Karl V. einmal in Brotterode – früher Brunwartesroda – schwer erkrankt sei. Da hätten ihn denn die von Herges mit köstlichem Obst und Beeren so gelabt, dass der genesene Kaiser aus Dankbarkeit ihnen das Hutrecht in einem Teil der Brotteröder Waldung verliehen habe. Denen von Brotterode aber, die kein Obst hatten, habe er gestattet, die gefallenen Früchte unter den im Hergeser Feld stehenden Obstbäumen aufzulesen.
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