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Die Pestecke auf dem Totenhof zu Trusen

Eine Viertelstunde von Herges liegt in einem schönen Grund das Dörfchen Elmenthal, welches nach dem Dreißigjährigen Krieg zweimal von der Pest so mitgenommen wurde, dass der Ort bis auf einen Mann ausstarb. Dieser hatte sich ins Freie gemacht. Da hörte er aus der Luft eine Stimme, die ihm zurief: »Iss Bibernell, so wirst du von der Pest genesen.«

Der Mann tat, wie ihm geheißen, und wurde gesund. Die südwestliche Ecke des Totenhofes zu Trusen, auf welchem die an der Pest gestorbenen Elmenthaler begraben liegen, wird noch heute die Pestecke genannt. Seitdem ist niemand wieder dort begraben worden.

Die weißen Jungfern bei Trusen

Von Trusen nach Herges erhob sich früher zur Linken der Straße an der Hasenburg ein mächtiger Felsen, die Klippe genannt. Aus diesem trat in den heiligen Nächten eine weiße Jungfer und klengte auf der dem Felsen gegenüber liegenden Wiese auf einem weißen Tuch goldene Knotten, die sie mit einem Rechen hin und her arbeitete. Die Jungfrau stand dann jedes Mal in einem wunderbar hellen Licht, als ob trotz der Nacht die schönsten Sonnenstrahlen auf sie und das Tuch fielen.

Leuten, die dort gerade vorübergingen, hat sie oft gewunken. Zwei Bauern von Trusen hatten einmal den Mut, ihr zu folgen und zuzugreifen und steckten jeder eine Handvoll Knotten ein. Der eine warf sie wieder weg, der andere aber hatte, als er nach Hause kam, lauter Goldstücke in der Tasche. Als dies jener erfuhr, eilte er zurück, um die Knotten wieder aufzuraffen. Aber es war nichts damit; sie waren verschwunden. Zwei Elmenthalern, die in der Nacht von Seligenthal nach Hause gingen, passierte das nämliche Stückchen auf der Wiese unter dem Wallenburger Turm, wo die Jungfrau der Burg ihre Knotten klengte.

Auch haben viele noch die weiße Jungfer in der Truse ihr Linnen waschen sehen.

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