Teufelswahn epidemisch in der Lombardei 1504 – 1523
Teufelswahn epidemisch in der Lombardei 1504 – 1523
Aus: Der Wahnsinn in den vier letzten Jahrhunderten. Nach dem Französischen des Calmeil. Bearbeitet von Dr. Rudolf Leubuscher. Halle. 1848
Der Papst Adrian VI. hatte auf die Bulle Innozenz VIII. und ein Breve von Julius II., der schon Georg von Kasal mit ausgedehnter Vollmacht gegen die Blutsauger in Italien versehen hatte, gestützt, den Dominikanern die Leitung der Hexenprozesse in der Lombardei übertragen. Dieser heilige Orden war in der Erfüllung seiner Pflichten so tätig, dass er in Como allein in einem Jahr mehr als 1000 Untersuchungen anstellte, mehr als hundert verbrannte. Wie viele Opfer mussten im Zeitraum weniger Jahre in Piemont, in der Lombardei, in Mirandola umkommen! Man sieht aus dem Breve des Papstes, dass man in Italien über ähnliche Verbrechen handelte, wie in Basel, in Konstanz, in Oberdeutschland, Es waren wieder hauptsächlich Frauen, die auf den Bänken der Inquisition Weiterlesen
Elbsagen 61
Elbsagen
Die schönsten Sagen von der Elbe und den anliegenden Landschaften und Städten
Für die Jugend ausgewählt von Prof. Dr. Oskar Ebermann
Verlag Hegel & Schade, Leipzig
62. Die älteste Elbsage
Wenige Jahre, bevor in Jerusalem der Heiland geboren wurde, trafen die Römer am Rhein Vorbereitungen, um auch Germanien ihrem Weltreich einzugliedern. Den Oberbefehl führte Drusus, der Stiefsohn des Kaisers Augustus. Er legte am Rhein zwischen Mainz und Xanten befestigte Kastelle an, um den römischen Heeren einen Rückhalt zu schaffen, und unternahm dann im Jahr 9 v. Chr. einen Eroberungszug, der ihn tief nach Deutschland Weiterlesen
Aus dem Wigwam – Die Schlangen-Squaw
Karl Knortz
Aus dem Wigwam
Uralte und neue Märchen und Sagen der nordamerikanischen Indianer
Otto Spamer Verlag. Leipzig. 1880
Vierzig Sagen
Mitgeteilt von Chingorikhoor
Die Schlangen-Squaw
uf dem Gerundewaghberg lebten einst vierundzwanzig Männer und ebenso viele Frauen in Liebe und Eintracht beisammen. Zank und Krieg waren damals noch nicht erfunden. Auch gab es nur eine einzige Sprache, welche jedem leicht verständlich war.
Als diese vierundzwanzig Paare, von denen alle anderen Indianerstämme der Welt abstammten, einst rauchend und scherzend auf ihrer heimatlichen Anhöhe saßen, sagte einer, der die schärfsten Augen hatte, dass er merkwürdige, dicken Baumstämmen ähnliche Gestalten herankriechen sähe. Was es aber eigentlich sei, könnte er sich nicht gut denken. Allmählich bemerkten es auch die anderen. Je länger sie hinsahen, desto deutlicher Weiterlesen
Oberhessisches Sagenbuch Teil 61
Oberhessisches Sagenbuch
Aus dem Volksmund gesammelt von Theodor Bindewald
Verlag von Heyder und Zimmer, Frankfurt a. M., 1873
Verzaubertes Heu
Der alte Weidmüller, er ruht nun schon lange auf dem Kirchhof, hatte bei der Pfarrvakanz in Eschenrod die große, schöne Pfarrwiese gepachtet, welche unter dem Bilstein auf dem Baalsacker liegt.
Im Stillen, wie das so geht, beneidete ihn darum ein Mann und sprach zu einem Freund des Müllers: »Du, der Weidmüller mag einmal Acht geben. Was geschieht, wenn sein Vieh das Futter frisst.«
Hannikel – 6. Teil
Christian Friedrich Wittich
Hannikel
oder die Räuber- und Mörderbande, welche in Sulz am Neckar in Verhaft genommen und daselbst am 17. Juli 1787 daselbst justifiziert wurde
Verlag Jacob Friderich Heerbrandt, Tübingen, 1787
Hannikel und seine Käther brachten sieben Kinder zusammen, deren Anzahl nachgehend durch einen Buben namens Johann Christoph, auf Zigeunerisch Dieterlin, der den 3. April 1774 zu Hohenhaslach geboren und getauft worden war und wirklich neben seinem Vater im Gefängnis saß, vermehrt wurde. Unter diesen Kindern waren verschiedene, die sich durch sehr gute Gaben auszeichneten.
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