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Literatur

Femegerichte und Hexenprozesse in Deutschland – Teil 7

Oskar Wächter
Femegerichte und Hexenprozesse in Deutschland
Stuttgart, Verlag von W. Spemann, 1882
Zweite Abteilung
Die Hexenprozesse
Zweiter Abschnitt
Die Verfolgung

Schon die ersten christlichen Kaiser des Römischen Reichs bedrohten Zauberei in ihren Gesetzen mit der Todesstrafe. Sie hielten dies umso mehr für gerechtfertigt, als viele geheime Anhänger den heidnischen Kult – nachdem dieser verboten und unterdrückt worden war – unter dem Deckmantel der Zauberei fortsetzten.

Auch die ältesten deutschen Rechtsbücher, der Sachsenspiegel und der Schwabenspiegel, setzten auf Zauberei den Feuertod. Die Volksmeinung hielt es für unzweifelhaft, dass Menschen durch zauberische Mittel an Leben, Gesundheit, Hab und Gut geschädigt Weiterlesen →

Der Wolfdämon – 5. Kapitel

Albert W. Aiken
Der Wolfdämon
Oder: Die Königin von Kanawha
5. Kapitel
Virginias Verehrer

Im besten Zimmer von Trevelings Haus saßen der alte General und ein junger Mann namens Clement Murdock. Murdock war ein Verwandter Trevelings und genoss hohes Ansehen beim alten Soldaten.

General Treveling war ein Mann von fünfzig Jahren. Die Jahre hatten sein Haar ergrauen lassen und seine einst stattliche Gestalt gebeugt. Murdock war um die dreißig – ein dunkler, blasser Mann mit stechenden schwarzen Augen und einem hochmütigen Auftreten.

Der junge Mann war gerade eingetreten und hatte nach der herzlichen Begrüßung des Generals an dessen Seite Platz genommen.

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Varney, der Vampir – Kapitel 68

Thomas Preskett Prest
Varney, der Vampir
oder: Das Blutfest

Ursprünglich als penny dreadful von 1845 bis 1847 veröffentlicht, als es zum ersten Mal in Buchform erschien, ist Varney, der Vampir ein Vorläufer von Vampirgeschichten wie Dracula, die es stark beeinflusst hat.

Kapitel 68
Marchdales heimtückischer Anschlag und sein Ergebnis

Varney der Vampir verließ das Verlies von Charles Holland inmitten der grauen Ruinen in der festen Überzeugung, dass der junge Mann sein Wort halten und vor Ablauf der festgelegten Zeit keinen Fluchtversuch wagen würde.

Diese Zuversicht war vollkommen berechtigt: Da Charles Holland einmal sein Wort gegeben hatte, zu bleiben, bis er die Uhr einer nahe gelegenen Kirche zwei schlagen hören würde, dachte er keinen Augenblick daran, sein Versprechen zu brechen. Es war zwar Weiterlesen →

Das Wrack des Piraten – 2. Kapitel

Friedrich Gerstäcker
Das Wrack des Piraten
2. Kapitel
Das Wrack

Am anderen Morgen saß die Señora allein in dem noch leeren Gastzimmer. Sie hatte ihr Nähzeug vor sich auf dem Schoß, doch die sonst so geschäftige Nadel ruhte in ihrer Hand. Für sie höchst ungewöhnlich blickte sie nachdenklich vor sich nieder.

Aufrichtig gesagt, ging ihr der Fremde nicht aus dem Kopf. Gemeinsam mit Manuela hatte sie fast bis Mitternacht all die alten Schuldner in ihren Büchern durchsucht – von A bis Z. Und das waren wahrlich nicht wenige: Chilenen, Engländer, Franzosen, Deutsche, Amerikaner und Italiener; eben alle, die das Schicksal an diese Küste geworfen hatte. Doch sie hatte keinen Einzigen gefunden, dessen Person oder Rechnung auch nur im Geringsten zu dem wunderlichen Fremden passte. Die alte Dame erfreute sich zwar eines ausgezeichneten Gedächtnisses, sodass sie sich zu fast jedem Namen nach kurzem Nachdenken die Gestalt des Betreffenden ins Gedächtnis rufen konnte; der gewaltige Bart jedoch und das tief über die linke Gesichtshälfte fallende Haar Weiterlesen →

Adalbert von Geiersberg – Kapitel 3

Adalbert von Geiersberg
genannt: Der Ritter von Habenichts,
ein Zauberzwerg namens Mossul sowie Meschhed, die Amazonenkönigin – das schönste Weib auf Erden und zugleich die furchtbarste Zauberin des Morgenlandes.
Eine abenteuerliche und höchst wundersame Geschichte aus der Zeit der Kreuzzüge nach Jerusalem.
Altötting und Burghausen, um 1860
Verlag der J. Lutzenberger’schen Buchhandlung

Dreifache Rettung

Georg schüttelte den Kopf. Alles überzeugte ihn, dass es hier nicht geheuer sei und ihnen beiden die größte Gefahr drohe. Im Stall, in dem sich nur zwei Kühe befanden, wies er jedem seiner zwei Rosse einen eigenen Stand zu – ohne jedoch die Sättel abzunehmen, damit sie nötigenfalls augenblicklich zum Aufsitzen bereit standen. Er ließ sie nicht angebunden vor der Raufe stehen, um durch nichts aufgehalten zu werden.

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