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Literatur

Das Marktg’schlärf von Wolfratshausen … Teil 3

Das Marktg’schlärf von Wolfratshausen, der Raub- und Mordritter Judas von Teufelsnest und der fromme Pilger und heilige Märtyrer Konrad Nantovin
Eine höchst schauerliche Ritter-, Räuber-, Mörder- und Gespenstergeschichte aus dem 13. Jahrhundert
Altötting, ca. 1860

Unseren Lesern sollten diese scheußlichen Henkerwitze, wie sie in finsteren Zeiten in Folterkammern zu hören waren, bekannt werden. Eine derartige Herzlosigkeit in christlichen Ländern ist fast unglaublich, zumindest aber unbegreiflich.

Vor dem Eingang zur Folterkammer in Regensburg befindet sich eine Bank, auf der der Unglückliche vor der Tortur noch eine Viertelstunde sitzen durfte, um sich zu überlegen, ob er freiwillig bekennen wolle oder nicht. Die Marterwerkzeuge konnte er durch eine Öffnung in der Tür genau betrachten. Der Eingang führt dann vier Stufen abwärts. Im Vordergrund links befindet sich eine Bank, auf der der Wundarzt Platz nahm. Er musste die Dauer der Folter nach der Körperkraft des Delinquenten bestimmen und ihm bei Bedarf chirurgische Hilfe leisten.

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Die Gespenster – Vierter Teil – 37. Erzählung

Die Gespenster
Kurze Erzählungen aus dem Reich der Wahrheit von Samuel Christoph Wagener
Allen guten Schwärmern, welchen es mit dem Bekämpfen und Ablegen beunruhigender Vorurteile in Absicht des Geisterwesens ernst ist, liebevoll gewidmet von dem Erzähler Friedrich Maurer aus dem Jahr 1798
Vierter Teil

Siebenunddreißigste Erzählung

Der Schlossküster Wuth zu Hannover

»Als ich neun Jahre alt war, erzählte uns der vermutlich noch lebende Schlossküster Georg Adam Wuth zu Hannover, lag ich bei meinen Eltern an einer schweren Krankheit danieder. Die verabreichte Medizin zeigte keine Wirkung. Ich schien dem unvermeidlichen Tod sichtbar entgegen zu reisen und starb, zumindest nach der festen Überzeugung meiner Eltern. Indessen war ich nur scheinbar und keineswegs wirklich tot. Zwar konnte ich mit offenen, halb gebrochenen Augen und gesunden Hörwerkzeugen alles, was um mich Weiterlesen

Kapitän Luzifer Erster Teil – 1. Kapitel

Gaston Choquet
Kapitän Luzifer
Erster Teil
1. Kapitel
Das Kriegsschiff

In der großen Stille dieses schwülen, tropischen Nachmittags ertönte laut die Stimme des Ausguckes vom Toppmast: »Segel, Steuerbord, achtern!«

Auf der Brücke griff der stämmige, rotgesichtige Bretone und Wachoffizier nach seinem Fernrohr und richtete es auf das gemeldete Schiff. Er musterte es lange, runzelte besorgt die Stirn und rief einen vorbeikommenden Matrosen zu sich: »Yann, sag dem Kapitän, dass ein Schiff in Sicht ist und er hierherkommen soll.«

Der Matrose gehorchte und wenige Augenblicke später erschien der Kapitän. Er war ein alter Seebär von etwa vierzig Jahren mit Weiterlesen

Lars Haider – Ich mach’ mein Ding

Lars Haider – Ich mach’ mein Ding

Der vorliegende Kriminalroman beinhaltet den vierten Fall der Lukas-Hammerstein-Reihe.

Lukas Hammerstein ist Anfang vierzig und wohnt mit Frau und Sohn in Hamburg-Eppendorf. Er ist Journalist und arbeitet für die Hamburg News, eine Zeitung, die Wert auf seine Arbeit legt.

Seine Kollegin Kaja Woitek. Polizeireporterin der Zeitung, und er haben zusammen schon diverse Fälle aufgeklärt. Kaja ist mit Enno von Spoercken liiert, dem Chef der Hamburger Kripo, was für Lukas und sie schon öfter von Vorteil war, wenn sie zusammen für einen Fall recherchieren mussten.

Zu den Freunden von Lukas gehören auch Prominente wie der Bürgermeister Julius Wolff, der Bundeskanzler werden will, und Udo Lindenberg, der Sänger, die beide während des Krimis auch immer wieder erwähnt werden. Der Titel des Romans stammt aus einem Song des Rockstars.

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Der Gefangene der Stadtvogtei – Kapitel 4

Der Gefangene der Stadtvogtei
Eine Berliner Kriminalgeschichte
von Jodocus Donatus Hubertus Temme
G. Behrend (Falkenbergische Verlagsbuchhandlung), Berlin, 1861

Kapitel 4

Ein Ochsenhändler

In der Jerusalemer Straße in Berlin gibt es viele Keller, in denen bei Tag wie bei Nacht ein reger Verkehr herrscht. Es verkehren allerlei Leute dort, und zu der Zeit, aus der ich erzähle, waren in mehreren davon, vor allem nachts, immer einige Berliner Diebe anzutreffen.1  Die Berliner Diebe bilden eine Genossenschaft für sich, freilich zusammen mit ihren Frauen. In jenen Kellern pflegten daher nachts nur Diebe mit ihren Frauen zu verkehren.

In einem dieser Keller war es noch in später Nacht sehr voll. Es fand eine Zusammenkunft statt. Es wurde Musik gemacht, Weiterlesen