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Lars Haider – Ich mach’ mein Ding

Lars Haider – Ich mach’ mein Ding

Der vorliegende Kriminalroman beinhaltet den vierten Fall der Lukas-Hammerstein-Reihe.

Lukas Hammerstein ist Anfang vierzig und wohnt mit Frau und Sohn in Hamburg-Eppendorf. Er ist Journalist und arbeitet für die Hamburg News, eine Zeitung, die Wert auf seine Arbeit legt.

Seine Kollegin Kaja Woitek. Polizeireporterin der Zeitung, und er haben zusammen schon diverse Fälle aufgeklärt. Kaja ist mit Enno von Spoercken liiert, dem Chef der Hamburger Kripo, was für Lukas und sie schon öfter von Vorteil war, wenn sie zusammen für einen Fall recherchieren mussten.

Zu den Freunden von Lukas gehören auch Prominente wie der Bürgermeister Julius Wolff, der Bundeskanzler werden will, und Udo Lindenberg, der Sänger, die beide während des Krimis auch immer wieder erwähnt werden. Der Titel des Romans stammt aus einem Song des Rockstars.

Die Geschichte fängt damit an, dass Lukas beauftragt wird, den Unterricht der 10. Klasse eines Hamburger Elitegymnasiums zu begleiten, um den Lesern den Alltag an einer solchen Schule näherzubringen. Er schreibt sogar die Klassenarbeiten mit, schneidet dabei nicht so gut ab und lernt das Personal der Schule genauso gut kennen wie die Schüler.

Aber Lukas bemerkt bei seiner Arbeit im Elyseum, so heißt die Schule, auch, dass sich manche Lehrer, ausnahmslos Männer, wie sich später herausstellt, von den reichen Eltern der Schüler bestechen lassen und den Kindern gegen Geld bessere Noten geben.

Der Journalist verarbeitet diese Tatsache auch in den Zeitungsartikeln, die er für die Hamburg News verfasst, und die Öffentlichkeit reagiert empört. Die einen schimpfen über die Machenschaften der Reichen und der Lehrer am Elyseum, die anderen darüber, dass die Zeitung eine renommierte Schule in den Dreck zieht.

Der Chefredakteur, der alte Keil, wie er liebevoll genannt wird, erhält sehr viele Beschwerdebriefe, in denen die Leser zum Ausdruck bringen, dass sie, wenn weiter in diesem Stil vom Elyseum berichtet wird, ihr Abo der Zeitung kündigen werden. Er ist aber der Meinung, dass die Zeitung wahrheitsgetreu zu berichten hat und genehmigt, dass Lukas an der Sache dranbleibt.

Schließlich berichtet auch das Fernsehen in Gestalt von Moderator Josef Turner über die Bestechungen am Elyseum. Die Kinder des Moderators sind auch Schüler dieser Schule.

Die Turner-Familie spielt im weiteren Verlauf der Geschichte eine wichtige Rolle, die hier aber nicht vorweggenommen werden soll.

Während die Emotionen ob der Geschehnisse um die Recherchen von Lukas hochkochen, geschieht etwas Schlimmes. Die Direktorin der Schule, Renate Störmer, die Lukas eingeladen hatte, am Unterricht teilzunehmen, über das Elyseum zu schreiben und die, als er die Machenschaften an der Schule aufdeckte, gar nicht mehr mit ihm einverstanden zu sein schien, wird am helllichten Tag entführt und ist lange Zeit nicht aufzufinden.

Diese Entführung und noch eine andere Angelegenheit rufen Enno von Spoercken mit seinen Kripobeamten auf den Plan, und selbst der Bürgermeister kümmert sich auf seine Weise um den Fall, der von nun an immer verwickelter wird und nur unter Mitwirkung von Lukas und seiner Kollegin Kaja zu lösen ist.

 

Der Autor verarbeitet in seiner Hammerstein-Reihe Wissen über prominente Zeitgenossen wie Olaf Scholz. Moderatoren wie Markus Lanz und Udo Lindenberg, die er in Kontakten mit diesen Leuten erlangt hat. Im vorliegenden Buch kommen sie als Bürgermeister Julius Wolff, Moderator Josef Turner und als Udo Lindenberg selbst zu Wort.

Auch der vierte Roman über Lukas Hammerstein beschreibt einen interessanten Fall. Es treten neben Prominenten eine Reihe von Charakteren auf, und das Stück spielt in der oberen Etage der Hamburger Gesellschaft, wie es eine Story über ein Elitegymnasium der Hansestadt auch erwarten lässt.

Kenntnisse über die Hamburger Gesellschaft, den Journalismus schlechthin und die Schulpolitik sind bei diesem Roman vonnöten, und Lars Heider verfügt ohne Frage über eine Menge von Wissen auf all diesen Gebieten.

Die Geschichte ist außerdem nicht ohne ein gewisses Augenzwinkern verfasst, und es ist zudem ganz erholsam, dass das Ganze ohne ein Blutbad vonstatten geht, das manche andere Krimis brauchen.

Dennoch ist die Story spannend bis zum Schloss und auch reichlich verwickelt, sodass die Krimileser auf ihre Kosten kommen.

Fazit:
Lars Haiger hat mit Ich mach’ mein Ding einen Krimi verfasst, der spannend und verwickelt ist und mit einem Lächeln geschrieben. Kenntnisse über die Hamburger Gesellschaft und einige Prominente sind genauso verarbeitet, wie Wissen über die Schulpolitik im Lande. Das Ganze enthält einen Schuss Gesellschaftskritik und kommt ohne großes Blutvergießen aus.

Der Autor:

Lars Haider wurde im November 1969 in Hamburg geboren. Er wuchs in Hamburg-Harburg auf und studierte Geschichte und Politik an der Uni Hamburg. Er arbeitete für verschiedene Zeitungen, bevor er 2011 Chefredakteur des Hamburger Abendblatts wurde.

Haider schrieb ein Buch über Olaf Scholz, den er besser kennt als die meisten seiner Kollegen und Kolleginnen. Es wurde 2022 zum Spiegel-Bestseller.

Im selben Jahr veröffentlichte er sein Buch Das Phänomen Markus Lanz – auf jede Antwort eine Frage.

Zudem verbindet ihn eine Whats-App-Freundschaft mit Udo Lindenberg und er ist – zusammen mit zwei Freunden – Gastgeber des Wein-Podcasts Vier Flaschen.

Die Lukas-Hammerstein-Reihe erscheint seit 2023, und Leser und Presse schätzen sie sehr.

Quellen:

Bilder:

  • Cover des Romans. Mit freundlicher Genehmigung des Hoffmann und Campe Verlags.
  • Foto des Autors. Copyright: Marc Sandten/ FUNKE Foto Services. Ebenfalls mit freundlicher Genehmigung des Hoffmann und Campe Verlags.

(ww)

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