Varney, der Vampir – Kapitel 63
Thomas Preskett Prest
Varney, der Vampir
oder: Das Blutfest
Ursprünglich als penny dreadful von 1845 bis 1847 veröffentlicht, als es zum ersten Mal in Buchform erschien, ist Varney, der Vampir ein Vorläufer von Vampirgeschichten wie Dracula, die es stark beeinflusst hat.
Kapitel 63
Die Gäste im Gasthof und die Geschichte vom toten Onkel
Wie Herr Marchdale – der dem Leser nun in seinem wahren Licht als Vertrauter und Helfershelfer von Sir Francis Varney erscheint – bereits zutreffend dargelegt hatte, war an jenem Abend eine neugierige und schwatzhafte Gesellschaft in jener Schenke zusammengekommen, in der sich jene schrecklichen Ereignisse abgespielt hatten, die wir bereits in aller Ausführlichkeit geschildert haben.
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Des Teufels Reise durch einen Teil des Protestantismus 08
Des Teufels Reise durch einen Teil des Protestantismus
Aufzeichnungen einer hochgestellten Person
Verlag von Wilhelm Jurany. Leipzig. 1847
»Schwerlich«, antwortete Herr H. und zuckte mit den Achseln.
»Warum nicht«, fragte Satanas mehr als erstaunt, diesen Zweifel an seinem getreuen Sohn zu bemerken.
»Unter den großen Herren haben wir noch zu viele, die gern reden und darum auch zu viel reden«, bemerkte Herr H. »Man kann heute kaum noch zu Menschen reden, ohne ihnen etwas versprechen zu müssen. Versprechungen sind das einzige Palliativ für manche Wunder. Aber kann man wohl etwas versprechen, ohne sich selbst dabei zu versprechen? Ach, ich will schweigen, denn hierin sitzt eben das böse Geschwür, welches nicht so leicht und nicht so schnell zu heilen ist und für welches wir noch nicht den rechten Arzt haben. Denn unsere Ärzte scheinen es noch gar nicht zu wissen und auch kein Kapitel in ihrer Arzneiwissenschaft zu haben, dass unter allen Krankheiten die Maulkrankheiten die gefährlichsten sind.«
Das Astoria-Abenteuer – Teil 5
Max Felde
Das Astoria-Abenteuer
Nach den zeitgenössischen Aufzeichnungen von Washington Irving erzählt
Illustriert von L. Berwald
Union Deutsche Verlagsgesellschaft, Stuttgart, Berlin, Leipzig. Stuttgart, Berlin, Leipzig. 1912
Widerwärtigkeiten – Besorgnisse – Der Beginn einer großen Leidensgeschichte
Mr. Hunt war herzlich froh, als sich die Arikara endlich verabschiedeten. Er trieb dann aus Vorsicht so sehr zur Eile, dass manche der Jäger, die sich nicht zum Besten beritten fühlten, gar sehr brummten; aber man legte so an diesem Tage noch zwanzig Meilen zurück. Der Weg führte über mehrere Nebenflüsse des Missouri und über unermessliche, von Bäumen gänzlich entblößte Prärien. Diese großen Grassteppen hatten inzwischen von ihrem frischgrünen Anblick wieder erheblich eingebüßt, denn man befand sich jetzt so ziemlich im Scheitel des Sommers. Die Reisenden hätten bei diesen oft ganz nackten Ebenen unfehlbar erliegen müssen, wenn nicht den Tag über ein stetig wehender Wind, der von den fernen Gebirgen herüberzog, ihre Stirnen gekühlt und sie so einigermaßen erfrischt hätte.
Gleichwohl wurde Ramsay Crooks schon in den ersten Tagen derart von Unwohlsein befallen, dass er nicht mehr zu Pferde Weiterlesen
Florian Wacker – Falsche Versprechen
Florian Wacker – Falsche Versprechen
Es ist Nacht in Frankfurt am Main. Ein Mann namens Schota hat einen Mord an einem Unternehmensberater gesehen und ist nun auf der Flucht.
Er weiß nicht genau, wo er ist und was er tun soll. Er denkt, dass er Gabriel finden muss, einen Bekannten, der sich als Chef aufgespielt hat und nun – wie er selbst – Angst hat und verschwunden ist.
Schota weiß, dass sie ihn suchen, und erinnert sich an den Mord, den Toten und all das Blut. Er sieht die Leiche überall und rubbelt an seinen Händen, seiner Hose und seiner Jacke, um das Blut loszuwerden, das er dort vermutet und das niemand sehen darf, damit niemand denken kann, dass er mit der Sache etwas zu tun hat.
Schota denkt an Nia, eine hübsche Frau aus seiner Vergangenheit, die ihn immer beruhigen konnte. Sie musste dazu gar nicht brüllen, sondern ihn nur ansehen und fragen, ob er noch bei Verstand sei. Sie musste ihm nur sagen, er solle sie anschauen und sich wieder einkriegen.
Catherine Parr – Band 2 – Kapitel 3
Luise Mühlbach
Catherine Parr
Band 2
Drittes Buch
Die Schleife der Königin
Historischer Roman, M. Simion, Berlin 1851
3. Prinzessin Elisabeth
Sie schritt gerade die Stufen der großen Freitreppe hinauf und begrüßte John Heywood mit einem freundlichen Lächeln.
»Mylady«, sagte er laut, »ich habe Euch im Namen Seiner Majestät Geheimes mitzuteilen!«
»Geheimnisse?«, wiederholte Katharina und hielt auf dem Plateau inne. »Nun denn, tretet zurück, meine Damen und Herren. Wir wollen den geheimnisvollen Boten des Königs empfangen.«
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