Das Geheimnis zweier Ozeane – Erster Teil – Kapitel 8
Grigori B. Adamow
Das Geheimnis zweier Ozeane
Ein wissenschaftlich-phantastischer Roman
Originaltitel: Тайна двух океанов
Erster Teil
Ein außergewöhnliches Schiff
Kapitel 8
Marats Projekt
Zoi erinnert sich noch genau an seine graue, freudlose Kindheit in einer halb verfallenen, spärlich gedeckten Hütte in einer Randstraße von Jilin. Die Stadt war der getreue Begleiter seiner Kindheitsjahre. Die Erinnerungen an die Demütigung, an die ewige Unterwürfigkeit seines Vaters – eines Schusters – gegenüber dem Geldverleiher und Besitzer des Nachbarladens, gegenüber dem Polizisten an der Straßenecke, jedem japanischen Soldaten und jedem Auto, das sich selten in diese Außenbezirke verirrte, weckten in Zois Seele bis heute Scham, Bitterkeit und Zorn. Der arme Koreaner war ein Nichts, Staub unter jedem festen Stiefel Weiterlesen
Der mysteriöse Doktor Cornelius – Band 2 – Episode 8 – Kapitel 5
Gustave Le Rouge
Der mysteriöse Doktor Cornelius
Band 2
Achte Episode
Das Geisterauto
Fünftes Kapitel
Zwei vorbildliche Bedienstete
Slugh hatte gerade Edward Edmond, den Hausmeister von Mr. Fred Jorgell, verlassen, nachdem er bei der Auszählung der letzten Post dabei gewesen war. Gelassen und eine Zigarre rauchend kehrte er in das möblierte Hotel zurück, in dem er im irischen Viertel wohnte. Von Zeit zu Zeit kehrte er in eine Bar ein, genoss einen Whiskey-Soda und setzte dann gemächlich seinen Weg fort. Er war auf seine Weise sehr maßvoll und legte an einem Abend nie mehr als drei solcher Zwischenstopps ein. So legitim er es auch fand, sich in Maßen zu erfrischen, so sehr verabscheute er die Trunksucht, die er als das widerlichste aller Laster betrachtete. Hätte sich jedoch jemand anderes im Laufe des Tages in ähnlicher Weise erfrischt, wäre dieser unweigerlich noch vor Weiterlesen
Detektiv Nobodys Erlebnisse und Reiseabenteuer Band 1 – Teil 22
Detektiv Nobodys Erlebnisse und Reiseabenteuer
Nach seinen Tagebüchern bearbeitet von Robert Kraft
Band 1
Kapitel 3, Teil 7
Er schritt der Mühle zu und betrat den Eingang. Der andere war ihm gefolgt.
In der Flur, gleich neben dem Treppenaufgang, lag seltsamerweise direkt am Boden ein großer Haufen Mehl. Daneben stand ein Mühlknappe, welcher an einer Holzschaufel einen Stiel befestigte.
»Was liegt denn das Mehl hier?«, meinte Flederwisch im Vorbeigehen, leckte am Finger, tauchte diesen in die weiße Masse und kostete.
»Pfui Deiwel!!«, rief er sofort, heftig ausspuckend. »Wie schmeckt denn das Mehl?«
»Nee, Gabidän, nee«, sang grinsend der Mühlknappe im schönsten Sächsisch, »das is geen Mahl, das is Sie mehrstendeels Gibs, mir Weiterlesen
Die Gespenster – Vierter Teil – 43. Erzählung
Die Gespenster
Kurze Erzählungen aus dem Reich der Wahrheit von Samuel Christoph Wagener
Allen guten Schwärmern, welchen es mit dem Bekämpfen und Ablegen beunruhigender Vorurteile in Absicht des Geisterwesens ernst ist, liebevoll gewidmet von dem Erzähler Friedrich Maurer aus dem Jahr 1798
Vierter Teil
Dreiundvierzigste Erzählung
Die Todesahnung zu Altona
Am 14. April 1780 starb in Altona eine sechsjährige Tochter aus einer mir wohlbekannten Familie. Zur Pflege des Kindes war eine alte, abergläubische Krankenpflegerin angestellt. Da sie angeblich ein Sonntagskind war, sah sie häufig Gespenster sowie spukende Leichenwagen und erhob den Anspruch, die Todesfälle der Stadt ahnen und im Voraus wissen zu können.
Schon oft hatte sie gläubigen Seelen – meist allerdings erst im Nachhinein – beteuert, den Sarg eines Verstorbenen bereits vor dessen Weiterlesen
Die Sage des Billy the Kid – Kapitel 14
Walter Noble Burns
Die Sage des Billy the Kid
Kapitel 14
Eine Schönheit des alten Fort Sumner
Billy the Kid hatte in seinem Leben viele flüchtige Liebschaften, doch er liebte nur eine einzige Frau. Zumindest ist es das, woran man im Südwesten seit fast fünfzig Jahren glaubt. Seine Liebe zu ihr war der einzige reine Funke Poesie in seiner Seele. Auf seinem Weg in die Hölle schenkte sie ihm seinen einzigen Blick auf den Himmel.
Über die Identität seiner Geliebten wurde viel spekuliert. Dass sie im alten Fort Sumner lebte, gilt als sicher. Als Billy the Kid später aus Lincoln entkam, hätte er – darin ist man sich weitgehend einig – rasch nach Alt-Mexiko fliehen können, wo er vor Verfolgung sicher gewesen wäre. Das Leben und die Freiheit lockten ihn jenseits des Rio Grande. Doch die Sehnsucht in seinem jungen Herzen zog ihn zu seiner Geliebten, und so ritt er auf direktem Weg nach Fort Sumner. Für die eine Frau seiner Träume Weiterlesen
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