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Storys & Lyrik

John Tanner – Das Leben eines Jägers 11

John Tanner
Das Leben eines Jägers
oder
John Tanners Denkwürdigkeiten über seinen 30-jährigen Aufenthalt unter den Indianern Nordamerikas
Erstmals erschienen 1830 in New York, übersetzt von Dr. Karl Andree

Elftes Kapitel

Ich jagte während jenes Winters für einen Handelsmann, den die Indianer Aneeb, (Anib, die Ulme) nannten. Da die Jahreszeit weiter vorrückte und die Kälte sehr streng wurde, so war es sehr schwierig, auch jetzt noch so viel Wild als früher zu erlegen. Ich konnte nicht so viel schaffen, wie der Handelsmann begehrte. Eines Morgens früh schoss ich ein Elentier an, verfolgte es bis zum Dunkelwerden und war im Begriff, seiner habhaft zu werden, als mir die Kräfte Weiterlesen

Der Freibeuter – Ein Seekampf

Der Freibeuter
Erster Teil
Kapitel 5

Ein Seekampf

Gerade war die Schiffsmannschaft daran, ihre Mittagsration einzunehmen, als der Ruf des Matrosen im Korb »Ein Segel! Ein Segel!« sie auf ihre Posten rief. Kapitän Norcroß entdeckte am Rande des Horizonts den schwarzen beweglichen Punkt in der erwarteten Richtung. Unverzüglich wurde die Fregatte in einen Segelwald gehüllt, und schneller als ein Adler aus den Lüften auf seine Beute stürzt, schoss die majestätische Graf Mörner über das Wasser. Bald trat das kleine dänische Schiff deutlich hervor, aber nicht sobald hatte es das schwedische Kaperschiff wahrgenommen, als es rasch wendete, schnell alle Segel losließ und zu der deutschen Küste zu entfliehen suchte. Weiterlesen

Die sechs schlafenden Jungfrauen 2

Die sechs schlafenden Jungfrauen oder: Der schreckliche Zweikampf
Eine furchtbare Ritter- und Geistergeschichte von Wilhelm Bauberger erzählt
Kapitel zwei

Böse Nachbarn

Ritter Alfred war ein schöner blühender Jüngling von zwanzig Jahren, und seit einem Jahr, da er innerhalb desselben Vater und Mutter verloren hatte, Besitzer der Schwefelburg, seines Ahnenschlosses. Ritter Urach von Heckeburg, genannt der Eiserne, dessen Besitzungen an die Güter des Schwefelburgers grenzten, war mit Alfreds Vater in häufiger Fehde gestanden, ohne dass ein Teil etwas dabei gewonnen hätte. Jetzt, da der Alte tot war, suchte Urach auf jede nur mögliche Art Streit, weil er in einem Strauß mit dem jungen Ritter leicht fertig zu werden glaubte. Hierzu fand sich für denselben bald eine erwünschte Gelegenheit.
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Im fernen Westen – Sioux-Kit 8

Sioux -Kit
Kapitel 8

»Siehst Du? Du wirst nun nicht mehr entfliehen, Vater, nicht wahr?«, sagte der alte Indianer zu Hogg, als er ihn und die seinen zu dem Tipi führte und ihnen zu verstehen gab, dass es für sie errichtet worden sei. Dann ließ er sie allein, denn sie hatten sich ja notgedrungen so viel zu erzählen von ihren gegenseitigen Schicksalen und Erlebnissen. Was Mutter Judith zu erzählen hatte, war freilich nicht viel. Sie und Theo hatten keine Ahnung von dem, was ihrem Gatten und Vater geschehen war. Als sie erwachten und in die Stube traten, fanden sie hier vier Sioux, welche am Feuer saßen und sich ein Frühstück bereiteten. Einer der Krieger erklärte ihnen, dass sie als Gefangene weggeführt werden würden, aber nichts zu befürchten hätten, wenn sie keinen Fluchtversuch machten. Sie waren natürlich bis zum Tode erschrocken und konnten nicht an Widerstand denken. Auf die Frage nach ihrem Gatten erhielt Mutter Judith die kurze Antwort, dass er schon fortgeführt worden und ihm nichts geschehen sei. Sie Weiterlesen

Im Goldlande Kalifornien 3

Sophie Wörishöffer
Im Goldlande Kalifornien
Fahrten und Schicksale Gold suchender Auswanderer
Zeitgemäß gekürzt von A. Flügel um 1930
Kapitel 1 – Teil 3

»Da steht ja noch ein Haus!«, sagte einer der Soldaten. »Wollen wir es einmal ein wenig durchforschen?«

Er machte einige Schritte vorwärts und blieb dann voll Überraschung stehen. »Meiner Treu!«, rief er, »das Haus ist ja bewohnt!«

Die Übrigen lachten. »Du bist nicht gescheit, Gogol!«

Der Soldat stürmte vorwärts, gefolgt von den übrigen. Die Entdeckung war jetzt unvermeidlich geworden.
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